Ukraine: 35 Jahre Unabhängigkeit Ukraine Internationale Solidarität Meldungen Veröffentlicht am : 24 August 2026 Aktualisiert am : 26 August 2026 Am 24. August 2026 feiert die Ukraine ihren 35. Unabhängigkeitstag. Dieser Tag nimmt eine ganz besondere Dimension an, vor dem Hintergrund, dass die Ukraine viereinhalb Jahre nach Beginn des großangelegten russischen Angriffskrieges und zwölf Jahre nach der unrechtswidrigen Annexion der Krim immer noch gezwungen ist, diese Unabhängigkeit mit Nachdruck zu verteidigen. Während die ukrainische Bevölkerung weiterhin ihre Freiheit, Souveränität und europäische Zukunft verteidigt, bekräftigt Frankreich seine Unterstützung und Solidarität. Am 24. August 1991 verkündete die Ukraine ihre Unabhängigkeit. Fünfunddreißig Jahre später kommt diesem Datum eine ganz besondere Bedeutung zu. Seit dem 24. Februar 2022 ist das ukrainische Volk mit einem Angriffskrieg konfrontiert, bei dem Russland weiterhin täglich Angriffe auf das ukrainische Staatsgebiet und die ukrainische Bevölkerung verübt. Trotz Zerstörungen und Bewährungsproben hält die Ukraine immer noch stand. Ihre Bevölkerung und ihre Streitkräfte beweisen Entschlossenheit, Mut und eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bei der Verteidigung ihres Landes. Die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Unversehrtheit der Ukraine sind unverhandelbar. Frankreich erkennt die unrechtswidrigen Annexionen des ukrainischen Staatsgebiets durch Russland nicht an. Gelebte Außenpolitik Gemeinsam mit seinen Partnern engagiert sich Frankreich dafür, die Ukraine zu unterstützen, den internationalen Einsatz für die Ukraine aufrechtzuerhalten und die Voraussetzungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden zu schaffen. Frankreich leitet zusammen mit dem Vereinigten Königreich die Koalition der Willigen, der 35 Länder angehören und die ein Ziel verfolgt: die Gewährleistung solider und langfristiger Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Zudem steht Frankreich kontinuierlich im Dialog mit den Vereinigten Staaten und seinen europäischen Partnern, damit die Europäer uneingeschränkt an den Gesprächen über die Sicherheit und Zukunft der Ukraine beteiligt werden. Die Koalition der Willigen ist eine politische Initiative, die am 17. Februar 2025 von Frankreich und dem Vereinigten Königreich ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile gehören ihr 35 hauptsächlich aber nicht ausschließlich europäische Staaten an. Die Koalition bereitet die Sicherheitsgarantien für die Ukraine vor, die umgesetzt werden sollen, sobald ein Waffenstillstand erlangt wurde. Dies umfasst: eine multinationale Rückversicherungstruppe, die zu Lande, in der Luft und zur See eingesetzt werden kann, eine anhaltende Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte. Ziel ist es, die internationale Unterstützung für die Ukraine angesichts des russischen Angriffs zu verstärken und die Voraussetzungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden zu schaffen. Die Unterstützung Frankreichs und der EU für die Ukraine Bereits in den ersten Wochen der Invasion hat Frankreich der Ukraine Waffen und Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt. Anschließend unterstützte Frankreich die Stärkung der ukrainischen Fähigkeiten durch die Bereitstellung von Panzern, Caesar-Artilleriegeschützen, Luftverteidigungs- und Radarsystemen sowie Raketen. Frankreich war es dabei stets wichtig, eine Hilfe zu leisten, die das komplette Spektrum abdeckt, sprich Rüstungsgüter oder Systeme inklusive Munition zu liefern sowie erforderliche Schulungen bezüglich Anwendung und Wartung anzubieten. Zudem stellte Frankreich Kampfflugzeuge des Typs Mirage 2000-5 bereit, von denen die ersten Angang 2025 geliefert wurden. Darüber hinaus beteiligte sich Frankreich an der Ausbildung und vollständigen Ausrüstung einer gesamten ukrainischen Brigade, der sogenannten „Anne-de-Kyiv-Brigade“. Die Europäische Union bildete ihrerseits seit 2022 im Rahmen der militärischen Unterstützungsmission „EUMAM Ukraine“ mehr als 90 000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten aus. An diesen Bemühungen nahm Frankreich ebenfalls teil. Im November 2025 unterzeichneten Frankreich und die Ukraine im Zuge des Besuches in Paris des ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj eine Absichtserklärung über den Erwerb von weiteren französischen Militärausrüstungen, darunter insbesondere Rafale-Kampfjets, Luftverteidigungssysteme, Munitionen und Drohnen. Ein beispielloser europäischer Einsatz Die französische Unterstützung fügt sich in den weitergefassten Rahmen des Einsatzes der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten ein. Seit Beginn des russischen Angriffs haben die EU und ihre Mitgliedstaaten der Ukraine eine Hilfe von mehr als 200 Mrd. Euro geleistet, die insbesondere ihrer Wirtschaft, ihrer Bevölkerung, ihrem Gesundheitssystem, ihren Infrastrukturen und ihrer Verteidigung zugutekommen soll. Die Europäische Union hat 2024 die Ukraine-Fazilität eingerichtet, die 50 Mrd. Euro umfasst und das Land bis 2027 unterstützen soll. Im Vordergrund stehen dabei der Wiederaufbau des Landes und die Reformen, die erforderlich sind, um den EU-Beitrittsprozess der Ukraine einzuleiten. Im Jahr 2026 wurde in Reaktion auf den zunehmenden Finanzierungsbedarf der Ukraine ein Darlehen in Höhe von 90 Mrd. Euro eingerichtet, um das Land im Zeitraum 2026-2027 finanziell und militärisch zu unterstützen. Dieses Darlehen ist auf zwei Bereiche aufgeteilt: Rund 60 Mrd. Euro sollen für die Verteidigung zur Verfügung gestellt werden und rund 30 Mrd. Euro als Haushaltshilfen für den ukrainischen Staat. Diese europäische Solidarität ist ein Beweis für den Einsatz der Mitgliedstaaten für die Unterstützung der Ukraine und die Gewährleistung der Sicherheit des europäischen Kontinents. Eine Solidarität mit konkreten Maßnahmen Das Krisen- und Unterstützungszentrum des Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten hat mehr als 200 Mio. Euro zur Finanzierung von über 50 humanitären Projekten in den Bereichen Gesundheit, Minenräumung, Unterkunft, Energie, Wasser, Bildung, Schutz und Kampf gegen Straflosigkeit sowie zur Durchführung von über 60 Hilfsgüterlieferungen (Medikamente, Krankenwagen, Generatoren, Rettungs- und Aufräumausrüstung, Brücken und Baumaterial, Wasseraufbereitungsanlagen usw.) bereitgestellt. Zudem hat Frankreich seit Februar 2022 35 medizinische Evakuierungen aus der Ukraine durchgeführt. Dank dieser konnten insbesondere 189 verletzte ukrainische Soldatinnen und Soldaten sowie 40 krebskranke Kinder behandelt werden. Frankreich hat außerdem ukrainische Kriegsgeflüchtete aufgenommen. Am 18. März 2025 war über 109 000 Ukrainerinnen und Ukrainern ein vorübergehender Schutz in Frankreich gewährt worden. Mehr als 20 000 ukrainische Kinder wurden in das französische Bildungssystem integriert und knapp 2 000 Studierende erhielten einen Studienplatz. Die französische Solidarität betrifft auch den Kampf gegen Straflosigkeit. So wurden französische Gerichtsmediziner und Gendarmen in die Ukraine entsandt, um an den Untersuchungen der während des Krieges begangenen Verbrechen, insbesondere in Butscha und der Region Charkiw, mitzuwirken. Die Ukraine heute unterstützen, um ihre Zukunft vorzubereiten Der Krieg trifft auch Infrastrukturen, die für das alltägliche Leben unerlässlich sind. Angesichts der russischen Angriffe auf Energieanlagen beteiligt sich Frankreich an den internationalen Bemühungen, die Ukraine bei der Aufrechterhaltung seines Energienetzwerkes und der Vorbereitung auf den kommenden Winter zu unterstützen. Im Januar 2026 konnte dank des internationalen Einsatzes die Lieferung von 2500 Generatoren an die Ukraine koordiniert werden, darunter 150, die von Frankreich finanziert und in die Ukraine gebracht wurden. Frankreich setzt sich im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft und in Abstimmung mit der EBWE für eine Reparatur der Tschernobyl-Schutzhülle ein, die bei einem russischen Drohnenangriff im Februar 2025 beschädigt wurde. Ukraine-Hilfe bedeutet auch Einsatz für ihren Wiederaufbau Im Jahr 2024 wurde ein französischer Fonds in Höhe von 200 Mio. Euro eingerichtet, um den Wiederaufbau der wesentlichen Infrastruktur in der Ukraine zu unterstützen. Durch ihn konnten bereits 19 Vorhaben vorangebracht werden, insbesondere im Energiebereich. Der Fonds wurde 2026 verlängert und mit zusätzlichen 71 Mio. Euro ausgestattet, die für die Unterstützung von französischen Unternehmen bei der Finanzierung eines Teils ihrer Projekte in den Bereichen Wiederaufbau und Stärkung kritischer ukrainischer Infrastrukturen gedacht sind. Als Mitbegründer des Treuhandfonds der EU für den Wiederaufbau der Ukraine neben der Europäischen Kommission, Deutschland, Italien und Polen trägt Frankreich zur Entwicklung des Risikokapital-Ökosystems in der Ukraine und zum Wachstum der vielversprechendsten Unternehmen vor Ort bei. Über den Fonds wurde ein erstes Volumen von 220 Mio. Euro an öffentlichem Katalysatorkapital bereitgestellt, um dadurch langfristig private Investitionen in Höhe von fast einer Milliarde Euro in der Ukraine zu generieren. Die französischen Unternehmen sind der wichtigste ausländische Arbeitsgeber in der Ukraine 180 französische Unternehmen 25 000-30 000 Arbeitsplätze Unterstützung der Ukraine bei ihrem Wiederaufbau Eine Unterstützung der Ukraine geht auch mit der Unterstützung ihres EU-Beitrittsprozesses einher Frankreich unterstützt nachdrücklich das Bestreben der Ukraine, Mitglied der Europäischen Union zu werden. Nachdem die Ukraine 2022 den Status eines Beitrittskandidaten erhalten hatte und 2024 die Beitrittsverhandlungen aufgenommen worden waren, erreichte sie 2026 neue wichtige Meilensteine. Am 15. Juni 2026 wurden die Verhandlungen über einen ersten Themenblock aufgenommen. Dieser Cluster 1 der Beitrittsverhandlungen umfasst Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und das Funktionieren der demokratischen Institutionen. Am 14. Juli 2026 wurde mit der Eröffnung des Verhandlungsclusters 6, bei dem die Außenbeziehungen, insbesondere in den Bereichen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, im Vordergrund standen, ein weiterer Meilenstein erreicht. Diese Fortschritte sind von besonderer Bedeutung. Sie zeugen von den Anstrengungen der Ukraine, ihre Reformen trotz des andauernden Krieges fortzusetzen. Sie spiegeln auch den Willen der Europäischen Union wider, die Ukraine auf ihrem Weg zum Beitritt zu begleiten. Die Zukunft der Ukraine liegt in der Europäischen Union. Frankreich wird sie auf diesem Weg weiterhin unterstützen. Mehr über die Solidarität der EU mit der Ukraine EU solidarity with Ukraine (auf Englisch) Kultur als weitere Form des Widerstands Die Solidarität zwischen Frankreich und der Ukraine findet auch in der Kultur einen Ausdruck. Die ukrainische Kultursaison unter dem Motto „Reise in die Ukraine“, die von Dezember 2025 bis März 2026 stattfand, ermöglichte es einem französischen Publikum, die Lebendigkeit des ukrainischen künstlerischen Schaffens zu erleben und ihre Kultur, ihr kulturelles Erbe, ihre Geschichte und ihre Gesellschaft besser kennenzulernen. Trotz des Krieges leben die ukrainischen Künstlerinnen und Künstler, Schriftstellerinnen und Schriftsteller und Kulturinstitutionen ihre Kunst aus und geben sie weiter. Damit wird die Kultur zu einer weiteren Form des Widerstands, während Russland die Existenz einer eigenständigen ukrainischen Kultur, die Teil der gemeinsamen europäischen Geschichte ist, leugnet und die russischen Streitkräfte gezielt das kulturelle Erbe der Ukraine angreifen. Ein besonders anschauliches Beispiel für die Angriffe auf das ukrainische Kulturerbe ist die Bombardierung des Kiewer Höhlenklosters. Indem die Ukraine ihre Kultur verteidigt, bewahrt sie ihre Identität, ihre Erinnerungskultur und ihre Freiheit. Auch trägt die Kultur dazu bei, die französische und die ukrainische Gesellschaft einander näherzubringen. Die Ukraine als Partner an der Seite Frankreich An diesem 24. August möchte Frankreich auch ganz besonders an eine kürzliche Solidaritätsbekundung seitens der Ukraine erinnern. Obwohl die Ukraine Tag für Tag von russischen Angriffe heimgesucht wird ihre Einsatzkräfte alles tun, um ihr Staatsgebiet und ihre Bevölkerung zu schützen, hat sie sich dazu entschlossen, ihre Solidarität mit Frankreich zum Ausdruck zu bringen und ihre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Vor dem Hintergrund der verheerenden Waldbrände im Département Gironde, sendete die Ukraine Ende Juli 70 ukrainische Einsatzkräfte und 15 Fahrzeuge nach Frankreich, um sich am Kampf gegen das Feuer zu beteiligen. Frankreich bringt seine tiefempfundene Anerkennung der ukrainischen Rettungskräfte zum Ausdruck, die neben den französischen Teams im Einsatz waren. Frankreich wird sich auch in Zukunft gemeinsam mit der Ukraine und seinen Partnern für einen gerechten und dauerhaften Frieden unter Achtung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen einsetzen. Am heutigen 24. August 2026 wendet sich Frankreich an das ukrainische Volk, um ihm Frieden, Freiheit und Wohlstand zu wünschen.