Bilaterale Beziehungen mit Deutschland

Kurzmeldung

Bilaterale Beziehungen, die auf verstärkten zwischenstaatlichen Abstimmungsstrukturen beruhen

Der am 22. Januar 1963 von Altkanzler Adenauer und dem damaligen französischen Staatspräsidenten General de Gaulle unterzeichnete Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit (Elysee-Vertrag) ist das Symbol der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Der Vertrag sieht einen verbindlichen Zeitplan für regelmäßige Treffen auf sämtlichen Ebenen (Staats- und Regierungschefs, Minister, hochrangige Beamte) vor, durch welche ein kooperatives Vorgehen der beiden Länder bewirkt werden soll. Anlässlich des 25. und 40. Jubiläums des Vertrags konnten die bestehenden Strukturen insbesondere durch die Einrichtung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats (DFVSR) und des zuletzt am 13. Juli 2017 in Paris tagenden Deutsch-Französischen Ministerrats (DFMR) präziser gestaltet und fortgesetzt werden.

Deutsch-französischer Ministerrat 2017

Wirtschafts- und Handelsbeziehungen

Als wichtigster Kunde (Einfuhren in Höhe von 71,3 Mrd. Euro) und wichtigster Lieferant (Ausfuhren in Höhe von 85,5 Mrd. Euro) ist Deutschland Frankreichs wichtigster Handelspartner. Deutschlands geschäftliches Abhängigkeitsverhältnis zu Frankreich ist weniger ausgeprägt. Seit 2015 befindet sich Frankreich nach den Vereinigten Staaten (Handel in Höhe von 173 Mrd. Euro) lediglich auf Platz 2 (170 Mrd. Euro) von Deutschlands Handelspartnern. Frankreich ist Deutschlands drittwichtigster Lieferant (7,1 %) und zweitwichtigster Kunde (8,5 %).

Die deutsche und die französische Wirtschaft sind extrem miteinander verknüpft und ergänzen sich gegenseitig. 2737 französische Unternehmen sind in Deutschland ansässig (sprich 30 % der französischen Tochtergesellschaften im Euro-Währungsgebiet), sie beschäftigen 363 000 Personen und erzielen dem französischen Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien (INSEE) zufolge einen Umsatz von 147 Mrd. Euro. Umgekehrt sind 3 200 deutsche Unternehmen in Frankreich ansässig, beschäftigen 310 000 Personen und erzielen einen Umsatz von 141 Mrd. Euro.

Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Technik

Die deutsch-französischen Beziehungen im Bereich der kulturellen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind besonders intensiv und stützen sich auf ein dichtes Netz von Institutionen, darunter:

  • Das 1963 im Rahmen des Elysee-Vertrags gegründete Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das Aktivitäten und Austausche in sämtlichen Bereichen Jugend und Programme, an den jährlich 200 000 Jugendliche teilnehmen
  • Die 1997 gegründete Deutsch-Französische Hochschule (DFH), die sich aus einem Netzwerk von Hochschulen besteht, die (6 300 Studierenden) integrierte Studienfächer binationale Diplome bietet
  • ARTE, deutsch-französischer Kultursender mit europäischer Ausrichtung
  • Der 1988 eingerichtete Deutsch-Französische Kulturrat, dessen Aufgabe darin besteht, die Beschlüsse der deutschen und französischen Regierung bilaterale und europäische im Bereich Kultur

Das Netzwerk der Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Schulwesen, Wissenschaft und Technik in Deutschland ist dicht und vielfältig:

  • 1 Institut français in Deutschland mit 11 Außenstellen neben der Zentralstelle Berlin
  • 5 spezialisierte Referate in Berlin (Literatur, Kino, Theater und Tanz, Musik und darstellende Kunst)
  • 11 binationale Einrichtungen (Kulturzentren und deutsch-französische Außenstellen)
  • 1 Forschungszentrum für Geschichte (Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales)
  • 1 wissenschaftlicher und technologischer Dienst (WTD) in Berlin
  • 1 französisches Forschungsinstitut im Ausland (IFRE)
  • 15 Einrichtungen des Netzwerks der französischen Zentralstelle für das Auslandsschulwesen AEFE und zwei deutsch-französische Gymnasien in Freiburg und Saarbrücken (neben dem in Buc in Frankreich)

Diese Zusammenarbeit ebenfalls Projekte gemeinsame diplomatische und konsularische Unterbringungen (Bau einer deutsch-französischen Botschaft in Dacca, Bangladesch, seit 2013).