Kultureller Austausch

Das Engagement Frankreichs für den kulturellen Austausch vollzieht sich in vielfältiger Form:

  • Reziprozität des kulturellen Austauschs zwischen Frankreich und dem Ausland;
  • die europäische Dimension dieses Austauschs;
  • Bekunden von Solidarität mit den anderen Kulturen der Welt durch Unterstützung ihrer Entwicklung.

Das kulturelle Netzwerk Frankreichs bemüht sich parallel zur Verbreitung von Ideen und Werken um langfristige Partnerschaften wie Koproduktionen, Residenzen für Künstler und Kuratoren, philosophische Debatten, Partnerschaften zwischen französischen und ausländischen Institutionen oder Know-how-Transfers.

FIAC (foire internationale de l'art contemporain) : la somme des hypothèses, 2011 de Vincent Mauger. Photo : MAEDI/F. de la Mure

Gastaufenthalte für Künstler in Frankreich und im Ausland: das Programm der Residenzen

Das Programm der Künstler-Residenzen basiert auf zwei wesentlichen Grundideen:

  • Schriftstellern, Künstlern und Fachleuten der französischen Kultur einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, wie dies bei den Programmen „Villa Médicis Hors les Murs“ oder „Villa Kujoyama“ der Fall ist;
  • die Aufnahme aufstrebender oder bereits anerkannter Schriftsteller und Künstler aus dem Ausland in Paris zu fördern; dies gilt insbesondere für die Residenz-Programme des Centre international d’accueil et d’échanges des Récollets und der Cité Internationale des Arts.

Ziel dieses Instrumentariums ist es, den internationalen Werdegang aufstrebender oder bereits anerkannter Künstler und Autoren zu begleiten und zu strukturieren:

  • Nahezu 350 Kulturschaffenden der französischen und internationalen Szene kam während ihrer Laufbahn eine Residenz zugute.
  • Jedes Jahr werden 100 Pauschalzuwendungen für eine Residenz im Ausland an französische oder seit mindestens fünf Jahren in Frankreich ansässige Künstler ausgereicht.
  • 100 weitere kommen im Rahmen der zusammen mit diversen Partnern, u.a. der Stadt Paris, eingerichteten Programme ausländischen Künstlern zugute.

Der deutsch-französische Fonds

Der anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Elysée-Vertrags im Jahr 2003 eingerichtete Deutsch-französische Fonds für Kulturprogramme in Drittstaaten ist ein Symbol der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich.

Er soll die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich in Drittländern anhand konkreter Kooperationsprojekte in den Bereichen visuelle Kunst, Bühnenkunst, Film, audiovisuelle Medien, Sport, Philosophie, Literatur, Förderung des Erlernens der deutschen und der französischen Sprache sichtbar und erfahrbar machen.

Dieses Programm ist ein flexibles und originelles Konzept, das über die deutsch-französische Zusammenarbeit hinaus auch bei anderen europäischen Staaten auf Interesse stoßen und das Bild eines geeinten Europas im Bereich der Kultur vermitteln kann. Die Bündelung der Mittel beider Länder ermöglicht außerdem einen sparsamen Ressourceneinsatz und hat einen sehr positiven Effekt auf die Mobilisierung von Geldern.

Das europäische Kultur-Netzwerk EUNIC in der Welt

EUNIC ist das 2006 gegründete Netzwerk der Nationalen Kulturinstitute in der Europäischen Union (kurz: EUNIC für englisch: European Union National Institutes for Culture). Es hat 29 Mitglieder aus 24 Ländern und verfügt über 80 „Cluster“ in allen Teilen der Welt.

Die EUNIC-Mitglieder sind mit über 2000 Außenstellen und Tausenden von lokalen Partnern in über 150 Ländern präsent. Sie sind in den Bereichen Kunst, Sprache, Jugend, Bildung und Erziehung, Wissenschaft, interkultureller Dialog und Entwicklung aktiv, beschäftigen über 25.000 Personen und erzielen einen kumulierten Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Das EUNIC-Netzwerk basiert auf offener Kooperation; es setzt überwiegend auf einen Bottom-up-Ansatz nach dem Vorbild der NGOs und stützt sich auf eine kleine, unabhängige und flexible Verwaltung.

EUNIC setzt sich anhand der Zusammenarbeit zwischen den europäischen Kulturinstituten für die europäischen Werte ein und trägt zur kulturellen Vielfalt in der Europäischen Union und darüber hinaus bei. Ziel von EUNIC ist es, die Rolle der Kultur in Europa weiterzuentwickeln und Dialog, Austausch und dauerhafte Kooperation auf dem Gebiet der Kultur weltweit voranzutreiben.

Die Expertise und das weltumspannende Netzwerk von EUNIC machen die Organisation zu einem unerlässlichen Partner bei internationalen kulturellen Fragen. Als regelrechter Kompetenz-Pool und Ideenlabor für die europäischen Institutionen bietet EUNIC eine Ergänzung zu den Initiativen und Aktivitäten der EU auf dem Gebiet der Kultur.

Die EUNIC-Projekte tragen dazu bei, die Kultur mit wesentlichen Sektoren wie Entwicklung, Ökologie oder Konfliktprävention und -lösung zu verbinden. Darüber hinaus fördern sie die Innovation und die Entwicklung einer Kreativwirtschaft.

EUNIC ist zugleich ein Partner- und Experten-Netzwerk, ein operatives Netzwerk für die Durchführung von Projekten und ein Interessenträger-Netzwerk.
2012-2013 hatte Delphine Borione, Leiterin der für die kulturelle Kooperation und die französische Sprache zuständigen Abteilung im französischen Außenministerium, den rotierenden Vorsitz der Organisation inne. Ihr Nachfolger wurde der Belgier Charles-Etienne Lagasse, Inspecteur Général de Wallonie-Bruxelles International. Zwei wesentliche Prioritäten des französischen Vorsitzes waren die geplante kulturelle Kooperation mit der Maghreb-Region und dem Nahen Osten sowie die Fortsetzung des kulturellen Dialogs mit China.

Stand: Oktober 2015