Olivier Schmitt erhält Henrik-Enderlein-Preis 2026

  • Verteidigung und Sicherheit

Communiqué

Am : 02 Juni 2026

Der internationale Sicherheitsexperte wurde für sein anhaltendes Engagement gewürdigt, das eine Brücke zwischen Forschung und politischer Praxis schlägt. Eine besondere Würdigung der Jury erhielt zudem Zachary Parolin.

Berlin/Paris, 28. Mai 2026 Olivier Schmitt, Forscher für internationale Sicherheit am Institut für militärische Operationen der Königlichen Dänischen Verteidigungsakademie (Royal Danish Defense College), wurde mit dem Deutsch-Französischen Henrik-Enderlein-Preis 2026 ausgezeichnet. Mit dem nunmehr seit fünf Jahren existierende Preis, der mit einem Preisgeld von 10 000 Euro dotiert ist, werden herausragende Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler im Alter von bis zu 40 Jahren geehrt, deren Arbeit zur Zukunft Europas beiträgt.

Die Wahl der Jury fiel auf Olivier Schmitt für seine einzigartige Arbeit, die rigorose Forschung, praktisches Engagement und einen durchweg transnationalen Blick auf eines der drängendsten Themen für die Zukunft Europas miteinander verbindet. Die Jury sprach zudem eine besondere Würdigung an den Oxford-Professor Zachary Parolin für seinen herausragenden Beitrag zum Verständnis von Armut, Ungleichheit und sozialer Mobilität aus.

Der Henrik-Enderlein-Preis wurde heute im Rahmen gemeinsamer Feierlichkeiten überreicht, die vom Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit der Hertie School, Sciences Po und dem französischen Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten ausgerichtet wurde. Der Preis erinnert an den ehemaligen Präsidenten der Hertie School, Henrik Enderlein, einen leidenschaftlichen Verfechter der europäischen Integration.

Schmitt führt Enderleins Vermächtnis fort und bereichert die öffentliche Debatte über europäische Sicherheit

„Olivier Schmitt ist ein unglaublich produktiver Wissenschaftler. Sein Engagement, Forschung in die öffentliche Debatte über die europäische Sicherheit einzubringen, ist klar eine Verkörperung der Ideale Henrik Enderleins. Wir freuen uns daher sehr, ihn mit dem diesjährigen Henrik-Enderlein-Preis auszuzeichnen!”, kommentierte Cornelia Woll, Professorin für internationale politische Ökonomie an der Hertie School und Vorsitzende der Jury des Henrik-Enderlein-Preises.

Gunther Kirchbaum, deutscher Staatsminister für europäische Angelegenheiten

„In Erinnerung an Henrik Enderleins Eintreten für Europa steht der Henrik-Enderlein-Preis für die Werte der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Dienste einer starken, widerstandsfähigen und handlungsfähigen Europäischen Union. Angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit ist das Bekenntnis zu unseren europäischen und demokratischen Werten notwendiger denn je. Mit Olivier Schmitt würdigen wir einen überzeugten Europäer, der sich in seiner Forschung mit den aktuellen Herausforderungen beschäftigt und in Zeiten geopolitischer Umbrüche wichtige Impulse für eine zukunftsorientierte und aktive Europäische Union liefert. Es ist unsere gemeinsame Pflicht, die Sicherheit, die Freiheit und den Wohlstand unseres Kontinents voranzubringen.“

Benjamin Haddad, französischer beigeordneter Minister für europäische Angelegenheiten

„Indem der Henrik-Enderlein-Preis Arbeiten von Wissenschaftlern wie Olivier Schmitt würdigt, bringt er das gemeinsame Engagement Deutschlands und Frankreichs für intellektuelle Exzellenz, demokratischen Dialog und ein stärker geeintes und widerstandsfähiges Europa zum Ausdruck. In Zeiten großer Unsicherheit sind Forschung und kritisches Denken zu Sicherheit, Verteidigung und internationaler Zusammenarbeit wichtiger denn je, um die europäische öffentliche Debatte zu erneuern und zu vertiefen.“

Luis Vassy, Science Po

„Ich freue mich besonders, dass der Henrik-Enderlein-Preis an einen Forscher vergeben wurde, dessen Arbeit als Goldstandard für die zeitgenössischen Transformationen der Kriegsführung gilt – ein hochaktuelles Thema, das wie kaum ein anderes im Mittelpunkt der sicherheitspolitischen Herausforderungen steht, denen sich Europa seit der Rückkehr des Krieges auf den europäischen Kontinent gegenübersieht. Indem er dazu beiträgt, besser zu verstehen, wie Bündnisse entstehen, wie Normen strategisches Verhalten prägen und wie Demokratien ihre Verteidigung konzipieren und organisieren, stattet uns Olivier Schmitt mit den intellektuellen Werkzeugen aus, die notwendig sind, um einer Welt, in der militärische Macht wieder eine zentrale Rolle spielt, mit Klarheit zu begegnen.

Forschende leisten Beitrag zur Politikgestaltung in den Bereichen europäische Sicherheit und Ungleichheit

Olivier Schmitt ist Professor und Forschungsleiter am Institut für militärische Operationen der Königlichen Dänischen Verteidigungsakademie (Royal Danish Defense College). In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt er sich damit, wie Staaten militärische Macht erzeugen, aufrechterhalten und transformieren und legt dabei einen besonderen Fokus auf militärische Anpassung, Bündnispolitik, europäische Sicherheit und die von Russland ausgehenden sicherheitspolitischen Herausforderungen. Durch die Verbindung theoretischer Innovation mit empirischer Forschung und direkter Interaktion mit politischen Entscheidungsträgern leistete er mit seiner Arbeit einen wesentlichen Beitrag zu den Debatten über die NATO, die europäische Verteidigung, Koalitionskriegsführung und die gegenwärtigen Sicherheitsbedrohungen.

Zachary Parolin ist Professor für Sozialpolitik, Ungleichheit und Chancengleichheit an der Universität Oxford, wo er ebenfalls das Programm „Wirtschaft, Ungleichheit und Chancengleichheit“ am INET Oxford leitet. Er ist außerdem Mitglied des Professorenkollegiums am Nuffield College. Seine Forschung verbindet innovative Dateninfrastrukturen und politikrelavante Analysen, prägt Debatten über Armutsmessung, intergenerationale Mobilität, Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt und Reformen des Wohlfahrtstaates in Europa und den Vereinigten Staaten. Seine Arbeit floss in die Strategie zur Armutsbekämpfung der Europäischen Kommission und die EU-Mindestlohnrichtlinie ein und prägte politische Diskussionen in den Vereinigten Staaten, etwa zur Ausweitung von Familienleistungen.

Über den Henrik-Enderlein-Preis

Der Henrik-Enderlein-Preis ist mit einem Preisgeld von 10 000 Euro dotiert und wird an Forschende im Bereich der Sozialwissenschaften im Alter von bis zu 40 Jahren vergeben. Ausgezeichnet werden Personen, deren Arbeit wissenschaftliche Exzellenz mit einem konkreten Beitrag zu den öffentlichen Debatten über die Zukunft Europas verbindet. Der Henrik-Enderlein-Preis wurde nach dem ehemaligen Präsidenten der Hertie School und Absolventen der Science Po benannt, der sich mit leidenschaftlichem Engagement für Europa einsetzte. Vergeben wird der Preis gemeinsam vom französischen Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten und dem deutschen Auswärtigen Amt. Die Koordination übernehmen die Hertie School in Berlin und Sciences Po in Paris.

Die Mitglieder der Jury sind: Cornelia Woll, Vorsitzende der Jury und Professorin für internationale politische Ökonomie; Johanna Mair, Professorin für Organisation, Strategie und Leadership an der Hertie School and Leiterin der Florence School of Transnational Governance (STG) am Europäischen Hochschulinstitut; Thurid Hustedt, Dekanin für die Studienprogramme und Professorin für öffentliche Verwaltung und Management an der Hertie School; Thierry Mayer, Professor für Wirtschaft an der Sciences Po; Jakob Vogel, Professor für Geschichte an der Sciences Po; Paul-André Rosental, wissenschaftlicher Leiter der Sciences Po; Caroline Soder, stellvertretende Beauftragte für die deutsch-französische Zusammenarbeit im französischen Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten; Quentin Jalla, stellvertretender Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt; Anja Wehler-Schöck, Mitglied der Chefredaktion des Tagesspiegels; und Elsa Conesa, Deutschland-Korrespondentin für Le Monde.