Der Adenauer-De Gaulle-Preis 2020 geht an die DRF- Luftrettung und Luxemburg Air Rescue (14. Dezember 2020)

Teilen

Für ihren herausragenden Beitrag zur deutsch-französischen Solidarität während der Pandemie werden die Deutsche Luftrettung und Luxemburg Air Rescue gemeinsam mit dem Adenauer-De Gaulle Preis 2020 ausgezeichnet.

Sobald das Infektionsgeschehen es erlaubt, soll der Preis von den beiden Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Clément Beaune, Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten und seinem deutschen Amtskollegen, Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt verliehen werden.

Staatssekretär Clement Beaune und Staatsminister Michael Roth sagten zur Wahl des Preisträgers:

„Die Covid19-Pandemie hat die Großregion an der deutsch-französischen Grenze sehr hart getroffen. Auf dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr haben die DRF-Luftrettung und Luxemburg Air Rescue ein starkes Zeichen für europäische Solidarität und grenzüberschreitende Kooperation gesetzt.

Unter schwierigen Umständen haben die beiden Luftrettungsdienste mit großer Professionalität und starkem persönlichen Einsatz den Großteil der Hubschraubertransporte französischer Patienten in Krankenhäuser in Deutschland und wieder zurück übernommen. Dabei haben DRF und LAR nicht nur konkret Menschenleben gerettet, sondern auch einen sehr wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Gesundheitskrise und zur Festigung der deutsch-französischen Freundschaft geleistet.

Diese zivilgesellschaftliche Solidarität über die Grenzen hinweg war in Zeiten großer Ängste und Spannungen im Alltag der Menschen der Grenzregion ganz besonders wichtig. Die Arbeit der beiden Rettungsfluggesellschaften hat auf beeindruckende Weise den Wert der deutsch-französischen Freundschaft gezeigt. Europa ist dann stark, wenn wir uns aufeinander verlassen können und wenn für uns Solidarität eine Selbstverständlichkeit ist.

Wir freuen uns darüber, dass wir mit der Verleihung des Adenauer - De Gaulle Preises 2020 an die DRF und LAR das auszeichnen können, was wir uns für Europa wünschen: konkrete und lebendige Solidarität, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und starkes zivilgesellschaftliches Engagement.“

Hintergrund

Die im Jahr 1972 gegründete und in Filderstadt ansässige DRF Luftrettung ist mit über 50 Hubschraubern und mehr als 40.000 Einsätzen jährlich eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. An 14 der 35 Stationen in Deutschland, Österreich und Liechtenstein sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an acht Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patienten aus dem Ausland zurück.

Die Luxembourg Air Rescue entstand Ende der 1980er Jahre aus einer privaten Initiative von engagierten Menschen. Inzwischen hat sich die LAR zu einem humanitären mittelständischen Unternehmen mit 6 Rettungshubschraubern und 6 Ambulanzjets entwickelt. Einer der Hubschrauber ist aufgrund eines Abkommens über grenzüberschreitende Luftrettung zwischen Luxemburg und dem Saarland sowie Rheinland-Pfalz an die Leitstelle Trier angebunden und fliegt jährlich über 1.000 Einsätze im nahen deutschen Grenzgebiet. Mit den Ambulanzfliegern führt die LAR u. a. seit über 10 Jahren gemeinsam mit ihrem französischen Partner sämtliche Organtransporte innerhalb Frankreichs durch.

Beide Gesellschaften sind gemeinnützig und haben im Frühjahr 2020 den Grossteil der Patiententransporte aus der französischen Region Grand Est in Krankenhäuser überall in Deutschland, nach Luxemburg und sogar nach Salzburg und wieder zurück übernommen.

Der Adenauer - de Gaulle - Preis wurde anlässlich des 25. Jahrestages des Elysée-Vertrages am 22. Januar 1988 von der deutschen und der französischen Regierung ins Leben gerufen. Er wird Personen, Initiativen oder Institutionen verliehen, die durch ihr Wirken einen herausragenden Beitrag zur Festigung der deutsch-französischen Freundschaft geleistet haben.

Der Preis erinnert an die historische Leistung von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die 1963 mit der Unterzeichnung des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit dem Werk der Aussöhnung zwischen dem deutschen und dem französischen Volk und der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern entscheidende Impulse gaben.

Er soll zudem die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger beider Länder an der Gestaltung der deutsch-französischen Partnerschaft anerkennen und fördern und diesem Engagement einen Rahmen zur Entfaltung bieten. Die beiden Beauftragten stützen ihre Wahl auf den Vorschlag einer deutsch-französischen Jury, die sich aus Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt und die Vielfalt beider Gesellschaften widerspiegelt. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zu den früheren Preisträgern zählen u. a. Patricia Kaas (1999), Ulrich Wickert (2000), Daniel Brühl (2004), arte (2013), das Deutsch-Französische Jugendwerk (2014), das Hip-Hop Duo Zweierpasch (2018) und die NGO „Une Terre Culturelle“ (2019).