Der 14. Juli: ein Fest der Einheit

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Veröffentlicht am : 15 January 2026 Aktualisiert am : 02 March 2026

Wenn man vom 14. Juli spricht, so ist damit vor allem der Gedenktag an den Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 gemeint, der „Bastille Day“, wie er in manchen Ländern genannt wird. Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Bedeutung und den Ursprung des französischen Nationalfeiertags.

Livestream von der Militärparade

Jedes Jahr findet anlässlich des französischen Nationalfeiertags auf den Champs-Élysées in Paris eine Militärparade statt. Diese bietet der Nation die Gelegenheit, ihre Streitkräfte zu würdigen.

Die Geschichte des 14. Juli

Für die Französinnen und Franzosen ist der 14. Juli ein Anlass, zusammenzukommen und gemeinsam zu feiern. Diese Tradition gibt es bereits seit dem Jahr 1790, in dem sich die Menschen in Frankreich anlässlich des Föderationsfestes zu Volksbanketten trafen. Dabei sollte die Eintracht und die wiedergewonnene nationale Einheit gefeiert werden.

Im Jahr 1880 wurde der 14. Juli zum französischen Nationalfeiertag erklärt, an dem Militärparaden, Feuerwerke, Bälle und Volksfeste stattfinden.

Seither kommen die Französinnen und Franzosen am 14. Juli überall in Frankreich und der Welt mit ihren Freundinnen und Freunden aller Nationalitäten zusammen, um gemeinsam „das Erwachen der Freiheit*“ zu feiern [1].

Der 14. Juli und die Nationalsymbole Frankreichs

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Die Begriffe der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verdanken ihre Popularität der Französischen Revolution (1789), haben sich jedoch bereits ab Ende des 17. und während des 18. Jahrhunderts in der Bevölkerung etabliert, als die Philosophen der Aufklärung Freiheit und Gleichheit miteinander in Verbindung brachten. Während der Französischen Revolution kam der Begriff der Brüderlichkeit hinzu, woraus das vielzitierte Triptychon entstand.

Ab 1793 malten die Pariser die Worte „Einheit, Unteilbarkeit der Republik. Freiheit, Gleichheit oder Tod“ auf ihre Häuser. Der letzte Teil dieses Spruchs, der allzu sehr mit der Zeit der Schreckensherrschaft in Verbindung gebracht wurde, blieb nicht erhalten.

Die revolutionäre Devise, die im ersten Kaiserreich in Vergessenheit geraten war, tauchte während der Revolution von 1848 wieder auf und wurde in der Folge in die Verfassung der Zweiten Republik aufgenommen. In der Dritten Republik setzte sie sich endgültig durch und ziert seit dem 14. Juli 1880 die Giebel öffentlicher Gebäude. Heute ist die Devise Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit in der Verfassung verankert und zählt zum Nationalerbe aller Franzosen.

Die Trikolore als Nationalsymbol

Die dreifarbige französische Flagge entstand unter der Französischen Revolution aus der Kombination der Farbe des Königs (weiß) mit den Farben der Stadt Paris (blau und rot). Es heißt, bevor die Trikolore zur Flagge wurde, war sie eine dreifarbige Kokarde, die der Marquis de La Fayette einst König Ludwig XVI. ans Revers heftete; die genauen Umstände ihrer Entstehung sind jedoch nicht bekannt.

Ihre endgültige Form nahm die dreifarbige Flagge 1794 an, als der Nationalkonvent per Erlass verlauten ließ, die Flagge „soll aus den drei Nationalfarben in vertikalen Streifen bestehen: blau am Mast, weiß in der Mitte und rot in den Lüften flatternd“. Seit 1958 gibt Artikel 2 der Verfassung der Fünften Republik an: „Das Nationalemblem ist die blau-weiß-rote Trikolore“.

Die Militärparade als Zeichen der Verbundenheit zwischen Armee und Nation

Seit 1880, als der 14. Juli zum Nationalfeiertag erhoben wurde, findet an diesem Tag eine große Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris statt. Diese Feier bringt die gesamte französische Bevölkerung zusammen und soll die unerschütterliche Verbundenheit zwischen dem französischen Volk und seiner Armee aufzeigen.

An dieser nehmen neben dem französischen Staatspräsidenten, dem Premierminister, Mitgliedern der Regierung, dem Präsidenten des Senats und der Nationalversammlung sowie ausländischen Botschafterinnen und Botschaftern in Frankreich mitunter auch ausländische Staatschefs teil. Sie alle sitzen auf der Ehrentribüne am unteren Ende der Avenue des Champs-Élysées, am Place de la Concorde. Nach dem Überflug der Kunstflugstaffel „Patrouille de France“ ziehen verschiedene Armeekorps nacheinander über die weltbekannte Avenue und grüßen den Staatschef und die Vertreter von Exekutive und Legislative.

[1] Victor Hugo