Das Weimarer Dreieck Das Weimarer Dreieck wurde 1991 auf Initiative des deutschen Außenministers Hans-Dietrich Genscher und seiner französischen und polnischen Amtskollegen, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski, gegründet, um eine gemeinsame Zukunftsvision für Europa zu entwickeln und eine gesellschaftliche Annäherung in den drei Ländern zu bewirken. Zunächst war das Dreieck ein privilegiertes Gremium, um die Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen auf Grundlage der deutsch-französischen Erfahrung voranzutreiben. Nach dem EU-Beitritt Polens im Jahr 2004 entwickelte sich das Format weiter und diente nunmehr der Abstimmung zwischen den drei Ländern im Vorfeld der europäischen Verhandlungen. Deutschland Frankreich Polen Veröffentlicht am : 05 Februar 2024 Aktualisiert am : 04 March 2026 Dans cette rubrique Das Ministerium in Aktion Einsatz für Frieden und Achtung der Menschenrechte Einsatz innerhalb der Vereinten Nationen Einsatz für Sicherheit, Abrüstung und Nichtverbreitung Humanitäre Soforthilfe Pariser Friedensforum Förderung der Menschenrechte Geschlechtergleichheit: für Frankreich eine Priorität Einsatz innerhalb der internationalen Justiz Digitale Diplomatie Förderung eines souveränen Europas La communauté politique européenne Die wichtigen internen Politikbereiche der Europäischen Union Das Europa der Verteidigung Frankreich und die Europäische Union Europäische Dossiers Förderung von französischen Unternehmen und Frankreichs Attraktivität Attraktivität für internationale Studierende Die Attraktivität Frankreichs fördern Die Handelspolitik der französischen Regierung Förderung Frankreichs im Bereich Sport Stärkung von Frankreichs Spitzenposition als beliebtestes Reiseziel Unterstützung für Forschende und internationale wissenschaftliche Kooperationen Sicherstellung der französischen Kulturpräsenz Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich Ausbau der Präsenz französischer audiovisueller Medien weltweit Kulturdiplomatie Unterstützung für die Kultur- und Kreativwirtschaft Verteidigung der Frankophonie und der französischen Sprache Ein neues „Festival der Frankophonie“ anlässlich des 19. Frankophonie-Gipfels, der diesmal in Frankreich ausgerichtet wird Beitrag zu einer nachhaltigen und ausgewogenen Globalisierung Antwort auf die Klima- und Umweltkrise Kampf gegen globale Ungleichheiten Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft Globale Herausforderungen Kooperationsmaßnahmen Regionalstrategien Treffen Das letzte Gipfeltreffen des Weimarer Dreiecks auf Ebene der Staatschefs (französischer Staatspräsident, deutsche Bundeskanzlerin und polnischer Präsident) fand am 12. Juni 2023 in Paris statt. Der Austausch betraf in erster Linie die Unterstützung der Ukraine gegenüber dem russischen Angriff, die NATO-Erweiterung und die Europäische Nachbarschaftspolitik. Zuletzt fand am 22. März 2022 in Łódź (Polen) eine Begegnung auf Außenministerebene statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die französische EU-Ratspräsidentschaft (europäische Souveränität), der polnische OSZE-Vorsitz und der Ukrainekrieg. Die Staatssekretäre für europäische Angelegenheiten sprachen zuletzt am 12. Mai 2023 in Poznań (Polen) miteinander und brachten ihre Unterstützung für den Erweiterungsprozess der Europäischen Union zum Ausdruck, der in einem konstruktiven Klima stattfinden muss, um so zur Stärkung der Europäischen Union beizutragen. Zur Debatte stand außerdem die Unterstützung für Kiew. Das letzte Treffen der Minister für Wirtschaft und Finanzen fand am 26. und 27. Juni 2023 in Weimar statt (Unterstützung für die Ukraine, Vertiefung der Kapitalmarktunion, Haushaltsregeln). Die Stiftung Genshagen zeichnet sämtliche Begegnungen von Staats- und Regierungschefs, Außenministern und Staatssekretären für europäische Angelegenheiten auf. Das Weimarer Dreieck Initiativen In einer Reihe von Belangen wurden konkrete Kooperationen ins Leben gerufen. Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik Im Januar 2012 wurde eine EU-Mission für das Horn von Afrika eingerichtet. Es handelt sich um eine verstärkte, strukturierte Zusammenarbeit im militärischen Bereich, an der sich ein Großteil der Mitgliedstaaten beteiligt. Diese Kooperation wurde 2018 auf Vorschlag der französischen, deutschen und polnischen Außen- und Verteidigungsminister beschlossen. Hochschulkooperation zwischen Frankreich, Deutschland und Polen Diese Kooperation ist an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder basiert. Frankreich stellt dieser Universität zwei Lehrkräfte mit Forschungsauftrag zur Verfügung. Der 2013 eingeführte Europa-Master ermöglicht den Studierenden ein Auslandssemester an den Universitäten Oppeln (Polen), Mainz (Deutschland) oder Dijon (Frankreich). Zwanzig Allianzen europäischer Universitäten umfassen französische, deutsche und polnische Partner. Forschung Die Stiftung Genshagen im Raum Berlin (ursprünglich ein deutsch-französisches Zentrum) schließt seit 2015 Polen mit ein und führt trilaterale Forschungsprojekte zur Stärkung des politischen und sozialen Dialogs im Weimarer Dreieck sowie im weiteren Sinne des künstlerischen und kulturellen Dialogs in Europa durch. Zwei wichtige Schwerpunkte sind erwähnenswert: (1) Die „Trilaterale Tandem-Residenz“ bietet Autorinnen und Autoren sowie Übersetzerinnen und Übersetzern aller Literatursparten aus Deutschland, Frankreich und Polen einen zehntägigen gemeinsamen Arbeitsaufenthalt im Schloss Genshagen bei Berlin; (2) die Trilaterale Genshagener Sommerschule führt jedes Jahr Master-Studierende verschiedenster Universitäten zusammen: der Sorbonne in Paris (Frankreich), der Jagiellonen-Universität Krakau (Polen) sowie der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder (Deutschland). Kolloquien im Weimarer Format zu geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen werden vom Centre Marc Bloch in Berlin und dem französisch-polnischen Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften (CCFEF) der Universität Warschau veranstaltet. Das CCFEF organisiert jedes Jahr eine wissenschaftliche Konferenz im Weimarer Format. Zwischen 2017 und 2019 wurde der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) in Partnerschaft mit der Stiftung Hippocrène, der Allianz Kulturstiftung, dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk und der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit eingerichtete Young European Award vergeben. Zivilgesellschaft Die trilaterale Zusammenarbeit des Weimarer Dreiecks wird durch die Zivilgesellschaft, d. h. alle nicht-institutionellen Akteure, mit Leben erfüllt. Zahlreiche Projekte wurden von Vereinen der drei Länder initiiert, darunter Austauschprogramme für Jugendliche, Städtepartnerschaften und Kulturveranstaltungen. Oft handelt es sich um Partnervereine, die gemeinsam ein Netzwerk engagierter Bürgerinnen und Bürger bilden, denen die Beziehungen zwischen Frankreich, Deutschland und Polen ein Anliegen sind. Zu diesen Projekten zählen das von der Stiftung Genshagen finanzierte Projekt Europamobil, aber auch das Projekt eines französisch-deutsch-polnischen Jugendparlaments, koordiniert vom Maison de l‘Europe des frz. Départements Yvelines. Der Deutsch-Französische Kulturrat organisierte am 9.-10. Dezember 2021 eine Veranstaltung im Weimarer Format im Pariser Ministerium für Kultur zum Thema „Jugend und Europa: Kultur als Startpunkt!“ In Danzig zählt das 2018 gegründete Weimarer Dreieck der Frauen im Business mehr als 200 Mitglieder. Der Internationale Jugendgipfel des Regionalen Weimar Dreiecks ist ein Kooperationsprojekt der Region Hauts-de-France, des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und der polnischen Woiwodschaft Schlesien. Er zielt darauf ab, eine aktive europäische Bürgerschaft, den interkulturellen Dialog und die europäische Mobilität der Jugend dieser drei Gebiete zu fördern. Die Auflage 2023 des Jugendgipfels des Regionalen Weimar Dreiecks fand im Juli in Lille unter Beteiligung des Deutsch-Französischen Jugendwerks statt. Das DFJW spielt eine zentrale Rolle im Regionalen Weimar Dreieck, da es die trinationalen Beziehungen zwischen Frankreich, Deutschland und Polen über die Zivilgesellschaft mit Leben erfüllt und jungen Menschen der drei Länder im Rahmen von Begegnungen Gelegenheit bietet, neue Perspektiven zu entdecken. Bei dieser Auflage ging es um die Herausforderungen der Energiewende.