Der Regionalrat der Region Centre-Val de Loire – das Land Sachsen-Anhalt – die Region Fes-Meknès – die Region Pardubice

Ein Projekt dezentralisierter Zusammenarbeit zwischen Frankreich, Deutschland, Marokko und Tschechien.

Das Projekt und seine Ziele

Die Vertreter der französischen Region Val de Loire planen in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Land Sachsen-Anhalt sowie den Regionen Fes-Meknès und Pardubice ein gegenseitiges Volontariat durchzuführen, bestehend aus:

  • Neun internationalen Zivildienststellen in der Region Centre-Val de Loire und neun weiteren Stellen in drei Partnerregionen (in Vereinen, Gebietskörperschaften oder in Schulen, die ihr Interesse für eine internationale Zusammenarbeit bekundet haben);
  • Einer Gemeinschaftsdimension: Die Durchführung von Aktionsprojekten, ausgerichtet an einer staatsbürgerlichen Erziehung und der Bildung internationaler Solidarität mit Gleichgesinnten, gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, internationale Kooperation in diesen Gebieten zu erfahren. Das Begleitprogramm für die Jugendlichen und die Hilfe der Gebietskörperschaften vor Ort werden dazu beitragen, dass das internationale Volontariat zu einem Mittel für soziale und berufliche Integration für junge Menschen wird.

Ein Erfahrungsbericht des französischen Regionalrats Centre-Val de Loire

Das Thema Jugend ist in allen unseren Vereinbarungen für eine dezentralisierte Zusammenarbeit verankert. Unsere Gebietskörperschaft und unsere Partnerstädte möchten damit die internationale Mobilität, den Kulturaustausch sowie eine neue Bildungserfahrung für alle Jugendlichen fördern. Den Fokus dabei auf das internationale gegenseitige Volontariat zu legen, resultiert aus dem Anliegen, Jugendliche in das Programm zu integrieren, die bislang weniger Zugang zur internationalen Mobilität hatten. Auch soll das internationale Volontariat als ein Mittel zur sozialen und beruflichen Integration anerkannt werden. Diese Fragen der Integration beschäftigen in mehr oder weniger gleicher Weise auch die Vertreter der Gebietskörperschaften in unseren Partnerstädten. Im Rahmen der wichtigen Vorbereitungsarbeiten können wir uns über die Herausforderungen und unsere gegenseitigen Vorstellungen über das Volontariat austauschen. In den Gebieten beteiligen sich die Partnerstädte neben den Verwaltungen am Ausbau ihrer Empfangs- und Unterkunftsmöglichkeiten für junge Menschen. Die Jugendlichen helfen der lokalen Bevölkerung bei gemeinnützigen Projekten. Obgleich das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, ist die wachsende Begeisterung bereits sehr ermutigend.

Und wie denken die Jugendlichen über das Austauschprojekt?

Erfahrungsbericht von Maxime im Zivildienst in Fes

Maxime, 22 Jahre alt, Franzose, wird seinen Austausch bei der internationalen Hilfsaktion für Straßenkinder „Citoyens des Rues“ in Fes (Marokko) durchführen: „Ich wollte mich nützlich machen und ins Ausland reisen. Durch den internationalen Zivildienst kann ich beides miteinander vereinen. Ich wünschte mir ebenso einen Kulturaustausch mit jungen Menschen, die in einem anderen Umfeld als ich aufgewachsen sind. Meine Aufgabe bei der Hilfsaktion „Citoyens des rues“ besteht darin, jungen Marokkanern, die die Schule abgebrochen haben, Französischnachhilfeunterricht zu geben. Dies ist vornehmlich eine menschliche Erfahrung, die mir auch etwas für meinen späteren Beruf bringen wird, nämlich durch das Erlernen von Fähigkeiten im Umgang mit den jungen Menschen, die mir begegnet sind.“

Erfahrungsbericht von Hatim im Zivildienst in Saint-Jean-de-Braye

Hatim, 21 Jahre alt, Marokkaner, wird seinen Zivildienst in ASCA (St Jean de Braye, im Departement 45) absolvieren: „Seit zwei Jahren bin ich freiwilliges Mitglied des Vereins alternative Bürgerinitiativen ALCI („alternatives citoyennes“). Der Verein hat mich dank meines Studiums im Logistikmanagement und meiner Fähigkeit, mich in einer Gemeinschaft zu integrieren, für ein internationales Volontariat ausgesucht. Ich bin froh darüber, einen Auftrag im Rahmen des internationalen Zivildiensts ausführen zu dürfen. Dadurch kann ich Erfahrungen im Bereich der internationalen Solidarität sammeln, einen Beitrag zum Festival und der im Dezember stattfindenden Woche der Solidarität leisten. Alle diese Aufgaben und andere werden mir meine künftige Eingliederung ins Berufsleben erleichtern, im kulturellen Austausch mit anderen meinen Teamgeist schärfen und mich beruflich im Projekt- und Logistikmanagement weiterbringen. Letztlich glaube ich, dass ich mit all meinen persönlichen und beruflichen Fähigkeiten, die Vereine in ihren Projekten für eine internationale Zusammenarbeit und innerhalb der Austauschaktionen mit meiner Region unterstützen kann, nämlich dank meiner guten Kenntnisse des Vereinsnetzes der Region Fes-Meknès sowie durch meine Erfahrungen mit Vereinen wie ALCI.“