Partnerschaften im Bereich der Raumfahrt

Die französische Raumfahrt nimmt international eine herausragende Stellung ein. Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten beteiligt sich aktiv an dieser, indem es sich für die Zusammenarbeit in Europa und auf internationaler Ebene einsetzt.

Veröffentlicht am : 07 September 2026

Judith Litvine/MEAE

Neben der Kooperationen im europäischen Rahmen pflegt Frankreich seit über 40 Jahren bilaterale Partnerschaften mit den wichtigsten Raumfahrtnationen, sprich den Vereinigten Staaten, Japan, Indien (mit diesen drei Ländern unterhält Frankreich einen bilateralen Raumfahrtdialog) sowie China. Auch mit Golfstaaten und Ländern in Asien entstehen zunehmend Raumfahrtkooperationen.

In Europa unterhält Frankreich über den Rahmen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hinaus enge bilaterale Beziehungen mit Deutschland, Italien, Polen und Spanien.

Zudem unterstützt Frankreich die Afrikanische Weltraumorganisation (AfSA) und die Entwicklung von Raumfahrtökosystemen in Afrika.

Der Ausbau der französischen Raumfahrtkooperationen mit den zentralen Partnern sowie im multilateralen Rahmen bildet die fünfte Säule von Frankreichs Nationaler Raumfahrtstrategie. Diese wurde im November 2025 veröffentlicht und ist das Ergebnis umfangreicher ressortübergreifender Arbeiten. Sie legt die großen Leitlinien der französischen Weltraumpolitik bis 2040 fest und räumt den internationalen Kooperationen eine zentrale Bedeutung ein.

Verkauf von Ausrüstungen, Technologietransfer, Ausbildung: vielfältige Bereiche der Zusammenarbeit

Die bilaterale Raumfahrtkooperation erfolgt auf Grundlage zwischenstaatlicher Abkommen bzw. Abkommen zwischen Raumfahrtorganisationen. Bei zwischenstaatlichen Abkommen spielt das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten eine zentrale Rolle bezüglich der ressortübergreifenden Koordinierung während der Verhandlungs- und Ratifizierungsphasen.

Die Umsetzung dieser Abkommen obliegt dem französischen Raumfahrtforschungszentrum CNES, das als „zuständige Stelle“ benannt und mit der Umsetzung des institutionellen Teils der Abkommen beauftragt ist. Die institutionelle Zusammenarbeit kann auch einen industriellen Teil umfassen, der beispielsweise den Verkauf von Raumfahrtausrüstung durch ein französisches Unternehmen betrifft. Deckt ein zwischenstaatliches Abkommen die gesamte Zusammenarbeit mit einem Partner ab, wird darin klar zwischen dem institutionellen und dem industriellen Teil unterschieden. Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten ist außerdem damit betraut, die Umsetzung der Abkommen zu überwachen und politische Impulse zu geben.

Die von Frankreich in jüngerer Zeit geschlossenen bilateralen Kooperationsabkommen legen einen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Anwendungen für die Raumfahrt, wobei es sich um einen Bereich mit großem Potenzial innerhalb der Kette der Raumfahrtaktivitäten handelt. In diesen Sinne teilt Frankreich sein Fachwissen bezüglich des Beitrags von Weltraumtechnologien zur Bekämpfung des Klimawandels, zur Prävention und Verringerung von Naturgefahren, zur Verwaltung der natürlichen Ressourcen, zur Raumordnung und zum Umweltschutz. Darüber hinaus bringt Frankreich im Rahmen seiner institutionellen Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern seine Expertise in den Bereichen Seismologie, Meteorologie, Höhenmessung, Meereskunde, Fernunterricht und Telemedizin ein.

Zu den weiteren Kooperationsbereichen dieser Abkommen gehören die Ausbildung von Expertinnen und Experten des Raumfahrtsektors, die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen, der Austausch zu Fragen des internationalen Weltraumrechts sowie die Geowissenschaften.

Neben den Kooperationsabkommen führt Frankreich mit drei großen strategischen Partnern (USA, Japan, Indien) intensive Raumfahrtdialoge, an denen sich sämtliche einschlägige Ministerien und Behörden beteiligen. Sie ermöglichen einen umfassenden Austausch über wissenschaftliche, industrielle, sicherheitsbezogene und politische Themen. Auf französischer Seite werden diese Gespräche vom Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten gemeinsam mit dem Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit (SGDSN) geleitet.

Weitere Informationen über die Raumfahrtkooperationen Frankreichs nach Ländern

Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten

Seit über 50 Jahren arbeitet Frankreich im Bereich der Raumfahrt mit den Vereinigten Staaten zusammen. Diese Zusammenarbeit erfolgt auf Grundlage des zwischenstaatlichen Abkommens vom 23. Januar 2007. Aufgrund der vielfältigen Aktivitäten der beiden wichtigsten US-Organisationen im Bereich der Raumfahrt (NASA und NOAA) deckt die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ein breites Spektrum an Bereichen ab, darunter insbesondere die Erdbeobachtung, die Erd- und Weltraumwissenschaften sowie die bemannte Raumfahrt.

In Sachen Höhenmessung und Meereskunde gilt das Programm JASON als beispielhaft. Dieses ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten, die schrittweise auf Europa ausgeweitet wurde (EUMETSAT). Auf den 1992 gestarteten Satelliten TOBEX/POSEIDON folgten mehrere Satelliten der JASON-Reihe, zuletzt JASON 3, der am 17. Januar 2016 ins All ging. Der 2022 gestartete Satellit SWOT ermöglicht mit seiner interferometrischen Höhenmessung und einer Erfassungsbreite von 120 km einen weiteren Technologiesprung und unterstreicht das hohe Niveau der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten auf diesem Gebiet.

Im Bereich der Planetenerkundung werden zahlreiche französische wissenschaftliche Instrumente für die Marsmissionen der NASA entwickelt, darunter die Instrumente ChemCam und SAM für die MSL-Mission (Mars Science Laboratory), deren Rover „Curiosity“ seit 2012 auf dem Mars aktiv ist. Zudem stellte Frankreich der NASA für die US-amerikanische Marsmission InSight (Interior Exploration Using Seismic Investigations, Geodesy, and Heat Transport), die zwischen 2018 und 2022 durchgeführt wurde, einen Seismografen zur Verfügung. Der Rover „Perseverance“, der im Februar 2021 auf dem Mars landetet, führte die Kamera SuperCam mit sich, deren Entwicklung maßgeblich durch Frankreich unterstützt wurde. Im Jahr 2022 bestätigte das CNES seine Beteiligung an der Venusmission VERITAS, deren Start auf 2031 verschoben wurde, und unterzeichnete mehrere Abkommen mit der NASA bezüglich der Dragonfly-Mission zur Erkundung des Saturnmonds Titan sowie bezüglich der CLPS-Mondmissionen (LuSEE und FSS).

Ein weiterer Bereich der Zusammenarbeit betrifft die Datenerfassung sowie die Unterstützung bei Such- und Rettungsmaßnahmen zwischen dem CNES und der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Sie umfasst den Betrieb von Systemen zur Datenerfassung wie Argos sowie von Systemen zur Unterstützung von Such- und Rettungsmaßnahmen wie COSPAS-SARSAT. Darüber hinaus arbeiten zahlreiche französische Ingenieurinnen und Ingenieure bei der NASA, was die ausgezeichnete bilaterale Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern unterstreicht und französisches Know-how zur Geltung bringt.

Frankreich ist außerdem 2022 dem Programm zur Monderkundung Artemis beigetreten und engagiert sich aktiv in diesem Rahmen.

Die erste Ausgabe des umfassenden bilateralen Raumfahrtdialogs (comprehensive space dialogue) fand am 10. November 2022 in Paris statt. Washington richtete am 20. und 21. März 2024 die zweite Ausgabe aus.

Zusammenarbeit mit Japan

Japan ist eine führende Raumfahrtnation und ein wichtiger Partner Frankreichs. Die Beziehung zwischen Frankreich und Japan im Raumfahrtbereich ist auf höchster Ebene äußerst dynamisch und wurde durch die offiziellen Besuche des französischen Staatspräsidenten 2019 und 2026 weiter gefestigt.

Das CNES ist nach der NASA der zweitwichtigste Partner der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA. Die wichtigsten Kooperationsbereiche betreffen die industrielle Entwicklung, die Technologieentwicklung, die Förderung einer langfristigen Tragfähigkeit der Weltraumaktivitäten und die Weltraumerforschung. Die Zusammenarbeit zwischen dem CNES und der JAXA wird durch ein Rahmenabkommen geregelt, das im Mai 2026 erneuert wurde und mehrere Bereiche abdeckt: Zukunftsvorbereitung, Erkundungsmissionen, Forschung und Technologie für Satelliten und Trägerraketen (darunter CALLISTO, ein gemeinsam mit dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelter wiederverwendbarer Demonstrator für eine Raketenstufe), Weltraumrecht, Weltraummüll, Erdbeobachtung (insbesondere bezüglich Treibhausgasen), komplexe elektronische Komponenten und optische Kommunikation.

Der Kooperationswille beider Länder zeigt sich seit 2016 in den jährlichen Treffen im Rahmen des umfassenden Raumfahrtdialogs. Zuletzt fand dieser im Januar 2026 unter dem gemeinsamen Vorsitz des Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten und des SGDSN auf französischer Seite statt.  Der im Dezember 2023 veröffentlichte Fahrplan für die französisch-japanische Zusammenarbeit definiert die Raumfahrt bis 2027 als einen wesentlichen Kooperationsbereich der beiden Ländern.

Frankreich beteiligt sich an zwei wichtigen Erkundungsmissionen der JAXA: Hayabusa-2, die 2018 den Lander MASCOT absetzte, für den das CNES das Infrarotmikroskop MicrOmega zur In-situ-Bodenuntersuchung entwickelte, sowie MMX (Martian Moons Exploration), deren Start für 2026 vorgesehen ist und für die das CNES das Spektrometer MIRS und gemeinsam mit dem DLR den Rover „Idefix“ bereitgestellt hat.

Im Februar 2025 unterzeichneten das CNES und die JAXA außerdem ein Kooperationsabkommen zur Mission SOLAR-C, einem Satelliten zur ultravioletten Sonnenspektroskopie, dessen Start für 2028 vorgesehen ist. Im Bereich der wiederverwendbaren Trägerraketen hat der gemeinsam vom CNES, dem DLR und der JAXA entwickelte Demonstrator CALLISTO Ende 2024 seine detaillierte Entwurfsphase abgeschlossen. Der erste Testflug ist für 2026/2027 vorgesehen.

Zusammenarbeit mit Indien

Die Raumfahrtkooperation ist eine der Säulen der Beziehung zwischen Frankreich und Indien. Historisch entwickelte sie sich rund um zwei wegweisende Programme: Megha-Tropiques das der Erforschung der tropischen Klimatologie diente (2011-2023) und SARAL/Altika, das 2013 zur Vermessung der Topografie der Meeresoberfläche gestartet wurde. Hinzu kam die gemeinsame Mission Oceansat3-Argos, die 2022 in die Umlaufbahn gebracht wurde. Das CNES und die indische Weltraumforschungsorganisation ISRO entwickeln außerdem die Mission TRISHNA (Thermal infraRed Imaging Satellite for High-resolution Natural resource Assessment) für thermische Infrarot-Erdbeobachtung, deren Start für 2027 vorgesehen ist.

In der Nationalen Raumfahrtstrategie Frankreichs wird die Vertiefung der Zusammenarbeit mit Indien zu einer der Prioritäten erklärt. Dabei sollen die strategische Interessensüberschneidungen, die Komplementarität der zivilen Weltraumprogramme sowie die zahlreichen und wachsenden Synergien genutzt werden. Neben den verschiedenen Partnerschaften französischer Unternehmen in Indien markierte auf diesem Gebiet der Einstieg des Investmentfonds Bharti in das Kapital von Eutelsat im Jahr 2025 einen wichtigen Schritt bei der Annäherung beider Länder.

Gemeinsam mit Japan und den Vereinigten Staaten ist Indien das dritte Land, mit dem Frankreich einen umfassenden bilateralen Raumfahrtdialog (strategic space dialogue) führt. Die erste Ausgabe fand am 26. Juni 2023 statt.

Kooperationen auf europäischer Ebene

Deutschland

Als wichtigste Beitragszahler der ESA tragen Frankreich und Deutschland allein mehr als 40 % ihrer Finanzierung und unterhalten eine verstärkte Raumfahrtkooperation. Auf politischer Ebene profitiert diese von einer intensiven bilateralen Dynamik. Die Tagungen des Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) sowie regelmäßige hochrangige bilaterale Gespräche ermöglichen es den beiden Ländern, ihre Interessen im Bereich der Raumfahrt aufeinander abzustimmen und eine gemeinsame europäische Vision voranzutreiben.  

Diese Abstimmung zeigt sich auch auf industrieller Ebene. Die Präsenz von Konzernen wie Airbus und ArianeGroup in Frankreich und Deutschland steht beispielhaft für die zahlreichen bestehenden Gemeinsamkeiten. Auch wenn beide Länder in bestimmten Segmenten weiterhin miteinander im Wettbewerb stehen, sind ihre industriellen Interessen weitgehend deckungsgleich und bilden die Grundlage für eine ambitionierte, verlässliche und dynamische europäische Industriepolitik.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf alle großen Bereiche der Raumfahrt: Trägerraketen, Weltraumerforschung, niedrige Erdumlaufbahnen, Erdbeobachtung und Telekommunikation. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen den Raumfahrtorganisationen unterzeichneten das CNES und das DLR 2021 ein Kooperationsabkommen zur Flüssigtreibstoffantriebstechnik und arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung des kostengünstigen Triebwerks Prometheus. Sie arbeiten außerdem im Rahmen der japanischen Erkundungsmission MMX zusammen, deren Start zu den Marsmonden für Oktober 2026 vorgesehen ist und die den deutsch-französischen Rover „Idefix“ mitführen wird. Die Organisationen planen zudem für 2029 den Start der Erdbeobachtungsmission MERLIN zur Messung der Methankonzentration in der Atmosphäre.

Im Bereich der wiederverwendbaren Trägerraketen soll der gemeinsam mit der JAXA entwickelte Demonstrator CALLISTO 2026/2027 seinen ersten Testflug absolvieren. Bei der Pariser Luftfahrtschau in Le Bourget unterzeichneten das CNES und das DLR 2025 außerdem eine gemeinsame Erklärung zur Stärkung der Raumfahrtkooperation zwischen den beiden Organisationen. Darin ist auch die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zu kritischen und bahnbrechenden Technologien vorgesehen.

Italien

Die Unterzeichnung des Quirinalvertrags im November 2021 durch den französischen Staatspräsidenten und den italienischen Ministerpräsidenten, der auch einen Abschnitt zur Raumfahrt enthält, gab der bilateralen Raumfahrtkooperation zwischen Frankreich und Italien neue Impulse. Fünf Jahre später, im Jahr 2026, unterzeichneten die Minister Adolfo Urso und Philippe Baptiste in Antibes einen neuen Fahrplan, mit dem sich Paris und Rom verpflichten, ihre Zusammenarbeit in sechs großen Bereichen zu verstärken: Zugang zum Weltraum, Kommunikation, Erdbeobachtung, Koordinierung zwischen EU und ESA, europäische Governance und Rechtsrahmen.

Die bilaterale Beziehung ist durch enge industrielle Verbindungen geprägt. Ausdruck dessen sind die Unternehmensstrukturierungen von Thales Alenia Space (TAS, 67 % Thales et 33 % Leonardo, im Satellitenbereich) und Telespazio (67 % Leonardo und 33 % Thales, im Dienstleistungsbereich) sowie das Projekt Bromo zur Konsolidierung der europäischen Fertigungsindustrie. Obwohl die vom italienischen Unternehmen Avio entwickelte Trägerrakete Vega 2023 aus dem Vermarktungsportfolio von Arianespace genommen wurde, bleiben die Beziehungen bedeutend, da Vega-C weiterhin vom Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guayana) gestartet wird.

Drei große Programme prägen die institutionelle Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Italien. Erstens Athena-Fidus, ein Satellit für breitbandige Dual-Use-Telekommunikation, der seit 2014 in einer Umlaufbahn befindet und von TAS gebaut wurde. Zweitens das duale Programm ORFEO zur hochauflösenden Erdbeobachtung, dessen Nutzlasten vom CNES und der italienischen Raumfahrtagentur (ASI) entwickelt werden. Schließlich entwickeln beide Länder SICRAL 2, ein Programm für staatliche und militärische Telekommunikation. Im Bereich der Wissenschaft arbeiten das CNES und die ASI hauptsächlich bei zwei ESA-Missionen zusammen: JUICE zur Erforschung der Jupitermonde und BepiColombo zur Erforschung des Merkur.

Weitere Partnerschaften

Die Raumfahrtkooperation mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die dynamischste und strukturierteste Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Ländern in der Region. Sie umfasst institutionelle und wissenschaftliche Partnerschaften, industrielle Zusammenarbeit und die Entwicklung lokaler Raumfahrtökosysteme. Damit steht sie im vollen Einklang mit den ambitionierten Zielen der Emirate. Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate arbeiten im Rahmen der emiratischen Mondrover Rashid zusammen, für die das CNES CASPEX-Kameras bereitstellt. Das CNES und das Mohammed Bin Rashid Space Centre (MBRSC) arbeiteten außerdem gemeinsam an der Konzeption eines hyperspektralen Erdbeobachtungssatelliten. Seit 2021 arbeiten beide Länder zudem am Projekt LEONAV, einem Demonstrator für einen Nanosatelliten zur Geolokalisierung in einer niedrigen Erdumlaufbahn, dessen Start für 2026 vorgesehen ist.

Frankreich und die Republik Korea unterhalten seit Beginn der 2000er-Jahre eine Raumfahrtkooperation. Den Auftakt dieser Beziehung bildete die technische Unterstützung des CNES bei der Konzeption und der Verwaltung sämtlicher koreanischer Trägerraketen. Auf kommerzieller Ebene unterhalten französische Unternehmen, insbesondere Thales, Airbus und Ariane, enge Beziehungen zu den koreanischen Institutionen und konnten zahlreiche Aufträge gewinnen. Seit 2016 veranstalten Frankreich und die Republik Korea ein Forum zur französisch-koreanischen Raumfahrtkooperation, das sämtlichen Akteuren des Raumfahrtsektors beider Länder offensteht. Beim fünften Forum im Jahr 2025 wurde ein Rahmenabkommen zwischen dem CNES und der koreanischen Luft- und Raumfahrtagentur (KARI) geschlossen.

Die französisch-britische Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt erfolgt auf Grundlage des im Januar 2014 zwischen dem CNES und der UK Space Agency (UKSA) unterzeichneten Abkommens. Seit 2025 beteiligt sich das Vereinigte Königreich gemeinsam mit Frankreich an der europäischen Mission MicroCarb, deren Ziel es ist, Kohlenstoffquellen und -senken zu kartieren. Das Vereinigte Königreich beteiligt sich außerdem gemeinsam mit Frankreich, Kanada und den Vereinigten Staaten am SWOT-Programm. Ein weiterer Schwerpunkt der französisch-britischen Zusammenarbeit ist die Mission IASI-NG des CNES.

Im Rahmen des 1997 unterzeichneten zwischenstaatlichen Abkommens über die Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt beschlossen Frankreich und China, gemeinsam zwei Satelliten zu entwickeln: CFOSat zur globalen Meeresbeobachtung, für den das CNES das Instrument SWIM bereitstellte und der 2018 gestartet wurde, sowie SVOM, eine wissenschaftliche Astrophysik-Mission, für die das CNES die beiden Instrumente ECLAIRs und MXT bereitstellte und die 2024 gestartet wurde.

Die Raumfahrt ist auch ein zukunftsträchtiges Thema auf dem afrikanischen Kontinent und genießt bei der Afrikanischen Union hohe Aufmerksamkeit. Diese betrachtet die Raumfahrt als wichtigen Wachstumsmotor für die Wirtschaft des Kontinents. Anwendungen der Raumfahrt tragen zur Entwicklung kritischer Sektoren wie Landwirtschaft, Stadtplanung und Telekommunikation bei. Dieses Interesse fand 2024 mit der Einweihung der Räumlichkeiten der ein Jahr zuvor gegründeten Afrikanischen Weltraumorganisation (ASA) in Kairo konkrete Gestalt. Frankreich entsandte einen internationalen technischen Experten, um die Organisation beim Aufbau ihrer Struktur zu unterstützen. Damit stellt die Raumfahrt ein außenpolitisches Instrument zur Erneuerung der Beziehungen zwischen Frankreich und dem afrikanischen Kontinent dar, die durch die Entwicklung eines entstehenden kontinentales Raumfahrtökosystems neue Impulse erhält.