„Erfolg ohne Grenzen“: eine Initiative zur Förderung von Beschäftigung und Ausbildung im deutsch-französischen Oberrheingebiet

Im Rahmen der dezentralisierten und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich möchten wir Ihnen das Projekt „Erfolg ohne Grenzen“ vorstellen, das vom Rat der Region Grand Est gefördert wird. Mit dem Projekt soll die grenzüberschreitende Berufsbildung im deutsch-französischen Oberrheingebiet vorangetrieben werden.

Das Projekt

Die Region Grand Est, die einzige französische Region mit einer Grenze zu Deutschland, ist im Bereich der grenzüberschreitenden deutsch-französischen Zusammenarbeit besonders aktiv.

Gemeinsam mit den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, den Städten Freiburg und Karlsruhe und vielen weiteren Partnern (Unternehmen, Verbänden, Netzwerken, Bildungseinrichtungen usw.) stellt sie zahlreiche Projekte, so auch die Initiative „Erfolg ohne Grenzen“, auf die Beine. Diese wurde dank des 2013 im Zuge der Oberrheinkonferenz unterzeichneten Rahmenabkommens zur grenzüberschreitenden Berufsbildungins Leben gerufen.

Insgesamt wirken an dem Projekt, das sich auf die Bereiche Beschäftigung, Berufsbildung und Arbeitsmarktintegration konzentriert, 8 Kofinanzierungsträger und 25 deutsche und französische Partner mit.

Die Ziele

Das Projekt wurde 2016 im Einzugsgebiet des grenzüberschreitenden Raums des Oberrheins auf die Wege gebracht und wird von der EU über das Programm INTERREG VA Oberrhein mitfinanziert. Dabei werden drei Hauptziele verfolgt:

• Erstens soll ein verbesserter Überblick über die Stellenangebote auf der anderen Seite der Grenze verschaffen und der Wunsch nach Mobilität geweckt werden.
• Zweitens wird die Annäherung zwischen Arbeitgebern und Bewerbern angestrebt, indem der Kontakt zwischen den beiden Gruppen erleichtert und ein angepasstes und transparentes Ausbildungsangebot geschaffen wird.
• Drittes Ziel ist eine Begleitung der Bewerber in allen drei Phasen, sprich vor, während und nach der Berufsausbildung.

Die Instrumente

Das Projekt „Erfolg ohne Grenzen“ stützt sich in erster Linie auf die Stärkung der gemeinsamen Instrumente, die Vereinigung aller Partner und die Kommunikation zwischen allen Projektbeteiligten.

430

apprentis transfrontaliers

„430 grenzüberschreitende Auszubildende“: Mit dem Projekt soll das Modell der grenzüberschreitenden Ausbildung ausgebaut werden, um den Berufseinstieg im Oberrheingebiet zu erleichtern. Die Anzahl der grenzüberschreitenden Auszubildenden beträgt 430 (davon 309 mit und 131 ohne Abiturabschluss) in 139 verschiedenen Ausbildungsbereichen: ein Beweis für das Handlungsinteresse, das auf diesem Gebiet besteht.

„Erfolg ohne Grenzen“ ermöglicht außerdem einen einfacheren Zugang zu maßgeschneiderten Sprach- und Fachausbildungen. Auch wurde ein Mobilitätszuschuss für grenzüberschreitende Auszubildende und Arbeitssuchende in Ausbildung auf der anderen Seite des Rheins eingeführt, sowie interkulturelle Workshops zu verschiedenen Themen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, Alltag im Nachbarland, interkulturelles Coaching). Bereits 633 Personen konnten von diesen Workshops profitieren. Im Rahmen des Projekts wird eine Gruppe von Fachleuten eingesetzt, darunter Berater der französischen Arbeitsagentur Pôle Emploi, die die Bewerber bei ihrer Suche unterstützen, sowie vier Fachbeauftragte für grenzüberschreitende Ausbildung.

Hier finden Sie die Berichte von drei grenzüberschreitenden Auszubildenden (auf FR mit DE Untertitteln):

Die Ergebnisse

Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde die Veranstaltungswoche „Erfolg ohne Grenzen“ ins Leben gerufen, die eine Reihe von Workshops, Foren, Job Dating, Coachings und Konferenzen rund um die Themen berufliche Mobilität und grenzüberschreitende Ausbildung umfasst. Im Zuge dieser Woche werden alle Partner aktiv und präsentieren Werdegänge, Vorrichtungen, Empfehlungen und die bestehenden Berufsmöglichkeiten in Bezug auf grenzüberschreitende Beschäftigung.

Das Programm ist ein voller Erfolg: Innerhalb der Region Grand Est konnten über 600 Arbeitssuchende ausgebildet werden, und zwar sowohl was Fachwissen als auch Deutschkenntnisse betrifft. Über 2700 Schülerinnen und Schüler nahmen an Schnuppertagen bzw. -wochen teil und lernten dabei die Arbeitswelt des Nachbarlands kennen. Seit 2016 entschieden sich 218 weitere Personen für eine grenzüberschreitende Ausbildung.

Außerdem ermöglichte das Projekt die Entstehung neuer Partnerschaften sowie die Verstärkung der Synergien zwischen den Akteuren im Bereich der grenzüberschreitenden Ausbildung. Ferner äußerten die Partner den Wunsch, die begonnenen Initiativen weiterzuführen, um auch zukünftig – sprich nach dem Ende der Mitfinanzierung durch die EU (31. Dezember 2018) – in diesem Bereich zusammenzuarbeiten.