Frankreich und die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) wurde 1944 geschaffen. Frankreich ist Gründungsmitglied und sechstgrößter Beitragszahler der Organisation. Seit der Gründung der ICAO ist Frankreich als Staat von maßgeblicher Bedeutung für den internationalen Luftverkehr ununterbrochen im Rat der Organisation vertreten.

Veröffentlicht am : 23 March 2026 Aktualisiert am : 22 April 2026

Source : OACI

Frankreich als anerkannter Akteur der zivilen Luftfahrt

Bereits 1947 demonstrierte Frankreich seine Rolle als anerkannter Akteur der zivilen Luftfahrt: Der Franzose Albert Roper wurde zum ersten Generalsekretär der Organisation gewählt und bekleidete diesen Posten für zwei Amtszeiten (1944–1951). Zuvor war er zudem der einzige Generalsekretär der Internationalen Kommission für Flugnavigation (ICAN), die 1922 eingerichtet wurde und als Vorläuferorganisation der ICAO gilt. In den folgenden Jahren übten auch Yves Lambert (1976–1988) und in jüngerer Vergangenheit Raymond Benjamin (2009–2015) dieses Amt aus. Demnach hatten seit 1947 drei Franzosen für einen Zeitraum von insgesamt 25 Jahren das Amt des Generalsekretärs der ICAO inne.

Ebenso wurde in die Luftfahrtkommission, die zwar keine staatlichen Interessen vertritt, sondern unabhängige technische Expertise bündelt, seit den Anfängen der Organisation stets ein französischer Experte gewählt. Mehrere französische Kommissionsmitglieder haben zudem den Vorsitz der Kommission übernommen: Daniel Galibert zweimal, 2003 und 2004, sowie Farid Zizi dreimal zwischen 2014 und 2016.

Beitrag französischer Experten zur Weiterentwicklung der ICAO

Aufgrund ihrer Erfahrung und der nationalen Expertise sind französische Experten heute in allen Fachpanels der ICAO sowie in zahlreichen Arbeitsgruppen vertreten und leisten so einen Beitrag zur Umsetzung der fünf strategischen Ziele der Organisation.

Als Partner der ICAO-Initiative „No Country Left Behind“ führt Frankreich zahlreiche bilaterale Unterstützungsprogramme für verschiedenen ICAO-Mitgliedstaaten durch, insbesondere im Rahmen seiner 50 Kooperationsabkommen. Dabei kann sich Frankreich insbesondere auf die französische Hochschule für zivile Luftfahrt (ENAC) stützen, bei der es sich um ein regionales Exellenzzentrum des Programms ICAO TRAINAIR PLUS handelt, das jedes Jahr 3000 Studierende aufnimmt, davon 45 Prozent aus dem Ausland.

Darüber hinaus unterstützt Frankreich die Arbeit der ICAO durch die unentgeltliche Entsendung französischer Fachexperten und leistet dabei den drittgrößten personellen Beitrag eines Staates zur Organisation. Im Jahr 2018 wurde dieser Beitrag auf 1,3 Millionen kanadische Dollar geschätzt.

Programme mit französischer Beteiligung

Auf freiwilliger Basis beteiligt sich Frankreich an mehreren Unterstützungsprogrammen der ICAO sowie an Initiativen zur Förderung ihrer strategischen Ziele:

  • Frankreich unterhält eine langjährige Partnerschaft mit der Agentur für die Sicherheit des Flugverkehrs in Afrika und Madagaskar (ASECNA). Diese 1959 gegründete Agentur ist für das Management der Lufträume ihrer Mitgliedstaaten zuständig. Ziel dieser Partnerschaft ist es, die Maßnahmen der ASECNA zu unterstützen, deren Aufgabe es ist, die Qualität der Dienstleistungen für die Nutzer des Luftverkehrs, insbesondere im Hinblick auf die Flugsicherheit, zu verbessern. Darüber hinaus soll der ASECNA durch Studien, Schulungsmaßnahmen und Expertenaustausch dabei geholfen werden, die Umsetzung eines „einheitlichen afrikanischen Luftraums“ voranzutreiben. So sind Frankreich und die ASECNA seit 2012 Partner im Rahmen des von der ICAO initiierten Programms für Flugverfahren in Afrika (AFPP), das darauf abzielt, die Ziele der Resolution 37-11 der ICAO-Versammlung dauerhaft umzusetzen, insbesondere im Bereich der leistungsbasierten Navigation.
  • Am 26. Mai 2016 unterzeichnete die französische zivile Luftfahrtbehörde (DGAC) mit der ICAO im Rahmen der „No Country Left Behind“-Initiative ein Kooperationsabkommen im Bereich Ausbildung. Die DGAC hat sich dabei zu einem mehrjährigen Engagement verpflichtet, um Ausbildungsprogramme für interessierte zivile Luftfahrtbehörden anzubieten.
  • Zur Verringerung der Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs verabschiedete die ICAO 2016 das System zur Verrechnung und Reduzierung von CO2 für die internationale Luftfahrt (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation, kurz CORSIA). Frankreich unterstützt Staaten, die auf seine Expertise in diesem Bereich zurückgreifen möchten, durch Ausbildungsmaßnahmen und technische Hilfe (bis dato 24 Staaten in Subsahara-Afrika und der arabischen Welt).

DIE ICAO in Kürze

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und für die Festlegung des globalen Rechtsrahmens der internationalen zivilen Luftfahrt zuständig. Sie hat ihren Sitz in Montreal (Kanada) und zählt 193 Mitgliedstaaten.
Sie wurde 1944 auf Grundlage des Abkommens von Chicago gegründet. Heute liegt ihr Hauptaugenmerk darauf, den sicheren Betrieb von rund 100 000 täglichen Flügen weltweit zu gewährleisten. Darüber hinaus hat die ICAO folgende Aufgaben:

Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs der Flugsicherung für einen Ausbau des Luftverkehrs

Bekämpfung terroristischer Bedrohungen und böswilliger Handlungen bei gleichzeitiger Umsetzung nützlicher Maßnahmen zur Erleichterung von Flugreisen

- Einführung von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen gleichberechtigteren Zugang zum globalen Luftraum

- Begrenzung der Umweltauswirkungen des Luftverkehrs

Weitere Informationen auf der Website der ICAO (auf Englisch)