Zwischen dem 14. und 24. Juni 2021 richtet Frankreich das Treffen der Konsultativstaaten des Antarktis-Vertrags aus.

Partager

Die Antarktis ist der südlichste Kontinent der Erde. Auch wenn es in der Antarktis keine dauerhaften Bewohner gibt, leben in ihren 52 Forschungsstationen etwa 1500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und profitieren von der Isolation und dem rauen Klima, die günstige Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschung bieten.
Unterzeichnet wurde der Vertrag 1959 von 12 Staaten (Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Japan, Neuseeland, Norwegen, Südafrikanische Union, UDSSR, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten), denen sich anschließend 42 weitere anschlossen. Gemäß dem Antarktis-Vertrag darf der „weiße Kontinent“ ausschließlich für friedliche und wissenschaftliche Zwecke genutzt werden. Außerdem sieht der Vertrag vor, sämtliche Territorialansprüche ruhen zu lassen und die internationale Zusammenarbeit zu fördern.

Die Vertragsstaaten veranstalten der Reihe nach ein jährliches Treffen der Konsultativstaaten des Antarktis-Vertrags (Antarctic Treaty Consultative Meeting, ATCM). 2021 richtet Frankreich das 43. ATCM aus, das vom 14. bis zum 24. Juni 2021 stattfinden wird.
Les États parties organisent annuellement et à tour de rôle une Réunion consultative du Traité sur l’Antarctique (RCTA). En 2021, la 43e RCTA est organisée par la France. Elle se tiendra du 14 au 24 juin 2021.

Die Antarktis in Zahlen
  • 14,2 Mio. km2 Fläche.
  • 70 % des Süßwassers unseres Planeten befinden sich auf der antarktischen Eiskappe.
  • die Eisschicht kann eine Dicke von bis zu 1,6 km erreichen.
  • Ldie Dumont-d’Urville-Station hält (ex aequo mit New Hampshire in den Vereinigten Staaten) mit 372 km/h den Weltrekord für die höchste Windgeschwindigkeit.

Welche Ziele haben die Treffen der Konsultativstaaten des Antarktis-Vertrags ?

Im Zuge der ATCM können die 54 Vertragsstaaten Maßnahmen ergreifen, um die Achtung der Grundsätze und die Fortsetzung der Umsetzung der Ziele des Antarktis-Vertrags sowie seines sogenannten „Madrid-Protokolls“ über den Schutz der antarktischen Umwelt („Umweltschutzprotokoll“, unterzeichnet im Oktober 1991) sicherzustellen.

Ziel ist es in erster Linie, Maßnahmen zu prüfen, zu formulieren und den Regierungen zu empfehlen, um Folgendes zu begünstigen :

  • die wissenschaftliche Forschung in der Antarktis
  • die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit in dieser Region
  • die Ausübung der in Artikel VII des Vertrags aufgeführten Inspektionsrechte
    Im Rahmen der ATCM beschäftigen sich die Vertragsstaaten ebenfalls mit Fragen bezüglich der Ausübung der Gerichtsbarkeit in der Antarktis und dem Schutz und Erhalt ihrer Flora und Fauna.

Die Antarktis : ein dem Frieden und der Wissenschaft gewidmetes Naturreservat

Das Madrid-Protokoll bezeichnet die Antarktis als ein „dem Frieden und der Wissenschaft gewidmetes Naturreservat“ und verbietet u. a. die Nutzung der mineralischen Ressourcen in der Antarktis. Dieses Protokoll, das auf Initiative der Premierminister Frankreichs und Australiens, Michel Rocard und Bob Hawke verfasst wurde, legt als Grundsatz fest, dass die Tätigkeiten in der Antarktis so durchgeführt werden, dass nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt und die Ökosysteme begrenzt werden.

Aufgrund seiner außergewöhnlichen biologischen Vielfalt gilt die Antarktis als bevorzugtes Labor für die internationale Zusammenarbeit und wissenschaftliche Forschung auf zahlreichen Gebieten, wie Klimatologie, Geowissenschaften, Biologie, Astronomie, Medizin usw.

Entdecken Sie die Antarktis anhand :

  • einer Fotoausstellung von IPEV, den Französischen Süd- und Antarktisgebiete (TAAF) und Greg Lecoeur mit dem Titel „Antarctique, réserve naturelle dédiée à la paix“ (dt. : Antarktis : ein dem Frieden und der Wissenschaft gewidmetes Naturreservat) am Gitter um das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten sowie in der Maison des Océans :
    ab dem 11. Juni 2021 am 37 Quai d’Orsay, in der 27 rue de la Convention und der 195 rue Saint-Jacques in Paris ;
  • des Podcasts über die Herausforderungen des 43. ACTM und Frankreichs Aktionen in der Antarktis („Les enjeux de la 43e RCTA et l’action de la France en Antarctique“)

Weitere Informationen über den Antarktis-Vertrag und das Madrid-Protokoll sowie das 43. ACTM.