Die Zeit nach Daesch: So engagiert sich Frankreich

Seit der Gründung der internationalen Koalition gegen Daesch im September 2014 hat die Terrorgruppe schwere Rückschläge einstecken müssen.

Inhaltsangabe

Daeschs militärische Niederlage ist zwar entscheidend, ist jedoch kein Selbstzweck. Um den Terrorismus nachhaltig zu besiegen, verfolgen Frankreich und seine Partner eine langfristige Strategie mit zahlreichen Mitteln und Zielen:

  • Humanitäre Soforthilfe
  • Stabilisierung
  • Wiederaufbau
  • Förderung der nationalen Aussöhnung

Irak

Im Dezember 2017 verkündeten die irakischen Behörden die vollständige Befreiung der zuvor von der Terrorgruppe Daesch kontrollierten Gebiete.

Frankreichs Beitrag in Zahlen:

  • Humanitäre Hilfe und Stabilisierungshilfe in Höhe von 90 Mio. Euro seit 2014
  • Haushaltskredit in Höhe von 430 Mio. Euro für die irakische Regierung
  • Unterstützung mehrerer VN-Organisationen (UNDP, WFP, HCR) und vor Ort tätiger französischer NRO

Unsere Prioritäten:

  • Integrative Gesellschaft: Schaffung eines Fonds zur Unterstützung der Opfer ethnischer und religiöser Gewalt im Mittleren Osten, ausgestattet mit 10 Mio. Euro für 2017-2018
  • Sicherheit: Ausbildung von irakischen Sicherheitskräfte und Minenräumung
  • Gesundheit: Unterstützung des Wiederaufbaus der Gesundheitsinfrastrukturen und der medizinischen Fakultät der Universität Ninive
  • Bildung: Wiederaufbau der von Daesch zerstörten Schulen, Förderung der Grundschulbildung und beruflichen Bildung
  • Schutz des Kulturerbes: Ausbildung irakischer Fachkräfte und Digitalisierung irakischer Fundstätten im Rahmen des Fonds der Internationalen Allianz zum Schutz von Kulturerbe in Konfliktgebieten (ALIPH)

Syrien

In Syrien unterstützt die internationale Koalition die syrischen demokratischen Kräfte, eine Koalition lokaler Kräfte, die vor Ort aktiv gegen Daesch vorgehen. Dieser Koalition ist es gelungen, den Großteil des von der Terrororganisation kontrollierten Nordostens Syriens zu befreien, und sie kämpft weiter um Daeschs letzte Hochburgen.

Um jegliches Wiederaufkeimen des Terrorismus in dieser Region zu verhindern und der befreiten Bevölkerung die Rückkehr zu einem normalen Leben zu ermöglichen, unternehmen Frankreich und seine Partner der internationalen Koalition große Anstrengungen zur Stabilisierung dieses Gebiets.

Frankreichs Beitrag in Zahlen:

Der französische Staatspräsident beschloss zweimal, außerordentliche Kredite zu gewähren, um wesentliche Bedürfnisse in den befreiten Gebieten zu stillen: Zuerst als Antwort auf die Notlage nach der Befreiung von Raqqa im Oktober 2017 (10 Mio. Euro) und erneut im April 2018, um eine tatsächliche Stabilisierung einzuleiten (50 Mio. Euro, von denen der Großteil für den Nordosten Syriens bestimmt war).

Dank dieser Mittel konnten Minenräumungseinsätze durchgeführt werden, und zwar in einer Region, in der die Dschihadisten während ihres Rückzugs eine große Anzahl an Sprengsätzen hinterlassen hatten. Es handelt sich hierbei um eine wesentliche Voraussetzung für Stabilisierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen sowie für die Rückkehr der Vertriebenen. Frankreichs Einsatz ermöglichte die Räumung von 5 000 Minen und 35 000 weiteren Sprengkörper in 18 Dörfern.

Die von Frankreich unterstützten Projekte betreffen auch die Bereiche, die für die Wiederaufnahme des normalen Lebens und der Wirtschaftstätigkeit in der Region von entscheidender Bedeutung sind. Im Bereich der der Wasser- und Abwasserversorgung trägt Frankreich zum Wiederaufbau von 21 Pumpwerken in den Provinzen Raqqa und Deir Ez-Zor bei, unterstützt Projekte zum Wiederaufbau der Bewässerungskanäle und bietet in denselben Provinzen Ausbildungen an.

Im Gesundheitsbereich unterstützt Frankreich drei Gesundheitszentren und sechs mobile Kliniken. Um die Konjunktur wiederzubeleben, unterstützt Frankreich nahezu 600 Kleinstunternehmer.

Weitere Informationen:

Aktualisierung : Oktober 2018