Unternehmen und Investieren in Frankreich

Frankreich bietet ausländischen Unternehmen und Investoren zahlreiche Vorteile. Seine wirtschaftliche Attraktivität verbucht einen enormen Anstieg und überzeugt immer mehr ausländische Investoren. Dem Ranking der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge befand sich Frankreich 2018 unter den „Top 5“ der attraktivsten Länder für große ausländische Investoren. Ein Porträt der französischen Wirtschaft – weg von den Klischees!

Veröffentlicht am : 23 March 2020 Aktualisiert am : 23 Februar 2026

Frankreich bietet ausländischen Unternehmen und Investoren zahlreiche Vorteile.
Seine wirtschaftliche Attraktivität verbucht einen enormen Anstieg und überzeugt immer mehr ausländische Investoren. Dem Ranking der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge befand sich Frankreich 2018 unter den „Top 5“ der attraktivsten Länder für große ausländische Investoren. Ein Porträt der französischen Wirtschaft – weg von den Klischees!

Sechs Fakten über die französische Wirtschaft, um mit Vorurteilen aufzuräumen!

1. Frankreich ist eine Weltwirtschaftsmacht 

Mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2 762 Mrd. US-$ im Jahr 2019 ist Frankreich die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, nach den USA, China, Japan, Deutschland, Indien und dem Vereinigten Königreich (IWF, April 2019), und mit über 67 Mio. Verbrauchern der zweitgrößte Markt in Europa. Unter den 500 größten Unternehmen der Welt befinden sich 29 französische (Fortune Global 500, 2017). Denn die französische Wirtschaft umfasst nicht nur die allgemein bekannten Branchen der Luxuswaren und Nahrungsmittel, sondern auch das Banken- und Versicherungswesen sowie den Energie- und Automobilsektor.

2. Frankreich ist offen für ausländische Investoren und befindet sich im Herzen Europas

Jede Woche wählen 21 Unternehmen Frankreich als Standort für Neuansiedlungen. Über 28 000 Unternehmen mit ausländischem Kapital sind in Frankreich niedergelassen und beschäftigen 11 % aller Arbeitnehmer. Diese Unternehmen machen 21 % der Tätigkeiten in der Industrie aus, 30 % der französischen Exporte und 21 % der Inlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE). Was den Bestand ausländischer Direktinvestitionen (ADI) im Inland betrifft, rangiert Frankreich weltweit auf Platz 11 (Quelle: UNCTAD, 2019).

Im Jahr 2018 nahm Frankreichs Attraktivität weiter zu, verbuchte 1 323 ausländische Direktinvestitionsprojekte und übertraf damit die Zahl von 2017 (1 298), die ihrerseits bereits ein Rekord war. Frankreich ist nunmehr nach dem Vereinigten Königreich und vor Deutschland das zweitattraktivste Land in Europa (Quelle: EY-Barometer, Juni 2019).

Als Gründungsmitglied der Europäischen Union und der Eurozone verfügt Frankreich unter anderem über einen bevorzugten Zugang zum europäischen Binnenmarkt und zu den EU-Partnern. Seine strategische geographische Lage sowie seine hochwertigen Verkehrsinfrastrukturen machen es zu einem Dreh- und Angelpunkt, der einen einfachen Zugang zu anderen Ländern, Kontinenten und Wirtschaftsräumen wie z. B. dem EMEA-Raum (Europa, Naher Osten, Afrika) ermöglicht. Frankreich belegte laut dem Global Competitiveness Report (PDF – 8,56 MB) 2019 den 9. Platz von 137 Volkswirtschaften hinsichtlich der Qualität seiner Infrastruktur und stieg damit auf Platz 15 im Gesamtranking auf.

3. Paris ist der wichtigste Finanzplatz in der Europäischen Union

Nach Peking und Tokio und vor London und New York rangiert Paris mit 27 Unternehmenssitzen auf Platz 3 der Top 500 der Städte mit den meisten Unternehmenssitzen. Mit Asset Management-Geschäftsaktivitäten von 4 000 Mrd. Euro (sprich mehr als das 1,5-fache des französischen BIP) gilt Paris als globaler Finanzplatz und europäischer Marktführer für Risikokapital (3,6 Mrd. Euro im Jahr 2018). Im Jahr 2016 investierte Paris 12,4 Mrd. Euro in 1 400 Unternehmen und hat damit, was Kapitalinvestitionen in der EU betrifft, einen Spitzenplatz inne. Unter den Top 20 der größten Banken der Welt befinden sich 4 französische.

4. Frankreich ist ein Unternehmerland

Frankreich ist das Land in Europa, in dem die meisten Unternehmen gegründet werden. Im Jahr 2018 erreichte die Zahl der Neugründungen in Frankreich einen Rekordwert von 691 000, was auf einen Anstieg der Kleinstunternehmen um 28 % sowie der traditionellen Einzelunternehmen um 20 % zurückzuführen ist. Die Unternehmensgründung dauert in Frankreich lediglich 3,5 Tage, im Gegensatz zu 4,5 im Vereinigten Königreich und 10,5 in Deutschland. Die „unternehmerischen Absichten“ der Französinnen und Franzosen sind eine der am stärksten ausgeprägten in Europa. Im Jahr 2018 gaben 50 % der 18- bis 24-Jährigen an, ein Unternehmen gründen zu wollen. Mit der Station F, die der weltgrößte Inkubator werden soll (mit einer Unterbringungskapazität von 1000 Start-ups), behauptet sich Frankreich als „Start-up-Nation“.

5. Frankreich verfügt über besonders qualifizierte und produktive Arbeitskräfte

Frankreich investiert massiv in sein Bildungssystem (5 % seines BIP). Es verfügt über hochqualifizierte Arbeitskräfte mit großer Anpassungsfähigkeit und Kompetenzen im Bereich der neuen Technologien, die für das Produktivitätswachstum unerlässlich sind. Insgesamt verfügen 44,7 % der 25- bis 34-Jährigen und 33,5 % der 25- bis 64-Jährigen über einen Hochschulabschluss. Zudem befindet sich Frankreich weltweit auf Platz 7, was die Stundenproduktivität der Arbeitskräfte anbelangt, und rangiert damit vor Deutschland (Platz 8) und dem Vereinigten Königreich (Platz 18) (Quelle: The Conference Board, 2017).
Von den befragten Führungskräften ausländischer Unternehmen sind 86 % der Meinung, dass die Ausbildung und die Qualifikation der Arbeitskräfte in Frankreich attraktiv sind.

6. Frankreich ist ein innovationsfreudiges Land

Mit Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) in Höhe von 2,2 % des BIP rangiert Frankreich dem World Competitiveness Yearbook 2018 zufolge weltweit auf Platz 6 (nach den USA, China, Japan, Deutschland und Südkorea). Die fünf Branchen, in denen am meisten in FuE investiert wird, sind die Automobilbranche, die Luft- und Raumfahrt, die Pharmaindustrie, Wissenschaft und Technik sowie Datenverarbeitung und Informationsdienstleistungen. Frankreich verfügt darüber hinaus über hohe Kompetenzen in zukunftsträchtigen Bereichen wie Biotechnologie und Umwelttechnologien.
Im Jahr 2018 gehörten sieben französische Player zu den 100 innovativsten Unternehmen der Welt (CEA, Alstom, Airbus, Safran, Saint-Gobain, Thales und Total).

Im Jahr 2018 waren 144 FuE-Zentren in Frankreich angesiedelt, was einem Anstieg von 85 % im Vergleich zu 2017 entspricht. Somit ist Frankreich dem EY-Attraktivitätsbarometer 2019 zufolge das attraktivste Land für innovative Investitionen in Europa und behauptet immer stärker seine zentrale Rolle in der europäischen FuE- und Innovationswirtschaft. Frankreich zieht mehr Projekte als Deutschland und das Vereinigte Königreich zusammen an.

Die wissenschaftliche Exzellenz des Landes kommt darin zum Ausdruck, dass sich zahlreiche FuE-Zentren großer Konzerne für Frankreich als Standort entscheiden. So haben sich z. B. mehrere große ausländische Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnik für Paris als Standort ihrer Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) entschieden. Das gilt unter anderem für Facebook (2015), aber auch für Google, Fujitsu und Samsung sowie für Microsoft, das gemeinsam mit Simplon ein ambitioniertes Ausbildungsprogramm in Frankreich vorantreibt, mit dem über 400 000 Menschen mit unterschiedlichsten Profilen mit den Aspekten der KI vertraut gemacht werden sollen. Beim „Choose France“-Gipfeltreffen 2020 kündigte der Konzern Ericsson die Eröffnung eines neuen FuE-Zentrums in Massy an, das sich hauptsächlich auf die Entwicklung von 5G-Software und die Sicherheit dieses neuen Mobilfunkstandards konzentriert und bis Ende 2022 die Schaffung von 300 neuen Arbeitsplätzen vorgesehen hatte.

Die französische Regierung setzte sich 2017 das Ziel, Frankreich zu einer „Start-up-Nation“ zu machen. So richtete sie am 15. Januar 2018 einen Fonds mit 10 Mrd. Euro für die Finanzierung von Innovationen ein, in den Erlöse aus dem Verkauf staatlicher Vermögenswerte fließen sollen.

Mehr über die Initiative „French Tech“ für Start-ups und internationale Talente

Ein großer Investitionsplan für den Zeitraum 2018 - 2022 in Höhe von 57 Mrd. Euro zur Unterstützung der Strukturreformen und zur Vorbereitung Frankreichs auf die Herausforderungen der Zukunft

Der Plan beruht auf vier Schwerpunkten:
20 Mrd. Euro für die Beschleunigung des ökologischen Wandels (Verbesserung der Mobilität und Steigerung der Produktionskapazitäten für erneuerbare Energien)
15 Mrd. Euro für den Aufbau einer Kompetenzgesellschaft (Ausbildung und Verbesserung der Grundausbildung)
13 Mrd. Euro für die Stärkung von Innovation als Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit (Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und unternehmensinterner Innovationen)
9 Mrd. Euro für den Aufbau des digitalen Staats (Verbesserung von Qualität und Zugang der öffentlichen Dienste, Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialsystem)

Business France ist mit der Förderung und Betreuung ausländischer Investitionen in Frankreich sowie der internationalen Entwicklung der französischen Wirtschaft betraut. Es handelt sich dabei um eine öffentliche Einrichtung, die dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, dem Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten sowie den Ministerien für auswärtige Angelegenheiten, Wirtschaft und Finanzen sowie Raumordnung untersteht . Sie hat Niederlassungen in Frankreich und 70 weiteren Ländern und wirbt für die Attraktivität Frankreichs, seiner Unternehmen und seiner Regionen.

Informationen über die Bedingungen für eine Niederlassung in Frankreich

Im Welcome Office, dem Ansprechpartner für internationale Talente bei Business France, erhalten Sie alle notwendigen Informationen über:

  • das Leben in Frankreich
  • die Aufenthaltsbedingungen und Voraussetzungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt
  • das Steuerwesen für natürliche Personen
  • die soziale Absicherung
  • und sämtliche nützliche Informationen für den Alltag (Schulsystem, Wohnen, Führerschein usw.