Unternehmen und Investieren in Frankreich

Frankreich bietet ausländischen Unternehmen und Investoren zahlreiche Vorteile.
Seine wirtschaftliche Attraktivität verbucht einen enormen Anstieg und überzeugt immer mehr ausländische Investoren. Dem Ranking der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge befand sich Frankreich 2018 unter den „Top 5“ der attraktivsten Länder für große ausländische Investoren. Ein Porträt der französischen Wirtschaft – weg von den Klischees!

6 Fakten über die französische Wirtschaft, um mit Vorurteilen aufzuräumen

1. Frankreich ist eine Weltwirtschaftsmacht

Mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2 762 Mrd. US-$ im Jahr 2019 ist Frankreich die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, nach den USA, China, Japan, Deutschland, Indien und dem Vereinigten Königreich (IWF, April 2019). Auch ist Frankreich mit über 67 Mio. Verbrauchern der zweitgrößte Markt in Europa. Unter den 500 größten Unternehmen der Welt befinden sich 29 französische (Fortune Global 500, 2017). Denn die französische Wirtschaft, das sind nicht nur ihre allgemein bekannten Branchen Luxuswaren und Nahrungsmittelprodukte, sondern auch Banken und Versicherungen sowie Energieversorgung und Automobilbau.

2. Frankreich ist offen für ausländische Investoren und befindet sich im Herzen Europas

Jede Woche wählen 21 Unternehmen Frankreich als Standort für Neuansiedlungen. Über 28 000 Unternehmen mit ausländischem Kapital sind in Frankreich niedergelassen und beschäftigen 11 % aller Arbeitnehmer. Diese Unternehmen machen 21 % der Tätigkeiten in der Industrie aus, 30 % der französischen Ausfuhren und sichern 21 % der Inlandsausgaben für FuE. Beim Bestand an ausländischen Direktinvestitionen (ADI) steht Frankreich weltweit an 10. Stelle (Quelle: UNCTAD, 2017).

2018 nahm Frankreichs Attraktivität weiter zu, verzeichnete 1 323 ausländische Direktinvestitionsprojekte und übertraf damit die Zahl von 2017 (1 298), die ihrerseits bereits einen Rekord dargestellt hatte.

Als Gründungsmitglied der Europäischen Union und der Eurozone verfügt Frankreich über einen bevorzugten Zugang zum Binnenmarkt und zu den Partnern der Europäischen Union. Seine strategische geographische Lage sowie seine hochwertigen Verkehrsinfrastrukturen machen es zu einer Drehscheibe für einen leichten Zugang zu anderen Ländern, Kontinenten und Wirtschaftsräumen wie z. B. dem EMEA-Raum (Europa, Mittlerer Osten, Afrika). Dem Global Competitiveness Report für 2018 zufolge befindet sich Frankreich in der Rangliste der Wirtschaften gemessen an der Qualität der Infrastrukturen auf Rang 8 von 137. Frankreich verfügt über das zweitlängste Schienennetz für Hochgeschwindigkeitsverkehr.

3. Paris ist der wichtigste Finanzplatz in der Europäischen Union

Nach Peking und Tokio und vor London und New York steht Paris an 3. Stelle der Städte mit den meisten Unternehmenssitzen der Top 500 (27 Unternehmenssitze). Mit Asset Management-Geschäftsaktivitäten von 4 000 Mrd. Euro (sprich mehr als das 1,5-fache des französischen BIP) gilt Paris als globaler Finanzplatz und europäischer Marktführer für Risikokapital (3,6 Mrd. Euro im Jahr 2018). Im Jahr 2016 investierte Paris 12,4 Mrd. Euro in 1 400 Unternehmen und hat damit, was Kapitalinvestitionen in die EU betrifft, eine Spitzenstellung inne. Unter den Top 20 der größten Banken der Welt befinden sich 4 französische.

4. Frankreich ist ein Unternehmerland

Frankreich ist das Land in Europa, in dem die meisten Unternehmen gegründet werden. Im Jahr 2018 erreichte die Zahl der Neugründungen in Frankreich den Rekordwert von 691 000, was auf einen Anstieg der Kleinstunternehmen um 28 % sowie der traditionellen Einzelunternehmen (+20 %) zurückzuführen ist. Die Unternehmensgründung dauert in Frankreich lediglich 3,5 Tage, im Gegensatz zu 4,5 im Vereinigten Königreich und 10,5 in Deutschland. Die „unternehmerischen Absichten“ der Franzosen sind eine der am stärksten ausgeprägten in Europa. 2018 gaben 50 % der 18-24-Jähtrigen an, ein Unternehmen gründen zu wollen. Mit der Station F, die der weltgrößte Inkubator für junge Unternehmen werden soll (mit einer Unterbringungskapazität von 1000 Start-ups), behauptet sich Frankreich als eine „Start-up-Nation“.

5. Frankreich verfügt über besonders qualifizierte und produktive Arbeitskräfte

Frankreich investiert massiv in sein Bildungssystem (5 % seines BIP). Es verfügt über hochqualifizierte Arbeitskräfte, die in der Lage sind, sich anzupassen und die für ein Produktivitätswachstum unerlässlichen neuen Technologien zu beherrschen. 44,7 % der 25- bis 34-Jährigen und 33,5 % der 25- bis 64-Jährigen verfügen über einen Hochschulabschluss. Außerdem nimmt Frankreich bei der Produktivität pro Arbeitsstunde weltweit den 7. Platz ein, vor Deutschland (Platz 8) und Großbritannien (Platz 18) (Quelle: The Conference Board, 2017).

86 % der befragten Führungskräfte ausländischer Unternehmen sind der Meinung, dass Ausbildung und Qualifikation der Arbeitskräfte in Frankreich attraktiv sind.

6. Frankreich ist ein innovationsfreudiges Land

Mit Inlandsausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von 2,2 % des BIP rangiert Frankreich dem World Competitiveness Yearbook 2018 zufolge weltweit an 6. Stelle (nach den USA, China, Japan, Deutschland und Südkorea). Die 5 Branchen, in denen am meisten in FuE investiert wird, sind die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Pharmaindustrie, Wissenschaft und Technik sowie Datenverarbeitung und Informationsdienstleistungen. Frankreich hat hohe Kompetenzen in zukunftsträchtigen Bereichen wie Biotechnologie und Umwelttechnologien.

2018 gehörten 7 französische Player zu den 100 innovativsten Unternehmen der Welt (CEA, Alstom, Airbus, Safran, Saint-Gobain, Thales und Total).

2018 nahm Frankreich 144 FuE-Zentren auf (was einem Anstieg von 85 % im Vergleich zu 2017 entspricht) und ist dem EY-Attraktivitätsbarometer 2019 zufolge somit das attraktivste Land für innovative Investitionen in Europa und behauptet sich immer besser in seiner zentralen Rolle in der europäischen FuE- und Innovationswirtschaft. Frankreich zieht mehr Projekte als Deutschland und das Vereinigte Königreich zusammen an.

Die wissenschaftliche Exzellenz des Landes kommt darin zum Ausdruck, dass sich zahlreiche FuE-Zentren großer Konzerne für Frankreich als Standort entscheiden. So haben sich z. B. mehrere große Unternehmen aus dem Bereich der Informationstechnik für Paris als Standort ihrer Forschung in Künstlicher Intelligenz (KI) entschieden. Das gilt u. a. für Facebook (2015), aber auch für Google, Fujitsu und Samsung sowie für Microsoft, das gemeinsam mit Simplon ein ambitioniertes Ausbildungsprogramm in Frankreich vorantreibt, mit dem über 400 000 Menschen mit unterschiedlichsten Profilen mit den Aspekten der KI vertraut gemacht werden sollen.

2017 setzte sich die französische Regierung das Ziel, Frankreich zu einer „Start-up-Nation“ zu machen. Am 15. Januar 2018 richtete sie einen Fonds mit 10 Mrd. Euro für die Finanzierung von Innovationen ein, in den Erlöse aus dem Verkauf staatlicher Vermögenswerte fließen sollen.

Ein großer Investitionsplan für den Zeitraum 2018-2022 in Höhe von 57 Mrd. Euro zur Unterstützung der Strukturreformen und zur Vorbereitung Frankreichs auf die Herausforderungen der Zukunft.

Der Plan beruht auf 4 Schwerpunkten:
• 20 Mrd. Euro für die Beschleunigung des ökologischen Wandels (Verbesserung der Mobilität und Steigerung der Kapazitäten bei der Produktion erneuerbarer Energien)
• 15 Mrd. Euro für die Stärkung von Kompetenzen innerhalb der Gesellschaft (Ausbildung und Verbesserung der Grundausbildung)
• 13 Mrd. Euro für die Stärkung von Innovation als Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit (Förderung wissenschaftlicher Exzellenz und unternehmensinterner Innovationen)
• 9 Mrd. Euro für den Aufbau des digitalen Staats (Verbesserung der Qualität und des Zugangs zu öffentlichen Dienstleistungen, Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitssystems und des sozialen Zusammenhalts

Die Agentur Business France ist mit der Förderung und Betreuung ausländischer Investitionen in Frankreich sowie der internationalen Entwicklung der französischen Wirtschaft beauftragt. Business France ist eine öffentliche Einrichtung und untersteht dem Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, dem Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten sowie dem Generalkommissariat für die Gleichheit der Gebiete. Die Agentur mit Niederlassungen in Frankreich und in 70 anderen Ländern wirbt für die Attraktivität Frankreichs, seiner Unternehmen und seiner Regionen.
Informationen über die Bedingungen für eine Niederlassung in Frankreich
Im Welcome Office, dem Ansprechpartner für internationale Talente bei Business France, erhalten Sie alle notwendigen Informationen über:
  • das Leben in Frankreich
  • die Bedingungen für Ihren Aufenthalt und den Zugang zum Arbeitsmarkt
  • die individuelle Besteuerung
  • die Sozialversicherung Ihrer Familie
  • alle anderen Aspekte des Alltags (Schulbesuch der Kinder, Wohnung, Führerschein usw.

Juli 2019