G7: Was sind die Prioritäten des Gipfels in Évian? Frankreich G7 Meldungen Veröffentlicht am : 15 Juni 2026 Aktualisiert am : 22 July 2026 Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der G7 findet vom 15. bis 17. Juni 2026 in Évian-les-Bains statt. Bei dieser Gelegenheit werden Deutschland, Frankreich, Kanada, Italien, Japan, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union eine gemeinsame Analyse der aktuellen Situation vornehmen und gemeinsame, kooperative Antworten auf die Herausforderungen erarbeiten. Die G7 wurde 1975 in Reaktion auf die erste Ölkrise auf Initiative von Frankreich gegründet und ermöglichte die Einrichtung eines Dialograhmens, mit dem Ziel, die Krisen beizulegen, gleichzeig aber auch die demokratischen Prinzipien sowie die Grundsätze des wirtschaftlichen Wohlstands und der internationalen Zusammenarbeit zu bekräftigen. Diese sind nach wie vor grundlegend für das kollektive Handeln der Gruppe. Frankreich will seine G7-Präsidentschaft zu einem Anlass für Annäherung und konkretes Handeln nutzen, sowohl was die großen Herausforderungen unserer Zeit als auch die geopolitischen Krisen betrifft. Für den Wiederaufbau der unumgänglichen Kooperationen hat Frankreich Kenia, Indien, Brasilien, Südkorea und Ägypten zu einer Teilnahme am Gipfeltreffen in Évian eingeladen. Diese Partnerländer nehmen aktiv an den Gesprächen zur Vorbereitung des Gipfeltreffens teil, und das bereits seit Beginn des Jahres. Voraussetzungen für ein ausgewogenes, nachhaltiges und gemeinsames Wirtschaftswachstum schaffen In einem internationalen Umfeld, das von einer starken wirtschaftlichen und finanziellen Volatilität geprägt ist, werden Frankreich und seine Partner in Évian kooperativ und koordiniert am Abbau der übermäßigen makroökonomischen Ungleichgewichte arbeiten und beabsichtigen, konkrete gemeinsame Verpflichtungen zu erzielen. Räuberischer Wettbewerb, industrielle Überkapazitäten, Unterinvestition, Überschuldung und Deregulierung: All diese Ungleichgewichte gefährden den Wohlstand und die wirtschaftliche Stabilität der Nationen, fördern protektionistische Abschottungstendenzen zum Nachteil aller und tragen den Keim finanzieller, wirtschaftlicher und geopolitischer Krisen in sich. 2. Einen neuen Konsens über internationale Solidarität herbeiführen Im Zuge seiner G7-Präsidentschaft wirbt Frankreich für einen neuen Konsens hinsichtlich gerechterer, wirksamerer und besser koordinierter internationaler Partnerschaften. Dieser neue Konsens über die Ziele und den Geltungsbereich unserer Solidaritätspolitik wird darauf beruhen, die Instrumente zu vereinfachen und die Wirksamkeit der für beide Seiten nutzbringenden Maßnahmen nachzuweisen. Die G7 und ihre Partnerländer werden daran arbeiten, dass sich ihre Maßnahmen in den Entwicklungsländern besser ergänzen, um so die konkreten Auswirkungen der Hilfs- und Unterstützungspolitik zu verbessern. 3. Wertschöpfungsketten für kritische Minerale stärken Der Aufschwung der erneuerbaren Energien und des Digitalsektors verstärkt die Abhängigkeit unserer Technologien von einer zunehmenden Anzahl und Vielfalt an kritischen Metallen und seltenen Mineralen, die für die Erzeugung von kohlenstoffarmen Technologien, Batterien, Halbleitern und digitalen Ausstattungen unerlässlich sind. Eine geringe Anzahl an Akteuren hat heute aufgrund seiner Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette von der Gewinnung bis hin zur Raffination und industriellen Verarbeitung eine vorherrschende Position in diesem strategischen Sektor inne. Vor diesem Hintergrund möchte Frankreich die Diversifizierung der Lieferketten fördern und die Wertschöpfungsketten für kritische Minerale unter industriellen, finanziellen und handelspolitischen Aspekten sowie im Hinblick auf Rückverfolgbarkeit, Transparenz, Lagerung und Recycling stärken. In Zusammenarbeit mit seinen G7-Partnern möchte Frankreich diese strategischen Märkte besser regulieren, um allseitig nutzbringende Partnerschaften zu schaffen und die Versorgung mit wesentlichen Rohstoffen zu sichern. 4. Minderjährige online schützen Der Schutz von Kindern im Internet ist eine der gemeinsamen Prioritäten der G7-Mitglieder. In Anknüpfung an den 2025 von Frankreich in Paris veranstalteten KI-Aktionsgipfel werden sich die Staats- und Regierungschefs über mehrere Initiativen austauschen, die auf einen besseren Rahmen für die Nutzung digitaler Plattformen durch Minderjährige abzielen. AnnaStills/MotionArray 5. Illegalen Drogenhandel bekämpfen Die Bekämpfung von illegalen Strömen ist ein gemeinsames Ziel der G7-Länder. Im Mittelpunkt steht hierbei der Kampf gegen organisierte Kriminalität, insbesondere gegen illegalen Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung. Da Häfen einen wichtigen Einfuhrweg für Drogen in die Hoheitsgebiete der G7-Staaten darstellen, muss sich die Gruppe verstärkt für die Sicherung der Häfen und eine bessere internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich einsetzen. Archives/MEAE 6. Krebs bekämpfen Zum ersten Mal seit der Gründung der G7 ist die Krebsbekämpfung einer der Schwerpunkte des Gipfeltreffens der Staats- und Regierungschefs. Frankreich möchte seine Partner einbinden, um die Sterblichkeit von Krebspatientinnen und -patienten zu senken und ihre Lebenserwartung zu steigern. Damit strebt Frankreich an, die Forschung und den Austausch von Daten zwischen den G7-Ländern zu unterstützen sowie quantitativ messbare Ziele mit klaren zeitlichen Vorgaben beizubehalten. 7. Geopolitische Krisen erörtern In den Gesprächen wird es in erster Linie um den Krieg in der Ukraine und den Konflikt im Nahen und Mittleren Osten gehen. Was die Ukraine betrifft, gilt es, die verschiedenen Standpunkte anzunähern, um die Unterstützung für die Ukraine fortzusetzen und einen soliden und dauerhaften Frieden zu erzielen, der Europa und der Ukraine Klarheit über ihre künftige Sicherheit verschafft. Was den Nahen und Mittleren Osten betrifft, so sollen insbesondere die Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Voraussetzungen für eine dauerhafte Stabilität in der Region erörtert werden. Pour en savoir plus: Französische G7-Präsidentschaft 2026 Crédit photo G7 : Philémon Henry/MEAE