Französisches Kino exportieren und Filmkunst aus aller Welt unterstützen

Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Entwicklung (Ministère des Affaires étrangères et du Développement international/MAEDI) spielt im Hinblick auf den internationalen Erfolg und den Export des französischen Kinos eine zentrale Rolle. Dies ist von größter Bedeutung für die Bewahrung der kulturellen Vielfalt und der Dynamik unserer Wirtschaftsdiplomatie.

Zum zweiten Mal in Folge waren die französischen Filme 2015 gemessen an der Zahl der verkauften Eintrittskarten außerhalb Frankreichs (mit 106 Mio. Eintrittskarten) erfolgreicher als im Inland (72,5 Mio.), und 20% dieser Eintrittskarten betrafen Animationsfilme. An erster Stelle unter den Exportregionen steht dabei Asien (28,9 Mio. Eintrittskarten), gefolgt von Westeuropa (25,6 Mio.), Lateinamerika (22,3 Mio.) und Nordamerika (15,4 Mio.).

Tätigkeit des für Kultur und audiovisuelle Medien zuständigen Netzwerks des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und internationale Entwicklung und seiner Aufgabenträger und Partner

Promotion und Export des französischen Kinos

  • Netzwerk der Referenten für audiovisuelle Medien

Die rund fünfzig Referenten für audiovisuelle Medien, die 113 Länder abdecken, stellen dank ihrer eingehenden Kenntnis der Gegebenheiten und der Ansprechpartner vor Ort eine wichtige Unterstützung für das französische Kino und die französische Filmwirtschaft dar. Dieses Netzwerk arbeitet auch mit den maßgeblichen Festivals und Filmhochschulen in Frankreich (Filmfestspiele und Filmmesse von Cannes, Filmfestival von Annecy für Animationsfilme, Filmhochschulen La Fémis und Les Gobelins usw.) wie auch im Ausland zusammen. Es begleitet beispielsweise auch den Kinokonzern Gaumont-Pathé bei seiner Entwicklung in Afrika.

  • Netzwerk der Standorte des Institut français (IF)

40 digitale Kinosäle an den IF-Standorten: Das kulturelle Netzwerk Frankreichs, Unifrance und das Institut français-Paris arbeiten bei der Digitalisierung der Kinosäle des IF, die vom Außenministerium und von der staatlichen Filmförderungsbehörde Centre national du cinéma et de l’image animée (CNC) finanziert wird, eng zusammen. Das dabei verfolgte Ziel ist die kommerzielle Förderung der Filme in diesen Kinosälen und die Anpassung ihres Betriebs entsprechend den aktuellen Gegebenheiten (Monitoring des Publikums, Ticketing usw.), um das französischen Kino weltweit noch erfolgreicher zu machen.

Fördern der Verbreitung französischer Filme: Das Institut français-Paris verfügt über einen Katalog von 3.500 Filmen und setzt sich mit über 30.000 nicht-kommerziellen öffentlichen Filmvorführungen im Ausland sehr engagiert für die Verbreitung des französischen Kinos ein.

  • Besonderes Augenmerk für das junge Publikum

Angesichts der Exporterfolge der Animationsfilme entwickeln die Aufgabenträger des französischen Außenministeriums neue Maßnahmen in Richtung der jungen Zielgruppen. So wurde etwa 2015 von der Agence pour l’enseignement français à l’étranger (AEFE, Agentur für das französische Unterrichtswesen im Ausland) und Unifrance ein gemeinsamer Preis der Kritik ausgelobt, der im Rahmen des Online-Festivals My French Film Festival von den Schülern der französischen Auslandsschulen vergeben wird. IF und CNC führen gemeinsam ein spezielles Bildungsprogramm für den Umgang mit visuellen Medien durch, mit dem sie ein möglichst breites Publikum junger Menschen im Ausland erreichen wollen.

Unterstützung von Filmkunst aus aller Welt

  • Aide aux cinémas du monde

Der von IF und CNC gemeinsam verwaltete Förderfonds Aide aux cinémas du monde unterstützt die Produktion von Fiction-Spielfilmen. Seit 2012 kamen 184 Fördermaßnahmen Regisseuren 70 unterschiedlicher Nationalitäten zugute. Viele der geförderten Filme wurden bei bedeutenden Filmfestivals ausgezeichnet: The Lobster erhielt in Cannes 2015 den Preis der Jury, Winter Sleep 2014 die Goldene Palme. Mustang, ein Film des französisch-türkischen Regisseurs Deniz Gamze Ergüven, vertrat Frankreich bei den Oscars 2016. 12 Filme, die diese Unterstützung erhielten, kamen in die diesjährige Auswahl für Cannes, 5 davon für den offiziellen Wettbewerb.

  • Fabrique des cinémas du monde

Getragen durch das Institut français-Paris in Zusammenarbeit mit France Médias Monde (FMM) und unterstützt durch die Organisation Internationale de la Francophonie (OIF), betreut dieses Programm während der Filmfestspiele von Cannes jeweils zehn Regisseure und deren Produzenten. Seit 2009 wurden 124 Regisseure und Produzenten aus 56 Ländern bei der Entwicklung ihres Projekts für einen ersten oder zweiten Spielfilm unterstützt, 70% fanden innerhalb desselben Jahres einen Koproduzenten; der 2014 von der Fabrique geförderte Erstlingsfilm von Anita Rocha da Silveira, Mate-me per favor, zum Beispiel wurde für die Mostra von Venedig 2015 ausgewählt.

  • Images d’Afrique Formation

Es handelt sich um einen sogenannten „Prioritären Solidaritätsfonds“ (Fonds Solidarité Prioritaire/FSP) für 7 Ausbildungseinrichtungen in 6 Ländern Subsahara-Afrikas. Ziel dieser Förderung ist es, die betreffenden Einrichtungen bei ihrer Modernisierung zu unterstützen und den afrikanischen Studenten damit bessere Grundlagen für ihre berufliche Laufbahn zu bieten (2013-2016).


Tätigkeit der Partner des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und internationale Entwicklung

Die Filmförderungsbehörde CNC stellt Beihilfen für die Kreation, die Produktion und den Verleih von Filmen, die Bereiche Kurzfilm, Verwertung, die technischen Tätigkeitsbereiche, kinematographische Entwicklungsprojekte und den Export französischer Filme zur Verfügung. Frankreich verfügt über die vergleichsweise größte Zahl (56) von Koproduktionsabkommen, die bei der Erhaltung der Vielfalt und der Ausstrahlung unseres Kinos eine entscheidende Rolle spielen. Darüber hinaus gibt es spezielle bilaterale Fonds zur Unterstützung von Koproduktionen mit Griechenland, Portugal, Italien, Deutschland und Kanada.

Die CNC organisiert regelmäßig Koproduktions-Workshops in Zusammenarbeit mit den Botschaften, um den Filmschaffenden aus Frankreich und den betreffenden Ländern die Gelegenheit zur Begegnung und zum gegenseitigen Austausch zu bieten. Eine solche Vereinbarung ermöglichte z.B. die französisch-chinesische Koproduktion Le dernier loup von Jean-Jacques Annaud (16 Mio. Zuschauer in China und 1,3 Mio. in Frankreich.

Die Branchenorganisation Unifrance befasst sich mit der kommerziellen Förderung des französischen Films, vom Verkauf bis zum Verleih. Sie untersteht der CNC als Aufsichtsbehörde, ihr Vorstandsvorsitzender ist der Regisseur Jean-Paul Salomé, die Geschäftsführerin Isabelle Giordano. Das Außenministerium bestellt eine einschlägig qualifizierte Persönlichkeit (Costa Gavras) in den Vorstand von Unifrance. Das weltweite Netzwerk der Referenten für audiovisuelle Medien trägt aktiv zur Organisation der Unifrance-Veranstaltungen bei.

Die Organisation Filmfrance fördert ausländische Dreharbeiten in Frankreich. Filme sind ein essentieller Vektor für das Image, die Ausstrahlung und die Attraktivität Frankreichs. Die Exporterfolge in diesem Bereich haben unmittelbare Auswirkungen auf den Tourismus. Als Beispiel hierfür lässt sich der teilweise im Schloss Chantilly gedrehte Film Chinese Zodiac von Jackie Chan nennen, der den Zustrom chinesischer Besucher in Chantilly von einigen hundert im Jahr 2012 auf heute über 15.000 anwachsen ließ. Auf einem stark wettbewerbsorientierten Markt in Europa tragen auch die am 1. Januar 2016 neu in Kraft getretenen steuerlichen Maßnahmen (internationale Steuergutschrift) zur Förderung ausländischer Dreharbeiten in Frankreich bei.

Das Kino ist zweifelsohne einer der am besten strukturierten und effizientesten Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft, wo jeder Akteur die Chance hat, seinen Platz zu finden. Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Entwicklung, die Aufgabenträger und das kulturelle Netzwerk des Ministeriums leisten einen maßgeblichen Beitrag zu den Exporterfolgen des französischen Films.

Letzte Aktualisierung: 12.05.2016