Die Deutsch-Französischen Kulturinstitute: eine Veranschaulichung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich Die Schaffung von Deutsch-Französischen Kulturinstituten ist eines der prioritären Vorhaben des Vertrags von Aachen und trägt zum Ausbau der kulturellen Zusammenarbeit mit Deutschland bei. Drei Deutsch-Französische Kulturinstitute wurden bereits eröffnet: in Palermo (Sizilien), Ramallah (Palästinensische Gebiete) und zuletzt in Atlanta (USA). Langfristig soll das Kooperations- und Kulturnetzwerk durch sechs weitere Kulturinstitute ausgebaut werden. So läuft beispielsweise ein Projekt in Erbil (Region Kurdistan-Irak), wo ein Kulturinstitut in der Zitadelle von Erbil, einer UNESCO-Kulturerbestätte, entsteht. Die Deutsch-Französischen Kulturinstitute sind innovative Einrichtungen, die die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich festigen und ihr neue Perspektiven eröffnen sollen. Deutschland Veröffentlicht am : 01 January 2025 Aktualisiert am : 02 March 2026 Dans cette rubrique Das Ministerium in Aktion Einsatz für Frieden und Achtung der Menschenrechte Einsatz innerhalb der Vereinten Nationen Einsatz für Sicherheit, Abrüstung und Nichtverbreitung Humanitäre Soforthilfe Pariser Friedensforum Förderung der Menschenrechte Geschlechtergleichheit: für Frankreich eine Priorität Einsatz innerhalb der internationalen Justiz Digitale Diplomatie Förderung eines souveränen Europas La communauté politique européenne Die wichtigen internen Politikbereiche der Europäischen Union Das Europa der Verteidigung Frankreich und die Europäische Union Förderung von französischen Unternehmen und Frankreichs Attraktivität Attraktivität für internationale Studierende Die Attraktivität Frankreichs fördern Die Handelspolitik der französischen Regierung Förderung Frankreichs im Bereich Sport Stärkung von Frankreichs Spitzenposition als beliebtestes Reiseziel Unterstützung für Forschende und internationale wissenschaftliche Kooperationen Sicherstellung der französischen Kulturpräsenz Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich Ausbau der Präsenz französischer audiovisueller Medien weltweit Kulturdiplomatie Unterstützung für die Kultur- und Kreativwirtschaft Verteidigung der Frankophonie und der französischen Sprache Beitrag zu einer nachhaltigen und ausgewogenen Globalisierung Antwort auf die Klima- und Umweltkrise Kampf gegen globale Ungleichheiten Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft Globale Herausforderungen Kooperationsmaßnahmen Regionalstrategien Ein symbolträchtiges Vorhaben der kulturellen Zusammenarbeit Die deutsch-französische Zusammenarbeit wurde 1963 durch den Élysée-Vertrag institutionalisiert und durch den Vertrag von Aachen weiter verstärkt. Mit diesem Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit und Integration, der am 22. Januar 2019 unterzeichnet wurde, besiegelten die beiden Länder ihren politischen Willen, ihre Zusammenarbeit auf weitere Bereiche auszuweiten und ihre Zivilgesellschaften einander näher zu bringen. Die Gründung der Deutsch-Französischen Kulturinstitute ist eines der symbolträchtigsten Vorhaben des Vertrags von Aachen. Konkret ist im Vertragsabschnitt zur Kultur Folgendes vorgesehen: die Schaffung von vier integrierten Deutsch-Französischen Kulturinstituten in Palermo (Italien), Erbil (Region Kurdistan-Irak), Rio de Janeiro (Brasilien) und Bischkek (Kirgistan); die räumliche Zusammenlegung von fünf französischen und deutschen Instituten in Ramallah (Palästinensische Gebiete), Córdoba (Argentinien), Atlanta (USA), Glasgow (Vereinigtes Königreich) und Minsk (Belarus). Zur Umsetzung dieser neun Projekte werden die Akteure der beiden Kulturnetzwerke herangezogen, sprich die Instituts français und Alliances françaises auf französischer sowie die Goethe-Institute und Goethe-Zentren auf deutscher Seite. Das Konzept der räumlichen Zusammenlegung beruht auf der gemeinsamen Nutzung von Räumlichkeiten (z. B. räumliche Zusammenlegung von Alliances françaises und Goethe-Instituten, wie in Córdoba vorgesehen), während die integrierten Institute auf eine noch stärkere Annäherung der Partnerstrukturen abzielen. Unterstützt werden die Deutsch-Französischen Kulturinstitute vom Deutsch-Französischen Kulturfonds, der anlässlich des 40. Jubiläums des Élysée-Vertrags am 22. Januar 2003 auf den Weg gebracht wurde. Der Fonds wird von beiden Partnern gleichermaßen finanziert und fördert gemeinsame Projekte der kulturellen und diplomatischen Netzwerke der beiden Länder im Ausland. Gemeinsam durchgeführte kulturelle Aktionen Die deutsch-französischen Kulturinstitute bieten am selben Ort gemeinsam von den deutschen und französischen Partnern durchführte kulturelle Aktionen an und entwickeln eine gemeinsame Kommunikationsstrategie. Aufgrund ihres Einflusses verstärken die Deutsch-Französischen Kulturinstitute die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich in Drittländern und fördern die Verbreitung gemeinsamer demokratischer und humanistischer Werte. Damit ermöglichen sie weiterreichende außenpolitische Maßnahmen mit signifikanten Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung. Die Kulturinstitute decken ein breites Spektrum von Aktivitäten ab. Jedes von ihnen hat seine Besonderheiten, je nach den Gegebenheiten vor Ort, und bietet beispielsweise Sprachkurse, eine Mediathek, Filmclubs, thematische Diskussionen, Künstlerresidenzen, Konzerte, Ausstellungen oder Digitalwerkstätten an. Das erste deutsch-französische Kulturinstitut in Palermo Das erste integrierte deutsch-französische Kulturinstitut wurde am 14. Juni 2021 in Palermo eröffnet. An der Einweihung nahmen Jean-Baptiste Lemoyne, beigeordneter Minister für Tourismus, französische Staatsangehörige im Ausland und Frankophonie beim Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten, Michelle Müntefering, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Benedetto Della Vedova, italienischer Staatssekretär im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit, und der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, teil. Mit Unterstützung der Außenstellen des Institut français und des Goethe-Instituts in Palermo hat dieses Deutsch-Französische Kulturinstitut die Form einer Produktions- und Kreativresidenz namens „L’Atelier Panormos” angenommen, die Künstlerduos (ein deutscher und ein französischer Künstler) beherbergt. La Bottega – Atelier Panormos ist eine tragende Säule der neuen Grand Tour, an der bereits neun italienische Residenzen beteiligt sind. Innerhalb dieses Netzwerks können pro Jahr etwa dreißig junge Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Frankreich an Partnerresidenzprogrammen in Italien teilnehmen. Folgen Sie dem Deutsch-Französischen Kulturinstitut in Palermo auf Instagram. Kultur ensemble: Ein deutsch-französisches Kulturinstitut in Palermo Ein innovatives deutsch-französisches Kulturinstitut in Ramallah Am 8. Juni 2022 weihte das Deutsch-Französische Kulturinstitut in Ramallah (Palästinensische Gebiete) seine neuen, modernisierten Räumlichkeiten ein. Dieses innovative Kulturinstitut wurde im Rahmen von partizipativen Workshops entworfen, an denen Akteure der palästinensischen Zivilgesellschaft und die Teams des Institus français und des Goethe-Institut teilnahmen, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie ein Kulturinstitut im 21. Jahrhundert aussehen könnte. Die Teilnehmenden entwarfen ein Kulturinstitut, das gleichzeitig ein Ort des Lebens und der Interaktion mit gemeinsamen Arbeitsräumen sein sollte, ein Ort, an dem neue Formen des Schaffens erforscht werden können. Das Institut bietet den Einwohnern von Ramallah nicht nur die Möglichkeit, die Sprachen Molières und Goethes zu lernen, sondern beherbergt auch einen offenen Dritten Ort, der für die Zivilgesellschaft, junge Menschen, Künstler, Studenierende und Lernende konzipiert ist und einen Makerspace, ein Tonstudio und einen Bühnenraum umfasst. Der „Makerspace” bietet Workshops zu 3D-Gestaltung, Design oder erweiterter Realität (AR) an. Dort finden regelmäßig Workshops zur Gestaltung von AR-Gesellschaftsspielen oder -Büchern sowie zur Reparatur von Alltagsgegenständen („Repaircafé”) statt. Im Tonstudio können Podcasts für Online-Plattformen und „Tech Talks” produziert werden, die lokale französische und deutsche Projekte vorstellen. Der neue Bühnenraum ist für Filmvorführungen, Liveaufführungen und Diskussionsrunden vorgesehen. So trägt das deutsch-französische Kulturinstitut in Ramallah dazu bei, den Austausch über die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu beleben: Umweltschutz und Klima, Bildung von morgen oder auch der digitale und technologische Wandel. Das Kultur Café im Herzen des Dritten Ortes bietet eine „Fusion”-Speisekarte mit französischen, deutschen und palästinensischen Produkten. Dieses Deutsch-Französische Kulturinstitut vereint drei Sprachen und drei Kulturen rund um zwei gemeinsame Ziele: neue Räume für Kreativität und Innovation zu schaffen und den interkulturellen Austausch zu fördern. Damit verkörpert es die gemeinsame Verpflichtung, die bei der Unterzeichnung des Vertrags von Aachen eingegangen wurde. Transcription Fermer la transcription Einweihung des Deutsch-Französischen Kulturinstituts in Ramallah am 8. Juni 2022 (erste Reihe v.l.n.r.) Michel Miraillet, Leiter der Generalabteilung Globalisierung des Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten; Ralf Beste, Leiter der Abteilung Kultur und Gesellschaft im Auswärtigen Amt; Eva Nguyen Binh, Präsidentin des Institut français Paris, und Johannes Ebert, Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender des Goethe-Instituts. Eine verstärkte räumliche Zusammenlegung in Atlanta Nach Palermo und Ramallah wurde auf dem amerikanischen Kontinent das dritte im Vertrag von Aachen vorgesehene Deutsch-Französische Kulturinstitut eröffnet. Am 15. September 2022 nahmen mehr als 300 Personen an der Eröffnungsfeier des Deutsch-Französischen Kulturinstituts in Atlanta teil. Das neue Kulturinstitut, das sich im Stadtzentrum im Peachtree Center befindet und die Alliance française und das Goethe-Zentrum Atlanta vereint, wird ein reichhaltiges und vielfältiges Kulturprogramm anbieten und die Förderung des Erlernens der französischen und deutschen Sprache ermöglichen. Dieses gemeinsame Haus versteht sich als ein Ort, der allen offensteht, die mehr über diese beiden Kulturen erfahren möchten. Bei der Einweihung konnten die zahlreichen Gäste sehen, wie die Räumlichkeiten gestaltet wurden, um die Zusammenarbeit zwischen den beiden Teams zu stärken, insbesondere durch die Einrichtung zahlreicher Gemeinschaftsräume (Bibliothek, Arbeitsräume, Auditorium, Speisesaal usw.) und die Zusammenlegung bestimmter Funktionen. Transcription Fermer la transcription Einweihung des Deutsch-Französischen Kulturinstituts in Atlanta am 15. September 2022 durch (v.l.n.r.) Louis McBryan, Vorstandsvorsitzender des Goethe-Zentrums Atlanta; Doug Shipman, Vorsitzender des Stadtrats von Atlanta; Andrea Zell, Leiterin der Kulturabteilung Nord Amerika des Goethe-Instituts Washington; Vincent Sciama, stellvertretender Leiter des Referats Kooperationsnetzwerk und Kulturarbeit; Oliver Dorf, Exekutivdirektor des Goethe-Zentrums Atlanta; Richard Keatley, Leiter der Alliance française Atlanta; Mélanie Moltman, Generalkonsulin von Deutschland; Anne-Laure Desjonquères, Generalkonsulin von Frankreich, und Latif Oduola-Owoo, Vorsitzender der Alliance française in Atlanta. Wussten Sie schon? Über die kulturelle Zusammenarbeit hinaus pflegen das französische Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten und das deutsche Auswärtige Amt seit Langem auch eine institutionelle Zusammenarbeit. So wurden bestimmte diplomatische und konsularische Strukturen zusammengeführt und die Ressourcen im Ausland gebündelt. Seit dem beim Deutsch-Französischen Ministerrat am 12. Oktober 2006 unterzeichneten „Rahmenabkommen über die gemeinsame Unterbringung diplomatischer Missionen und konsularischer Vertretungen“ wurden mehrere diplomatische und konsularische Räumlichkeiten zusammengelegt. Zusätzliche Informationen Deutsch-französisches Internetportal france-allemagne.fr/de Referenzdokumente Élysée-Vertrag (22.01.1963)