Bilaterale Beziehungen mit Deutschland

Kurzmeldung

Bilaterale Beziehungen, die auf verstärkten zwischenstaatlichen Abstimmungsstrukturen beruhen

Der Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik über die deutsch-französische Zusammenarbeit, „Elysee-Vertrag", der am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle unterzeichnet wurde, ist das Symbol und der Grundstein der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland. Mit dem Vertrag wurde ein umfangreiches System für eine systematische Abstimmung geschaffen, das durch regelmäßige Treffen auf sämtlichen Ebenen (Staats- und Regierungschefs, Minister, hochrangige Beamte) verwirklicht wird. So konnte ein „deutsch-französischer Reflex“ in Sachen Zusammenarbeit der beiden Länder entwickelt werden. Anlässlich des 25. und 40. Jubiläums des Vertrags konnten die bestehenden Strukturen insbesondere durch die Einrichtung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats (DFVSR), des Deutsch-Französischen Wirtschafts- und Finanzrats und des immer abwechselnd in Deutschland und Frankreich tagenden Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) präziser gestaltet und fortgesetzt werden. Zuletzt tagte der Ministerrat am 19. Juni 2018 in Meseberg (Brandenburg).
Gemäß der gemeinsam vom deutschen Bundestag und der französischen Nationalversammlung am 22. Januar 2018 angenommenen Erklärung entschieden Deutschland und Frankreich, einen neuen Elysée-Vertrag zu verfassen, mit dem darauf abgezielt wird, die deutsch-französische Zusammenarbeit in einen europäischen Rahmen zu stellen und ihr zur ermöglichen, den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen.

Deutsch-französischer Ministerrat 2017

Wirtschafts- und Handelsbeziehungen

Als wichtigster Kunde (Einfuhren in Höhe von 71,3 Mrd. Euro) und wichtigster Lieferant (Ausfuhren in Höhe von 85,5 Mrd. Euro) ist Deutschland Frankreichs wichtigster Handelspartner. Deutschlands geschäftliches Abhängigkeitsverhältnis zu Frankreich ist weniger ausgeprägt. Seit 2015 befindet sich Frankreich nach den Vereinigten Staaten (Handel in Höhe von 173 Mrd. Euro) lediglich auf Platz 2 (170 Mrd. Euro) von Deutschlands Handelspartnern. Frankreich ist Deutschlands drittwichtigster Lieferant (7,1 %) und zweitwichtigster Kunde (8,5 %).

Die deutsche und die französische Wirtschaft sind extrem miteinander verknüpft und ergänzen sich gegenseitig. 2737 französische Unternehmen sind in Deutschland ansässig (sprich 30 % der französischen Tochtergesellschaften im Euro-Währungsgebiet), sie beschäftigen 363 000 Personen und erzielen dem französischen Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (INSEE) zufolge einen Umsatz von 147 Mrd. Euro. Umgekehrt sind 3 200 deutsche Unternehmen in Frankreich ansässig, beschäftigen 310 000 Personen und erzielen einen Umsatz von 141 Mrd. Euro.

Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Technik

Die deutsch-französischen Beziehungen im Bereich der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind besonders intensiv und stützen sich auf ein dichtes Netz von Institutionen, darunter:

  • das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das 1963 im Rahmen des Elysée-Vertrags geschaffen wurde und bereits etwa 9 Millionen jungen Menschen aus Frankreich und Deutschland die Teilnahme an 320 000 Austauschprogrammen ermöglichte;
  • die Deutsch-Französische Hochschule (DFH), die 1997 gegründet wurde und aus einem Netzwerk von Hochschulen besteht, das (6 300 Studierenden) integrierte Studiengänge mit binationalen Abschlüssen anbietet;
  • ARTE, deutsch-französischer Kultursender mit europäischer Ausrichtung, gegründet 1992;
  • der Deutsch-Französische Kulturrat, der 1998 ins Leben gerufen wurde und dessen Aufgabe darin besteht, Aufschluss über die Beschlüsse der deutschen und französischen Regierungen hinsichtlich der großen bilateralen und europäischen Themen im Bereich Kultur zu geben;

Das Netzwerk der Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Schulwesen, Wissenschaft und Technik in Deutschland ist dicht und vielfältig:

  • 1 Institut français in Deutschland mit 11 Außenstellen neben der Zentralstelle Berlin
  • 5 spezialisierte Referate in Berlin (Literatur, Kino, Theater und Tanz, Musik und darstellende Kunst)
  • 11 binationale Einrichtungen (Kulturzentren und deutsch-französische Außenstellen)
  • 1 Forschungszentrum für Geschichte (Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales)
  • 1 wissenschaftlicher und technologischer Dienst (WTD) in Berlin
  • 1 französisches Forschungsinstitut im Ausland (IFRE)
  • 15 Einrichtungen des Netzwerks der französischen Zentralstelle für das Auslandsschulwesen AEFE und zwei deutsch-französische Gymnasien in Freiburg und Saarbrücken (neben dem in Buc in Frankreich)

Diese Zusammenarbeit umfasst ebenfalls Projekte der gemeinsamen Unterbringung von diplomatischen und konsularischen Vertretungen (Bau einer deutsch-französischen Botschaft in Dhaka, Bangladesch, seit 2013).

Nützliche Links
Website der Französischen Botschaft in Deutschland: https://de.ambafrance.org/-Deutsch-
Website Deutschland-Frankreich: http://www.france-allemagne.fr/-Deutschland-.html