Westbalkan-Jugendwerk / Regional Youth Cooperation Office (RYCO) nach dem Vorbild des Deutsch-Französischen Jugendwerks (17. Mai 2018)

Heute findet in Sofia das Treffen EU-Westbalkan statt, mit dem den Beziehungen zwischen der EU und den Westbalkan-Staaten neue Impulse gegeben werden sollen. Es bietet die Gelegenheit, auf die Gründung des Westbalkan-Jugendwerks (Regional Youth Cooperation Office, RYCO) im Juli 2016 zurückzukommen.

Synergien zwischen den jungen Menschen der gesamten Region schaffen

Das RYCO wurde 2016 im Rahmen des „Berlin-Prozesses“ von den 6 Regierungschefs der Westbalkan-Staaten gegründet. Mit dieser Organisation sollen die Beziehungen zwischen den jungen Menschen in der gesamten Region gefestigt und ihre Mobilität und Beschäftigungsfähigkeit gefördert werden. Von Beginn an unterstützen Deutschland und Frankreich das RYCO, und das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) ist ein wichtiger Partner des Projekts.

Dieses diente dem RYCO nicht nur als Vorbild, sondern ließ es darüber hinaus an seinen bewährten Praktiken und Erfahrungsrückflüssen hinsichtlich der Besonderheit des interkulturelles Austauschs zwischen jungen Menschen und der Aussöhnung innerhalb der Zivilgesellschaft teilhaben, wodurch es einen entscheidenden Beitrag zur Verwirklichung des Projekts leistete.

Das RYCO nahm seine Arbeit im September 2017 auf. Das Jugendwerk mit regionalem Sitz in Tirana wird vom Generalsekretär Djuro Blanusa (Serbien) und dem stellvertretenden Generalsekretär Fatos Mustafa (Kosovo) geleitet. Sein knapp 10-köpfiges Team setzt sich aus Staatsangehörigen aus der gesamten Region zusammen. Die wichtigsten Außenstellen des RYCO in Belgrad, Podgorica, Pristina, Sarajevo und Skopje sind ebenfalls im Einsatz.

Erfolg der 1. Projektausschreibung

Diese wurden besonders aktiv, als sie während der „Info-Sessions“ in mehreren Städten ihrer jeweiligen Länder junge Menschen und ihre repräsentativen Verbände über die Möglichkeiten der vom RYCO im Oktober 2017 gestarteten ersten Projektausschreibung informierten.

Diese erste Projektausschreibung war mit über 400 Projekten von etwa 1300 Nichtregierungsorganisationen äußerst erfolgreich. 35 dieser Projekte wurden ausgewählt, von denen an jedem mindestens drei NRO aus drei unterschiedlichen Ländern mitwirken. Diese Grundidee der Projektausschreibungen entspricht voll und ganz dem Ziel der Schaffung von regionalen Synergien.

Insgesamt 900 000 Euro wurden für die Finanzierung dieser 35 ersten Projekte beigesteuert, was einer Mitfinanzierung von etwa 24 500 €/ Projekt durch das RYCO entspricht. Diese Summe wurde dank der jährlichen nationalen Beiträge der sechs Mitgliedstaaten in Gesamthöhe von einer Million Euro bereitgestellt.

Bei der Projektausschreibung wurde ein besonderes Augenmerk auf zwei Schwerpunktthemen gelegt: einerseits der interkulturelle Dialog und die aktive Beteiligung und inklusive Gesellschaft andererseits.

In diesem Sinne werden durch die Projekte folgende Fähigkeiten gefördert:

  • Ein Geist des interkulturellen Lernens, der Überwindung von Stereotypen, der Bewältigung von Fragen der Vergangenheit, der Toleranz unter den Bevölkerungsgruppen, des Kampfes gegen Hass- und Ausgrenzungsreden usw.
  • Ein Geist der Entwicklung von Fähigkeiten zur Entscheidungsfindung, Innovation und Verwirklichung, der Bewusstseinsbildung bezüglich Umweltfragen und der Schaffung von Arbeitsplätzen usw.

Besonders werden sie die intraregionale Mobilität und das gemeinsame Handeln der jungen Menschen stärken, welche in der Region eine zentrale Rolle spielen.

Das RYKO wird von der Europäischen Kommission und Frankreich unterstützt

Die Europäische Kommission kündigte bereits seinen Einsatz für das RYCO an, das sie als geeignetes Instrument für die Jugendförderung und die Aussöhnung der Westbalkan-Staaten ansieht. Für dieses Jahr sagte sie einen Beitrag von 500 000 Euro zu und unterstützt das Jugendwerk bei der Stärkung seiner Managementkapazitäten.

Frankreich stellt mit Unterstützung des Institut français und gemeinsam mit dem RYCO derzeit ein „Balkan lab.“- Projekt auf die Beine, das junge Menschen bei der Entwicklung und Leitung innovativer Projekte in den Bereichen Umwelt, Zivilgesellschaft, Bildung, Staatsbürgerschaft, digitale Demokratie, Sport und Geschlechtergleichstellung unterstützen soll.

Weitere Informationen: http://www.rycowb.org/