Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft Seit mehr als einem Jahrzehnt sind die Organisationen der Zivilgesellschaft für Frankreich unumgängliche Gesprächspartner im Bereich der internationalen Beziehungen. Entwicklung Zivilgesellschaft und Ehrenamt Veröffentlicht am : 04 December 2025 Aktualisiert am : 24 March 2026 Dans cette rubrique Das Ministerium in Aktion Einsatz für Frieden und Achtung der Menschenrechte Einsatz innerhalb der Vereinten Nationen Einsatz für Sicherheit, Abrüstung und Nichtverbreitung Humanitäre Soforthilfe Förderung der Menschenrechte Gleichstellung von Frauen und Männern: für Frankreich eine Priorität Einsatz innerhalb der internationalen Justiz Digitale Diplomatie Förderung eines souveränen Europas La communauté politique européenne Die wichtigen internen Politikbereiche der Europäischen Union Das Europa der Verteidigung Frankreich und die Europäische Union Europäische Dossiers Förderung von französischen Unternehmen und Frankreichs Attraktivität Attraktivität für internationale Studierende Die Attraktivität Frankreichs fördern Die Handelspolitik der französischen Regierung Förderung Frankreichs im Bereich Sport Stärkung von Frankreichs Spitzenposition als beliebtestes Reiseziel Unterstützung für Forschende und internationale wissenschaftliche Kooperationen Sicherstellung der französischen Kulturpräsenz Ausbau der Präsenz französischer audiovisueller Medien weltweit Kulturdiplomatie Unterstützung für die Kultur- und Kreativwirtschaft Verteidigung der Frankophonie und der französischen Sprache Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich Ein neues „Festival der Frankophonie“ anlässlich des 19. Frankophonie-Gipfels, der diesmal in Frankreich ausgerichtet wird Beitrag zu einer nachhaltigen und ausgewogenen Globalisierung Antwort auf die Klima- und Umweltkrise Kampf gegen globale Ungleichheiten Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft Globale Herausforderungen Kooperationsmaßnahmen Regionalstrategien Die Organisationen der Zivilgesellschaft spielen bei der Entwicklung von Projekten und innovativen Herangehensweisen eine wichtige Rolle, stehen in engem Kontakt mit den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, sind strategische Partner bei der Reflexion über und den Plädoyers für die internationale Solidarität, wachen über die Rechenschaftspflicht der öffentlichen Hand, sind Hinweisgeber und sensibilisieren und mobilisieren die Bürgerinnen und Bürger vor Ort für internationale Themen. Das strategische Grundsatzpapier „Zivilgesellschaft und Bürgerengagement“ (2023–2027) bietet eine Analyse, Bestandsaufnahme und Prognose zur fundierten Einschätzung der großen Themen und Herausforderungen, mit denen die Organisationen der Zivilgesellschaft in unserer heutigen Welt konfrontiert sind. Die Einbindung nichtstaatlicher Organisationen in die globale Außenpolitik ist zwar nicht neu, hat in den vergangenen Jahren jedoch eine neue Stufe erreicht. Die Organisationen der Zivilgesellschaft gelten heute als zentrale Interessensträger bei großen internationalen Gipfeltreffen, wie es ihre Beteiligung 2015 an der COP21 und an den Klimakonferenzen in den darauffolgenden Jahren gezeigt hat. Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe fungieren sie als wesentliches Bindeglied zwischen den Gebern und den schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen. Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten misst dem nichtstaatlichen Charakter der Organisationen der Zivilgesellschaft und ihren Grundsätzen der Unabhängigkeit, Initiativfreiheit, freien Meinungsäußerung und Weisungsfreiheit einen hohen Stellenwert bei. Es erkennt ihre Expertise sowie ihre Innovations- und Handlungsfähigkeit auch unter schwierigen Bedingungen uneingeschränkt an und würdigt die Priorität, die sie dem Engagement vor Ort und zum Wohle der Bevölkerungen einräumen. In diesem Sinne versteht sich die französische Außenpolitik nicht nur als Außenpolitik, die auf Multilateralismus, Europa und gemeinsame Güter ausgerichtet ist, sondern ebenfalls als Außenpolitik für die Zivilgesellschaften. Daher sind die Organisationen der Zivilgesellschaften seit vielen Jahren unumgängliche Partner des Ministeriums. Was ist mit „Zivilgesellschaft“ gemeint? Auch wenn die Beziehungen zwischen dem Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten und den Nichtregierungsorganisationen eine lange Tradition haben, arbeitet das Ministerium heute mit einer Vielfalt von Akteuren im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der internationalen Kooperation zusammen. Dazu zählen insbesondere Vereine und Organisationen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Gewerkschaften, Stiftungen sowie Aufnahme- und Entsendeorganisation für Freiwilligendienste. Die Arbeit dieser Strukturen ergänzt die staatlichen Maßnahmen. Mit ihren jeweiligen Perspektiveren, Ressourcen und Zielsetzungen leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung von Armut in all ihren Formen, zur nachhaltigen Entwicklung und zur Verteidigung der Menschenrechte. Allgemeiner gesehen sind sie aktive Partner der französischen Politik im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und internationalen Kooperation. Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten legt großen Wert darauf, selbst im Dialog mit all diesen Akteuren zu stehen, fördert jedoch gleichzeitig auch deren Vernetzung und die Entwicklung von Multi-Stakeholder-Initiativen. Ziel dabei ist es, die Entwicklung neuer Dynamiken und hybrider und innovativer Vorgehensweisen zu begünstigen. In Bereichen wie der Sozial- und Solidarwirtschaft beschleunigen die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen, die Sharing Economy, das Bürgerengagement durch digitale Medien sowie das Zusammenwirken vielfältiger zivilgesellschaftlicher Akteure mit verschiedenen Profilen und Arbeitsweisen die Entwicklung innovativer Lösungen. Diese Multi-Stakeholder-Dynamik besteht ebenfalls auf strategischer Ebene. Aufgabe des 2014 eingerichteten Nationalen Rates für Entwicklung und internationale Solidarität (CNDSI) ist es, die Abstimmung zwischen den verschiedenen Bestandteilen der französischen Zivilgesellschaft und dem Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten zu den Leitlinien, Zielsetzungen und Mitteln der französischen Politik im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und der internationalen Kooperation zu koordinieren. Zivilgesellschaft als Ausdruck von Staatsbürgerschaft und unverzichtbarer Akteur der internationalen Solidarität und Entwicklung Der Ausdrucks- und Handlungsspielraum der Zivilgesellschaften ist ein wichtiger Indikator für den Grad der demokratischen Offenheit eines Staates. Vor diesem Hintergrund setzt sich das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten im Austausch mit seinen Gesprächspartnern für die Einbeziehung zivilgesellschaftlicher und nichtstaatlicher Stimmen ein. Ebenso tritt es für die Vereinigungsfreiheit und freie Meinungsäußerung der Zivilgesellschaften ein – unabhängig davon, ob diese organisiert sind oder nicht. Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten engagiert sich nachdrücklich für die weitere Vertiefung der Partnerschaften mit sämtlichen Akteuren der Zivilgesellschaft und widmet diesbezüglich dem Dialog mit der Diaspora und den jungen Menschen eine besondere Aufmerksamkeit. Initiativen und Programme im Bereich der freiwilligen Bürgerbeteiligung und der Erziehung zu Staatsbürgerschaft und internationaler Solidarität (ECSI) bilden eine zentrale Grundlage für Vereinsarbeit und ermöglichen es, auf die großen Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren und die Nachhaltigkeitsziele erfolgreich umzusetzen. Für Frankreich erfüllt die Zivilgesellschaft drei wesentliche Aufgaben in Ergänzung des staatlichen Handelns Mobilisierung, Fürsprache und Expertise im Austausch mit den Behörden für eine Einflussnahme auf nationale Politik, Aktionen multilateraler Akteure und internationale Verhandlungen Aktionen vor Ort durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung der Menschenrechte, humanitäre und entwicklungspolitische Einsätze sowie die Bereitstellung von Fachwissen Sensibilisierung und Schulung unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger auf Grundlage der verschiedenen Freiwilligendienste, die von den Akteuren im Bereich der internationalen Kooperation angeboten werden. Die Freiwilligenarbeit trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen, interkulturelle Kompetenzen zu fördern und die Entwicklungsakteure von morgen auszubilden.