Generation Arbeitsplatz in Europa

Ein Projekt dezentralisierter deutsch-französischer Zusammenarbeit zwischen den Partnerstädten Saint-Germain en Laye, Sartrouville, Waldkraiburg und Aschaffenburg

Das Projekt und seine Ziele

Ziel dieses sowohl von den Städten Saint-Germain-en-Laye und Sartrouville, der „Maison de l’Europe“ (Europa-Haus) im französischen Department Yvelines und der lokalen Sozial- und Jugendeinrichtung „DynamJeunes“ (Jugend in Bewegung) von Saint-Germain getragenen Projekts, ist die Förderung der Einbindung junger Menschen mit Hilfe ihrer Betreuer in den Arbeitsmarkt. Ausgewählt sind jeweils vier der in dieser lokalen Sozial- und Jugendeinrichtung eingeschriebenen Jugendlichen sowie vier Erwachsene (jeweils zwei Jugendliche und zwei Erwachsene kommen aus den Städten Saint-Germain-en-Laye und aus Sartrouville). Ihre Reise geht in die jeweiligen Partnerstädte nach Deutschland. Die Erwachsenen fahren für zwei Wochen und die Jugendlichen für drei Wochen für ein Intensivpraktikum in der Gemeindeverwaltung oder in den Unternehmen der Partnerstädte. Der praktische Austausch steht im Vordergrund. Jeder kann dabei wertvolle Kompetenzen erlangen, eine Ausbildung vor Ort erhalten, aber auch sein Bürgerbewusstsein entwickeln und sich für Europa öffnen.

Erfahrungsberichte aus den Partnerstädten

Ein Erfahrungsbericht aus der Stadt Saint-Germain-en-Laye

Die berufliche Integration der jungen Menschen geht heutzutage mit einer größeren Weltoffenheit einher, u. a. auch für Europa. Diejenigen mit den wenigsten Berufserfahrungen und den geringeren Sprachkenntnissen haben es schwerer, langfristig einen Arbeitsplatz zu finden. Fremdsprachen und das Entdecken der Nachbarländer lautet das Erfolgsrezept für eine künftige Arbeitsmarkteingliederung und die persönliche Horizonterweiterung. Deshalb hat sich die Stadt für die Förderung dieses Projekt entschieden, um Jugendlichen, die im lokalen Sozial- und Jugendzentrum eingeschrieben sind, darunter vorwiegend jene mit weniger Abschlüssen oder die noch nicht die Gelegenheit hatten, ins Ausland zu gehen, den Zugang zu einer wertvollen Erfahrung zu ermöglichen.
Bei ihrer Rückkehr erwarten die Jugendlichen und ihre Betreuer eine erhöhte Chance auf eine rasche Arbeitsmarkteingliederung.
Im Übrigen ermöglichen uns die Städtepartnerschaften, enge Beziehungen zu unseren Nachbarn zu pflegen und diese aufrecht zu erhalten. So feierte man in Saint-Germain im Jahr 2015 eine vierzigjährige Städtepartnerschaft mit Aschaffenburg. Diese wichtige Austauschaktion hat dazu beigetragen, die Bande zwischen den Menschen noch zu stärken und somit die Kooperation im weiten Sinne zu fördern.
Die „Maison de l’Europe“ im Department Yvelines, in der das Projekt ins Leben gerufen worden ist, hat bereits seit 2005 Erfahrungen mit Mobilitätsprojekten in Europa. Ihre Vertreter halfen sowohl bei der Auswahl der Teilnehmer als auch bei der sprachlichen Vorbereitung im Vorfeld des Austauschs; sie vermittelten die Jugendlichen und Erwachsenen in eine Gastfamilie und betreuten den gesamten Aufenthalt usw.

Erfahrungsbericht aus der Sozial- und Jugendeinrichtung in Saint-Germain-en-Laye

Warum haben Sie sich für ein Engagement in diesem Projekt entschieden?

Die Jugendlichen der lokalen Sozial- und Jugendeinrichtung stammen häufig aus prekären Verhältnissen und haben es meist nicht leicht, sich auf dem Arbeitsmarkt „zu verkaufen“. Es hat sich gezeigt, dass auch immer mehr junge Menschen mit hochqualifizierten Abschlüssen, wegen mangelnder Erfahrung, nur schwerlich eine erste Arbeitsstelle nach einem fünfjährigen Studium finden.

Vor diesem Hintergrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit, lässt sich sehr rasch feststellen, dass eine Berufserfahrung im Ausland einen wahren Vorteil in einem Vorstellungsgespräch mit den Arbeitgebern darstellen kann, um seine persönlichen, beruflichen und sprachlichen Kompetenzen aufzuwerten.

Aus diesem Grund hat sich das örtliche Sozial- und Jugendzentrum für diesen Partnerstädteaustausch entschieden, um die Einstellungschancen der Jugendlichen zu fördern. Im Übrigen sind viele Fachkräfte nach dem französischen System „formatiert“: der Austausch ermöglicht ihnen, einmal Abstand zu den eigenen Arbeitspraktiken zu bekommen und gegebenenfalls auch einiges daran zu verändern.

Welche Vorteile hat das Volontariat für ihre Region und ihre Einrichtung gebracht?

Was die Fachbetreuer anbelangt, so hat der Austausch von Arbeitsmethoden ihnen geholfen, soziale und fachliche Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten; u. a. in der Betreuung, der vorhandenen Hilfsmittel und der Partnerschaft. Die Deutschen sind beispielsweise in ihren Ansätzen viel pragmatischer. So hat ein Betreuer bei seiner Rückkehr und mit Hilfe der in Deutschland gewonnen Erfahrungen, ein Partnerschaftsprogramm für junge Menschen mit Migrationshintergrund gegründet, um deren Integration zu fördern.

Der Betreuer sagt, er sei im Umgang mit den Menschen der lokalen Sozial- und Jugendeinrichtung in sich gewachsen.

Denken Sie, dass Sie dieses Projekt weiterführen werden? Und wenn ja, wie wird das gehen?

Die Idee ist es, in Zusammenarbeit mit der „Maison de l’Europe“, die Suche nach Finanzierungsmittel weiterzuführen, um die Aufenthalte für junge Leute und für die Fachbetreuer auszubauen.

Im Übrigen begrüßen wir es sehr, im Gegenzug auch unsererseits junge Menschen oder Fachkräfte aus dem Ausland im Rahmen der Programme unserer Sozial- und Jugendeinrichtung vor Ort zu empfangen.