Diplomatische Archive in Nantes und La Courneuve

Die diplomatischen Archive in Nantes und La Courneuve.

Veröffentlicht am : 05 December 2025 Aktualisiert am : 10 April 2026

Umzug des Archivs

Im Laufe der Jahre erwies sich die Unterbringung des diplomatischen Archivs in den Pariser Räumlichkeiten als immer weniger geeignet. Es ergab sich die Notwendigkeit, nach einem neuen Standort zu suchen, der die Möglichkeit bot:

  • das Archiv der Zentrale, das mittlerweile auf acht verschiedene Standorte verteilt war, an einem einzigen Standort zusammenzufassen,
  • den Zugang für die Öffentlichkeit zu vereinfachen,
  • einen besseren Arbeitsbereich für Besucher und Mitarbeitende zu schaffen,
  • die Bestände der Bibliothek Forschenden zugänglich zu machen,
  • die Konservierung der Bestände unter optimalen Bedingungen zu gewährleisten,
  • die Bestände aufzuwerten.

Mehrere Orte wurden ins Auge gefasst und wieder verworfen.

Der Standort La Courneuve

Die Wahl des Standorts in La Courneuve – einem Pariser Vorort – wurde von Außenminister Hubert Védrine im Jahr 2000 getroffen. Im Jahr 2001 wurde ein Architekturwettbewerb gestartet, der zur Auswahl des Projekts von Architekt Henri Gaudin führte. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2006; übergeben wurde das neue Gebäude am 1. Januar 2009.

Das diplomatische Archiv ist in zwei Hauptbereiche gegliedert: ein siebenstöckiges Gebäude, das die Magazine des diplomatischen Archivs enthält, und ein offener Bereich, in dem die Büros sowie die Lesebereiche und Konferenzräume für die Öffentlichkeit untergebracht sind.

Es stehen 250 Plätze in zwei Sälen (Originale und Ersatzmedien) zur Verfügung, darüber hinaus gibt es einen Saal für Inventare und Nachschlagewerke.

Chronologie des Projekts 

  • 2000: Entscheidung von Außenminister Hubert Védrine, in der näheren Umgebung von Paris ein Gebäude für das Archiv der Ministeriumszentrale errichten zu lassen
  • 2001: Ankauf eines Grundstücks mit 2,3 ha in La Courneuve (Standort des früheren Rangierbahnhofs von Aubervilliers-La Courneuve) und Architekturwettbewerb; Henri Gaudin (Rugby- und Fußballstadion Charléty, Guimet-Museum, Archiv der Stadt Paris) gewinnt den Wettbewerb
  • 2003: Erteilung der Baugenehmigung
  • 2003: Vertrag über die Finanzierung und Bauträgerschaft mit dem Konzern ICADE-Léon Grosse
  • 2005 (Oktober): Beginn der Bauarbeiten
  • 2009 (Januar): Beginn des Archivumzugs
  • 2009 (Februar): Umzug der Mitarbeitenden
  • 2009 (April): Neuordnung der Leitung
  • 2009 (Juni): Einweihung und Wiedereröffnung für die Öffentlichkeit
  • 2010 (März): Zugang zur Bibliothek für die Öffentlichkeit
  • 2010 (Juni): Abschluss des Archivumzugs

Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten feiert sein 60-jähriges Bestehen in Nantes

Im Jahr 2025 fand das 60-jährige Bestehen des Standorts des Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten in Nantes statt. Aus diesem Anlass organisierte das Ministerium zwischen dem 10. und 15. März 2025 eine einwöchige Veranstaltung, bei der die Rolle dieses Standorts im Alltag der Französinnen und Franzosen in Frankreich und im Ausland hervorgehoben werden sollte. 
Der Standort Nantes des Ministeriums ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Verwaltungszentren geworden, in dem knapp 1200 Mitarbeitende die zentralen diplomatischen und konsularischen Aufgaben erfüllen.