Besuch der französischen Jungdiplomaten in Berlin stellt die Stärke der deutsch-französischen Beziehung unter Beweis (22. Mai-1. Juni 2018)

Zwei Wochen lang nahmen die Nachwuchsdiplomaten des Institut Diplomatique et Consulaire (IDC) zusammen mit ihren deutschen Amtskollegen an einem gemeinsamen Ausbildungslehrgang in Berlin teil.

Ein entscheidender Moment ihrer Ausbildung: Die Jungdiplomaten des Jahrgangs 2018 der Ausbildungsstätte des französischen Außenministeriums (Institut Diplomatique et Consulaire, IDC) kamen nach Berlin, um ihre deutschen Amtskollegen der Akademie Auswärtiger Dienst zu treffen. Dieser Lehrgang findet jedes Jahr abwechselnd in Berlin und Paris statt. Ziel dabei ist es, den jungen Diplomaten beider Länder die Gelegenheit zu bieten, Verbindungen zu knüpfen, die Verwaltung des jeweiligen Partnerlandes besser kennen zu lernen und den „deutsch-französischen Reflex“ in ihren Köpfen zu verankern.

Anlässlich des 55. Jubiläums des Elysée-Vertrages ging es in den Gesprächen in erster Linie um die Bedeutung der deutsch-französischen Partnerschaft in Europa und um unser gemeinsames Handeln angesichts der zahlreichen Herausforderungen, denen sich unsere beiden Länder derzeit stellen müssen: Neugestaltung der Europäischen Union, Energie und Klima, EU-Nachbarschaftspolitik, Migrationen, Krisenmanagement, digitaler Wandel.

Die Botschafterin Frankreichs in Deutschland Anne-Marie Descôtes eröffnete den Lehrgang mit einer Ansprache über die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehung für die Zukunft Europas, bevor die Nachwuchsdiplomaten anschließend der Simulation einer Pressebesprechung der Botschaft beiwohnten.

Mit einer Besichtigung des Auswärtigen Amtes, des Bundeskanzleramts, des Deutschen Bundestags und des Bundespräsidialamts brachten die deutschen Diplomaten ihren französischen Kollegen das institutionelle Umfeld der Bundesrepublik näher. Die Jungdiplomaten der beiden Länder hatten das Privileg, den Bundesaußenminister Heiko Maas sowie den Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt Michael Roth zu treffen, mit denen sie ein tief greifendes und dynamisches Gespräch über das verstärkte Mitwirken der Bürgerinnen und Bürger an Europa führten.

Im Zuge einer Bundestagssitzung im Beisein der Abgeordneten Ursula Groden-Kranich, die auch Mitglied der deutsch-französischen Freundschaftsgruppe sowie der deutsch-französischen Arbeitsgruppe zum Elysée-Vertrag ist, konnten sich die Nachwuchsdiplomaten darüber bewusst werden, welch zunehmende Rolle die nationalen Parlamente dabei spielen, unsere bilaterale Beziehung mit Leben zu erfüllen. Durch die Sitzung im Bundespräsidialamt wurde es den Teilnehmern ermöglicht, den Platz dieser Institution innerhalb des deutschen föderativen politischen Systems besser nachzuvollziehen.

Der Austausch zwischen den deutschen und französischen Diplomaten wurde während eines Freundschaftsfußballspiels in einem geselligen Rahmen fortgesetzt. Obwohl es nach 30 Minuten bereits 4 zu 1 für die deutsche Mannschaft stand, konnte das französische Team in der zweiten Halbzeit aufholen, bevor es die Deutschen in den letzten Spielminuten diplomatisch gewinnen ließ.

Das nächste Mal treffen sich die beiden Gruppen am 7. Und 8. Juni in Brüssel. Dort werden sie mit ihren polnischen Amtskollegen zu Arbeitssitzungen innerhalb ihrer jeweiligen ständigen Vertretungen und im Rat im Format des Weimarer Dreiecks zusammenkommen. Nächstes Jahr ist es der Ausbildungsjahrgang 2019 des IDC, der die 74. Crew der Akademie Auswärtiger Dienst zu einem gemeinsamen Lehrgang im Geiste des Austauschs und des Dialogs in Paris empfangen wird.

Die Jungdiplomaten in Berlin mit Heiko Maas (Bundesaußenminister) © photothek.net

Die Jungdiplomaten in Berlin mit Michael Roth (Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt) © photothek.net