Gipfeltreffen der zwei Ufer, Mittelmeerforum (23.-24. Juni 2019)

Ausgehend von einer Initiative des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron findet das Gipfeltreffen der zwei Ufer, Mittelmeerforum, am 23. und 24. Juni 2019 in Marseille statt. Nach bisher nie dagewesenen Konsultationen der Zivilgesellschaft der Mittelmeerregion zielt es darauf ab, die Dynamik der Zusammenarbeit im westlichen Mittelmeerraum durch die Umsetzung konkreter Projekte zugunsten der menschlichen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Entwicklung in der Region neu zu beleben.

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„Zu Beginn des Jahres habe ich in Tunis die Ausrichtung eines Gipfeltreffens der zwei Ufer angekündigt, das auf der Basis des aktuellen 5+5-Dialogs aufbaut und noch inklusiver ist, mit einem starken Beitrag der Zivilgesellschaften […] Wir müssen das Konzept einer andersartigen Mittelmeerpolitik wiederfinden, indem wir die Lehren daraus ziehen, was uns gelungen ist und was wir bisweilen nicht geschafft haben.“
(Emmanuel Macron, Konferenz der Botschafter und Botschafterinnen in Paris am 27. August 2018

Das Gipfeltreffen der zwei Ufer erfolgt im Rahmen des 5+5-Mittelmeerdialogs, bei dem fünf Staaten des südlichen Mittelmeerraums (Mauretanien, Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen) und fünf nördliche Anrainerstaaten (Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Malta) zusammenkommen. An dieser Initiative beteiligen sich die Europäische Union und Deutschland, aber auch panmediterrane Organisationen sowie die wichtigsten internationalen Wirtschaftsorganisationen, die in der Region präsent sind.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre (auf FR):

Eine völlig neuartige Einbeziehung der Zivilgesellschaft des westlichen Mittelmeerraums

Das Gipfeltreffen der zwei Ufer beruht auf der Überzeugung, dass die Festlegung einer neuen positiven Agenda für den Mittelmeerraum unter voller Beteiligung der Zivilgesellschaft erfolgen muss.

Drei Monate lang (von April bis Juni) werden Vertreter der Zivilgesellschaft auf beiden Seiten des westlichen Mittelmeers, insbesondere junge Menschen sowie wirtschaftliche, soziale, wissenschaftliche und kulturelle Akteure zusammenarbeiten, um konkrete Lösungen für die Region zu entwickeln. All diese Überlegungen und Vorschläge für Initiativen werden den Entscheidungsträgern beim Gipfeltreffen in Marseille zugänglich gemacht, um die Ideen auszuwählen, die vorrangig umgesetzt werden sollen.

Diese Initiativen können unterschiedlicher Natur sein: ganz neuartig, im Stadium der technischen Ausarbeitung oder mit Finanzierungsbedarf. Es kann sich auch um bereits bestehende Initiativen handeln, deren Wiederaufnahme wünschenswert ist. Sie können verschiedene Formen annehmen: kollektive Aktionen, konkrete Projekte, Vorschläge für gemeinsame öffentliche Politiken, gemeinsame Konzepte, zu schaffende Institutionen, Mittelmeer-Herkunftsbezeichnungen, Regulierungen etc. Sie müssen regionalen oder multilateralen Charakter haben.

„Die Hundert“: 100 qualifizierte Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft in/aus dem westlichen Mittelmeerraum

Jeder am 5+5-Dialog beteiligte Staat hat zehn Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft vorgeschlagen, von denen jeweils eine für jedes Land die Leitung übernimmt. Für Frankreich ist dies Frau Patricia Ricard.

Die Leiter und Leiterinnen kommen in einer Steuerungsgruppe zusammen, deren Arbeiten von der tunesischen Leiterin, Frau Ouided Bouchamaoui, koordiniert werden.

Diese qualifizierten Persönlichkeiten werden als „die Hundert“ bezeichnet. Sie werden an sämtlichen vorbereitenden Themen-Foren teilnehmen mit dem Ziel, die Diskussionen wiederzugeben und die Ideen und Projekte zu erfassen. Am 11. und 12. Juni werden sie in Tunis zur Ausarbeitung einer Gesamtdarstellung zusammenkommen, der „Versammlung der Hundert“, um die Entscheidungsträgern des 5+5-Dialogs dazu aufzurufen, ihre Vorschläge für konkrete Maßnahmen zu berücksichtigen.

Fünf vorbereitende Themen-Foren

Im Vorfeld des Gipfeltreffens in Marseille finden fünf vorbereitende Foren statt, die sich um fünf thematische Schwerpunkte drehen: Energien; Jugend, Bildung, Mobilität; Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit; Kultur, Medien, Tourismus; Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Bei jedem dieser Foren diskutieren Vertreter der Zivilgesellschaft und schlagen Projekte vor (etwa zweihundert Teilnehmer für jede Veranstaltung), und nicht institutionelle oder staatliche Akteure.

• Forum „Energien“, organisiert durch Algerien (Algier, 8. April 2019)
„Zu einer verstärkten Partnerschaft für eine nachhaltige Energiewende“.

• Forum „Jugend, Bildung, Mobilität“, organisiert durch Malta (Valletta, 24. und 25. April 2019)
„The Mediterranean Generation: Malta’s contribution to the Summit of the two shores”

• Forum „Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit“, organisiert durch Marokko (Rabat, 29. April 2019)
„Eine bessere wirtschaftliche Integration zwischen beiden Seiten des Mittelmeers, hin zu einem partnerschaftlichen Raum für geteiltes Wachstum und gemeinsame Innovation“.

• Forum „Kultur, Medien, Tourismus“, organisiert durch Frankreich (Montpellier, 2. und 3. Mai 2019)
„Anregung einer neuen kulturellen Dynamik im westlichen Mittelmeerraum“.

• Forum „Umwelt und nachhaltige Entwicklung“, organisiert durch Italien (Palermo, 16. Mai 2019)
„Blaue Wirtschaft, Grüne Wirtschaft, Kreislaufwirtschaft: Vorschläge für Partnerschaften zugunsten einer nachhaltigen Stadtentwicklung der Küstengebiete im westlichen Mittelmeerraum“.

• Auswertungssitzung der Versammlung der Hundert, Forum von Tunis, organisiert durch Tunesien (Tunis, 11. und 12. Juni 2019)
„Zu einem gemeinsamen Raum für interkulturellen Dialog, Produktion und nachhaltige, breitenwirksame und solidarische Entwicklung“.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre zur Vorstellung der vorbereitenden Themen-Foren, die Sie hier herunterladen können (auf FR).

18. April 2019