Kampf gegen globale Ungleichheiten Angesichts der Auswirkungen der globalen Krisen, von denen heute alle Kontinente betroffen sind, schafft Frankreich die notwendigen Voraussetzungen, um die globalen Ungleichheiten wirksamer zu bekämpfen und die globalen öffentlichen Güter zu schützen. Hierzu hat das Parlament am 20. Juli 2021 das Programmgesetz über solidarische Entwicklung und Bekämpfung globaler Ungleichheiten endgültig verabschiedet, das vom Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten Jean-Yves Le Drian vorgelegt wurde. Entwicklung Bekämpfung von Armut Veröffentlicht am : 04 December 2025 Aktualisiert am : 31 March 2026 Dans cette rubrique Das Ministerium in Aktion Einsatz für Frieden und Achtung der Menschenrechte Einsatz innerhalb der Vereinten Nationen Einsatz für Sicherheit, Abrüstung und Nichtverbreitung Humanitäre Soforthilfe Förderung der Menschenrechte Gleichstellung von Frauen und Männern: für Frankreich eine Priorität Einsatz innerhalb der internationalen Justiz Digitale Diplomatie Förderung eines souveränen Europas La communauté politique européenne Die wichtigen internen Politikbereiche der Europäischen Union Das Europa der Verteidigung Frankreich und die Europäische Union Europäische Dossiers Förderung von französischen Unternehmen und Frankreichs Attraktivität Attraktivität für internationale Studierende Die Attraktivität Frankreichs fördern Die Handelspolitik der französischen Regierung Förderung Frankreichs im Bereich Sport Stärkung von Frankreichs Spitzenposition als beliebtestes Reiseziel Unterstützung für Forschende und internationale wissenschaftliche Kooperationen Sicherstellung der französischen Kulturpräsenz Ausbau der Präsenz französischer audiovisueller Medien weltweit Kulturdiplomatie Unterstützung für die Kultur- und Kreativwirtschaft Verteidigung der Frankophonie und der französischen Sprache Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich Ein neues „Festival der Frankophonie“ anlässlich des 19. Frankophonie-Gipfels, der diesmal in Frankreich ausgerichtet wird Beitrag zu einer nachhaltigen und ausgewogenen Globalisierung Antwort auf die Klima- und Umweltkrise Kampf gegen globale Ungleichheiten Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft Globale Herausforderungen Kooperationsmaßnahmen Regionalstrategien Warum ein Gesetz zu solidarischer Entwicklungspolitik? Die Covid-19-Krise hat uns die globalen Herausforderungen vor Augen geführt, denen alle Gesellschaften, im Norden wie im Süden, gegenüberstehen: die Entstehung von Pandemien aufgrund der Zerstörung der biologischen Vielfalt, die Zunahme von Ungleichheiten, Armut und Ernährungsunsicherheit, sowie die unfreiwilligen Migrationen und das Aufkommen von Radikalismus, dem die Krisen als Nährboden dienen. Es liegt in unser aller Interesse, so frühzeitig wie möglich zu handeln, um diesen Krisen, von denen alle Kontinente und alle Bevölkerungsgruppen betroffen sind, vorzubeugen. Wir haben ein gemeinsames Interesse daran, dass uns der Wandel unserer Wachstumsmodelle gelingt und diese widerstandsfähig, inklusiv und nachhaltig werden. Bei diesen gemeinsamen Bemühungen müssen wir den fragilsten Ländern, insbesondere in Afrika, eine besondere Aufmerksamkeit schenken. Wir sind ihnen gegenüber zu Solidarität verpflichtet. Das steht auch im direkten Interesse der französischen Bürgerinnen und Bürger. Deshalb hat die Regierung beschlossen, größere Anstrengungen zu unternehmen, um stärker in die globalen öffentlichen Güter und die Bekämpfung von globalen Ungleichheiten zu investieren. Dieses Programmgesetz über solidarische Entwicklung und Bekämpfung globaler Ungleichheiten verweist darauf, dass die Entwicklungspolitik ein wichtiger Pfeiler der Außenpolitik Frankreichs ist. Es soll das Gesetz vom 7. Juli 2014 über Entwicklungspolitik und internationale Solidarität ersetzen und spiegelt unsere Bereitschaft wider, mit mehr Mitteln und neuen Methoden die Wirksamkeit unserer Maßnahmen vor Ort für die fragilsten Bevölkerungsgruppen sicherzustellen. Frankreich ist es außerdem ein Anliegen, durch die Glaubwürdigkeit seines politischen und finanziellen Engagements weiterhin breit angelegte Bündnisse zu mobilisieren, um sich stärker für den Schutz der globalen öffentlichen Güter (Klima, Gesundheit, Bildung usw.) einzusetzen. Genau das hat Frankreich 2019 im Rahmen seines G7-Vorsitzes und seit 2020 im Zuge der Reaktion auf die Covid-19-Krise und zur Unterstützung einer dauerhaften Erholung nach der Krise getan. 5 Schlüsselelemente zum Verständnis des Gesetzesentwurfs über solidarische Entwicklung (auf Französisch) Was sind die Schwerpunkte des Programmgesetzes über solidarische Entwicklung und Bekämpfung globaler Ungleichheiten? 1/ Frankreich gibt sich als fünftgrößter Geldgeber weltweit die Mittel an die Hand, um globale Ungleichheiten wirksamer zu bekämpfen und die globalen öffentlichen Güter zu schützen Um unsere Investitionen in den Schutz der globalen öffentlichen Güter und die Vorbeugung von Krisen erhöhen zu können, brauchen wir Vorhersehbarkeit und klare finanzielle Vorgaben: Zum ersten Mal stattet sich Frankreich mit einem Programmgesetz aus, in dem die Haushaltsmittel für die Entwicklungspolitik festgelegt sind. Mit diesem Gesetzesentwurf wird die vom französischen Staatspräsidenten eingegangene Verpflichtung umgesetzt, 2022 0,55 % des Bruttonationaleinkommens (BNE) für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufzuwenden, während sich der Anteil aktuell auf 0,44 % beläuft. Frankreichs Ziel ist es, bis 2025 0,7 % des BNE für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Durch die Erhöhung der Mittel wird Frankreich die fragilsten Länder, insbesondere in Afrika, auf ihrem Weg zu widerstandsfähigeren, inklusiveren und nachhaltigeren Wachstumsmodellen begleiten können. Außerdem hat Frankreich dadurch die Möglichkeit, Investitionen in multilaterale Fonds zu tätigen, um sich stärker für die Themen Klimaschutz, Gesundheit, Bildung und Geschlechtergleichstellung einzusetzen. 2/ Klar definierte geografische und sektorspezifische Prioritäten Die Spendenmittel werden in erster Linie den fragilsten Ländern zugutekommen und insbesondere an 19 Schwerpunktländer gehen, die allesamt zur Kategorie der am wenigsten entwickelten Länder gehören und größtenteils in Subsahara-Afrika liegen. Frankreich verstärkt auch seine Investitionen in andere Entwicklungs- und Schwellenländer, um die globalen öffentlichen Güter zu schützen. Durch die Investition in multilaterale Organisationen und Fonds wird Frankreich auf die globalen Herausforderungen reagieren können, von denen alle Kontinente betroffen sind: Klima und Biodiversität, Gesundheit, Sicherheitskrisen und Fragilität, Gleichstellung von Frauen und Männern, Bildung. 3/ Stärkere Partnerschaften, um spürbare Auswirkungen vor Ort sicherzustellen Mit den Partnerländern, insbesondere in Afrika, gehen wir Partnerschaften ein, die auf den Grundsätzen der Eigenverantwortlichkeit und der geteilten Interessen aufbauen. Diese beziehen alle Entwicklungsakteure mit ein (Gebietskörperschaften, NGOs, Stiftungen, Privatwirtschaft usw.), mitunter in den Partnerländern, die vor Ort Ergebnisse erzielen und bei diesen Bemühungen um Solidarität eine wichtige Rolle spielen. 4/ Eine verstärkte Steuerung im Dienste unserer strategischen Leitlinien Die Steuerung der Entwicklungspolitik soll verstärkt werden, und zwar sowohl auf zentraler Ebene als auch vor Ort. In den Partnerländern werden die französischen Botschafterinnen und Botschafter einem lokalen Entwicklungsrat vorsitzen, um die Kohärenz der Anstrengungen aller Akteure des „Teams Frankreich im Ausland“ im Rahmen einer einheitlichen Strategie sicherzustellen. 5/ Mehr Transparenz und eine bessere Überwachung der Ergebnisse vor Ort Um die Ergebnisse, die Wirksamkeit und die Auswirkungen unserer Maßnahmen besser bewerten zu können, wird eine Evaluierungskommission der Entwicklungspolitik eingerichtet. 6/ Eine gesteigerte Attraktivität Frankreichs als Standort für internationale Institutionen Dieses Gesetz macht Frankreich zu einem attraktiven Standort für internationale Institutionen, insbesondere für diejenigen, die eine zentrale Rolle in der internationalen Entwicklungsagenda und bei der Förderung globaler öffentlicher Güter spielen. 7/ Die Schaffung der Regelung zur Rückführung „unrechtmäßig erworbener Vermögenswerte“ Diese neue Regelung sieht vor, dass der Erlös aus der Veräußerung „unrechtmäßig erworbener Vermögenswerte“ zur Bereitstellung von Mitteln zur Finanzierung von Kooperations- und Entwicklungsmaßnahmen führen wird, die den betroffenen Bevölkerungen unmittelbar zugutekommen sollen. Das Parlament wird die Anwendung dieses Rückführungsmechanismus jedes Jahr überprüfen, um Transparenz und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten. Das Gesetz über Entwicklungspolitik: das Ergebnis eines umfassenden Konsultationsprozesses Dieses Gesetz ist das Ergebnis eines breiten Konsultationsprozesses mit allen Akteuren der internationalen Entwicklung und Solidarität, der von Jean-Yves Le Drian, Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten, und Jean-Baptiste Lemoyne, Staatssekretär für Tourismus, französische Staatsangehörige im Ausland und Frankophonie, angeleitet wurde. Teil dessen waren: das nationale Forum für die Erneuerung der Entwicklungspolitik, das am 22. Februar 2018 veranstaltet wurde und bei dem gemeinsam mit den NGOs, Vereinigungen und öffentlichen Einrichtungen eine Bilanz aus dem Gesetz von 2014 gezogen werden konnte; 3 außerordentliche Sitzungen des Nationalen Rats für Entwicklung und internationale Solidarität, die unter dem Vorsitz des Ministers bzw. des Staatssekretärs am 16. November 2018, am 22. März 2019 und am 18. Februar 2020 stattfanden; mehrere Sitzungen der Nationalen Kommission für dezentralisierte Zusammenarbeit , die dem Gesetzesentwurf gewidmet waren; dezentralisierte Workshops mit der Zivilgesellschaft und den lokalen Gebietskörperschaften in Dijon und Marseille. Auch parlamentarische Abgeordnete haben sich an diesen Überlegungen über die Erneuerung der Entwicklungspolitik beteiligt: Hervé Berville mit seinem Bericht über die Modernisierung der partnerschaftlichen Entwicklungspolitik (August 2018); Bérengère Poletti und Rodrigue Kokouendo mit ihrem Informationsbericht über die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (Juni 2018). Weitere Informationen : Der im Journal officiel vom 04.08.21 veröffentlichte Text des Programmgesetzes über solidarische Entwicklung und Bekämpfung globaler Ungleichheiten (auf Französisch) Zum Gesetzgebungsverfahren in Bezug auf das Programmgesetz über solidarische Entwicklung und Bekämpfung globaler Ungleichheiten (auf Französisch) Geografische Prioritäten Um die Wirksamkeit seiner Entwicklungspolitik sicherzustellen, passt Frankreich diese an die Vielfältigkeit der Situationen und Bedürfnisse seiner... Sektorspezifische Prioritäten Frankreich orientiert sich in seinem Vorgehen an den fünf großen Prioritäten, die vom Interministeriellen Komitee für internationale... Die sektorspezifischen und bereichsübergreifenden Entwicklungsstrategien Die Schwerpunktbereiche der französischen Entwicklungspolitik finden sich in den mehrjährigen sektorspezifischen und bereichsübergreifenden... Frankreich schafft einen neuen Mechanismus für die Rückführung „unrechtmäßig erworbener Vermögenswerte“ Als „unrechtmäßig erworbene Vermögenswerte“ werden zusammenfassend alle Vermögenswerte bezeichnet, die von ausländischen politischen Persönlichkeiten oder ihnen Nahestehenden unrechtmäßig, sprich durch Korruption, Veruntreuung von Geldern oder andere Wirtschaftsvergehen in ihren Herkunftsländern, erlangt wurden. Frankreich wird die Einnahmen aus der Veräußerung dieser...