Arktis

Frankreichs Arktispolitik

Date de mise à jour le : 19 January 2026 Information toujours valable à la date du jour

Frankreich: eine Polarnation

Eines der ersten Länder, die in der Arktis eine Forschungsbasis eingerichtet haben

Frankreich konnte sich aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen in der Erforschung und Erkundung des hohen Nordens als Polarnation behaupten. Frankreich ist dauerhaft durch Forscher in der Arktis und Antarktis vertreten. Alle von Frankreichs Landesinfrastrukturen und logistischen Mittel im Polargebiet werden vomfranzösischen Polarinstitut Paul-Emile Victor (IPEV) verwaltet.(IPEV)->https://institut-polaire.fr/fr/]

Frankreich verfügt seit 1963 über eine Forschungsbasis auf der norwegischen Halbinsel Svalbard, wo es zusammen mit Deutschland in der internationalen Forschungssiedlung Ny-Ålesund eine dauerhafte Station hat: die AWIPEV-Forschungsbasis. Außerdem verfügt Frankreich mit der Außenstation Jean Corbel, die 5 km von Ny-Ålesund entfernt liegt, über eine zusätzliche Basis.

Mobilisierung der französischen Forschung

Bei den wissenschaftlichen Publikationen zur Arktis liegt Frankreich weltweit auf Platz 11 (als Vergleich: bei Veröffentlichungen zur Antarktis belegt Frankreich weltweit Platz 5). Die französischen Forschungsteams und das französische Polarinstitut Paul-Emile Victor unterhalten zahlreiche Kooperationen mit ausländischen Partnern.

Weitere Informationen über das Polarinstitut Paul-Emile Victor

Frankreich stützt sich auf diese Erfahrung und sein wissenschaftliches Netzwerk, um die Arbeit der sechs Arbeitsgruppen des Arktischen Rates nützlich zu unterstützen:

  • Arctic Monitoring and Assessment Programme (AMAP) ;
  • Conservation of Arctic Flora and Fauna (CAFF) ;
  • Protection of Arctic Maritime Environment (PAME) ;
  • Emergency Prevention, Preparedness and Response (EPPR) ;
  • Arctic Contaminants Action Program (ACAP) ;
  • Sustainable Development Working Group (SDWG).

Die diplomatischen Bemühungen Frankreichs in der Arktis

Die Arktis gehört für Frankreich zu den ökologisch empfindlichen Gebieten, in dem es seine Interessen im Sinne der Nachhaltigkeit und des allgemeinen Interesses vertreten will.

Die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung, dem Umweltschutz und der maritimen Sicherheit erfordern von Frankreich, seine allgemeinen Interessen und seine Verantwortung gegenüber der Weltgemeinschaft besser zu berücksichtigen.

Frankreich verabschiedete 2016 einen „nationalen Fahrplan für die Arktis“, der einen Arbeitsrahmen bietet, um das Vorgehen bezüglich der Herausforderungen in der Arktis in einer Logik der Nachhaltigkeit und der allgemeinen Interessen kohärent zu machen und zu prioritisieren.

2009 hat Frankreich den Posten eines Botschafters für Meeresangelegenheiten und Pole eingeführt und dadurch sein diplomatisches Handeln in diesem Bereich verstärkt. Der frühere Premierminister Michel Rocard hatte dieses Amt von 2009 bis 2016 inne, wurde anschließend für den Zeitraum von 2017 bis 2020 von Ségolène Royal abgelöst, bevor der französische Staatspräsident im November 2020 Olivier Poivre d‘Arvor zu diesem Posten ernannte.

Weitere Informationen über den französischen Fahrplan für die Arktis

Für Frankreich bildet das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1982 den rechtlichen Rahmen für alle Aktivitäten im arktischen Ozean. Gemäß diesem Übereinkommen erfordern die ordnungspolitischen Herausforderungen im Arktischen Ozean einen Ausgleich zwischen den Interessen der Küstenstaaten und der anderen Staaten.

Frankreich unterstützt ein sektorenübergreifendes ökologisches Vorsorgeprinzip, das auf dem Schutz arktischer Meeresökosysteme basiert, und hat sich dem Prinzip verschrieben, nach dem die Arktis ein „Pilotgebiet zur Entwicklung grüner Technologien“ ist.
Frankreich arbeitet aktiv am Schutz der arktischen Meeresumwelt mit und unterstützte so die Ausarbeitung des Polar Codes innerhalb der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation. Frankreich ruft zur Entwicklung eines umweltfreundlichen Arktis-Tourismus auf und setzt sich für Maßnahmen zur Beschränkung der Auswirkungen der Schifffahrt auf die Meeressäugetiere ein.