Hochschul- und Wissenschaftskooperation

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Bildung wird in der neuen Partnerschaft, die ich Ihnen vorschlage, oberste Priorität haben.
Emmanuel Macron, Rede in Ouagadougou, 27. November 2017

Frankreich unterstützt überall in Afrika die neuen Formen der Hochschul-, Wissenschafts- und Forschungskooperation.

Die Regierung begleitet beispielsweise die Entwicklung von ausgelagerten Campussen, an denen gemeinsame Ausbildungsprogramme französischer und afrikanischer Hochschulen angeboten werden. Sie unterstützt den Ausbau hochwertiger Ausbildungsangebote, die sich an der wirtschaftlichen Nachfrage orientieren, fördert wissenschaftliche Zusammenarbeit und trägt zur Ausbildung von Lehrkräften sowie zur Einbeziehung der digitalen Dimension in die pädagogische Praxis bei.

Der afrikanische Kontinent erlebt einen beispiellosen demografischen Wandel (970 Mio. Einwohner heute und vsl. 2,2 Mrd. im Jahr 2050) und tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen. Die Dynamik der wichtigsten afrikanischen Wirtschaften führt zu einem größeren Bedarf an menschlichen Ressourcen mit angemessener Ausbildung in neuen Wirtschaftssektoren und auf verschiedenen Qualifikationsstufen.

Parallel dazu expandiert der Platz Afrikas in der globalen Hochschullandschaft und in Bezug auf die Mobilität internationaler Studierender. Die Anzahl afrikanischer Studierender nimmt stetig zu: 2014 waren es 5 Millionen, wobei für 2020 10 Millionen erwartet wurden. Heute nimmt einer von zehn Studierenden in Afrika an einem Mobilitätsprogramm teil: Das sind doppelt so viele wie im weltweiten Durchschnitt.

Breit gefächerte bilaterale und regionale Kooperationsinstrumente

Der Ausbau von Hochschulpartnerschaften trägt zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit und zur gegenseitigen Stärkung der französischen und afrikanischen Hochschuleinrichtungen bei. Das vom französischen Staatspräsidenten gesteckte Ziel ist es, bis 2022 die Anzahl der Partnerschaften zwischen französischen und afrikanischen Einrichtungen zu verdoppeln.

Zu diesem Zweck verfügt Frankreich über verschiedene Instrumente und Modalitäten der Zusammenarbeit mit seinen Partnerländern:

  • Unterstützung im Jahr 2019 von etwa zwanzig Projekten in den Themenbereichen „Hochschulbildung und Forschung“ mittels des Solidaritätsfonds für innovative Projekte, Zivilgesellschaften, Frankophonie und menschliche Entwicklung (FSPI), ein Finanzierungsinstrument des Ministeriums für Europa und auswärtige Angelegenheiten: Diese Projekte tragen zur Strukturierung hochwertiger Ausbildungsangebote, die der Nachfrage auf dem lokalen Arbeitsmarkt entsprechen, aber auch zum Ausbau der Kapazitäten der Einrichtungen und des Hochschulpersonals der Partnerländer bei. So kann das vom Premierminister gesteckte Ziel, 5 Mio. Euro in Form eines Startfonds bereitzustellen, eingehalten werden. Die französische Entwicklungsagentur (AFD) wird anschließend mit einem Fonds in Höhe von 20 Mio. Euro die Nachfolge antreten.
  • Entsendung von Lehrenden und internationalen Sachverständigen in die Französischen Botschaften, auf Ersuchen der afrikanischen Länder aber auch in afrikanische Ministerien und Hochschulen. Diese Ressourcen tragen zur Stärkung der nationalen Hochschulsysteme in Afrika bei und werden in Abstimmung mit sämtlichen betroffenen Partnern, einschließlich der Mittlerorganisationen der französischen Regierung (französische Entwicklungsagentur, Expertise France, Centre International d’Études Pédagogiques usw.) eingesetzt.
  • Unterstützung regionaler Exzellenzzentren im Hochschulbereich, wie F‘SATI und F‘SAGRI in Südafrika, das Institut National Polytechnique Félix Houphouët-Boigny in Côte d‘Ivoire, die Hochschul- und Forschungseinrichtung 2iE in Burkina Faso oder die École Nationale Supérieure Polytechnique in Yaoundé (Kamerun);
  • Anregung zu einem Studium in Frankreich dank der 35 Campus-France-Zweigstellen in Afrika zur Förderung der Mobilität von Studierenden: Frankreich belegt mit 343 000 ausländischen Studierenden im Jahr 2018 (davon 46 % aus Afrika) Platz vier der attraktivsten Zielländer für Studienaufenthalte im Ausland und Platz eins der nichtenglischsprachigen Länder.
  • Stipendien der französischen Regierung, die entsprechend der geografischen und strategischen Prioritäten unseres auswärtigen Handelns und der für das Empfängerland interessanten Ausbildungsbereiche gewährt werden: Etwa ein Viertel der Stipendiaten kommt aus Subsahara-Afrika und ebenso viele aus der Region Nordafrika/Naher Osten.

Fokus: Mobilität afrikanischer Studierender in Frankreich und ausgelagerte französische Ausbildungen in Afrika

Implantations des établissements français d'enseignement supérieur en Afrique (source: Campus France)

Bericht von Campus France über die Mobilität von afrikanischen Studierenden
Ansiedlung von französischen Hochschuleinrichtungen in Afrika (Quelle: Campus France)

Der Ausbau des Ausbildungsangebots im Ausland ist ein zentrales Element der internationalen Politik unserer Einrichtungen. Frankreich unterstützt diese Initiativen, die in Zusammenarbeit mit afrikanischen Partnereinrichtungen auf den Weg gebracht werden und den Austausch von Fachwissen sowie die Schaffung innovativer und das lokale Angebot ergänzender Ausbildungen fördern..

Konkrete Beispiele dafür sind mehrere Vorzeigeprojekte auf dem afrikanischen Kontinent, so wie die am 18. Oktober 2019 gestartete französisch-ivorische Bildungsplattform, die 90 Studiengänge für afrikanische Studierende umfasst, oder der französisch-senegalesische Campus, der im September 2019 eröffnet wurde und in Partnerschaft mit französischen Eliteuniversitäten 15 Ausbildungsprogramme anbietet.

Diese Hochschulzentren ermöglichen es afrikanischen Studierenden, vor Ort in Afrika zu studieren, aber Abschlüsse zu erlangen, die gemeinsam von französischen und afrikanischen Einrichtungen vergeben werden.

Eine dynamische Wissenschaftskooperation rund um die Entwicklungsforschung

Frankreich finanziert gemeinsam mit drei Partnerländern Austauschprogramme für Wissenschaftler. Diese drei Hubert-Curien-Programme in Subsahara-Afrika (Kenia, Sudan und Südafrika) werden vom Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten und dem Ministerium für Hochschulen, Forschung und Innovation sowie ihren Pendants in den Partnerländern unterstützt. Im Rahmen dieser Programme werden jedes Jahr im gegenseitigen Einvernehmen die besten gemeinsamen Forschungsprojekte ausgewählt.

Zahlreiche anerkannte französische wissenschaftliche Einrichtungen haben Außenstellen in Afrika: Die Forschungszentren IRD, CIRAD, CNRS, ANRS und Institut Pasteur verfügen über ein bedeutendes Netzwerk und langjährige Partnerschaften mit afrikanischen Forschungseinrichtungen. Diese Einrichtungen leisten einen Beitrag zur:

  • Förderung der Ausbildung und Mobilität junger Forschender sowie ihrer Einbindung in internationale Teams;
  • Vernetzung der Süd/Süd- und Nord/Süd-Teams zur Stärkung der Kapazitäten und insbesondere des Innovationspotenzials unserer Partner;
  • Stärkung der internationalen Expertise der Partnerländer als Antwort auf die Erwartungen der politischen Entscheidungsträger;
  • wissenschaftlichen Exzellenzforschung anhand konkreter Initiativen vor Ort zur Sicherstellung der Weiterentwicklung der Forschungseinrichtungen;
  • Verstärkung unseres Engagements zur Bewältigung globaler Herausforderungen in Bezug auf globale öffentliche Güter.

Diese Wissenschaftskooperation soll als zentraler Hebelpunkt für die Einrichtung des afrikanischen Forschungsrats/African Research Council (ARC) dienen. Nach dem Modell des Europäischen Forschungsrats steht die Unterstützung der Strukturierung der menschlichen und technischen Forschungsressourcen auf dem Kontinent im Vordergrund. Das ARC-Projekt, das von Frankreich und zahlreichen Forschenden beider Kontinente vorgeschlagen wurde, wird von der Europäischen und der Afrikanischen Union unterstützt.

Frankreich verfügt in Subsahara-Afrika über sechs französische Forschungseinrichtungen, und zwar in Kenia, Äthiopien, Südafrika, Nigeria und zwei im Sudan. Sie dienen als Plattformen für Austausch und Vernetzung von Forschenden in den Bereichen Archäologie und Human- und Sozialwissenschaften. Es bestehen aktuell zahlreiche Wissenschaftskooperationen, durch die Forschungskapazitäten gestärkt und Kompetenzzentren mit regionaler Ausrichtung geschaffen werden.

Weitere Informationen über die Hochschul- und Wissenschaftskooperation in Afrika ein Jahr nach der Rede in Ouagadougou

Letzte Änderung: Februar 2019