Vereinte Nationen – Tod von Kofi Annan - Erklärung von Jean-Yves Le Drian (18. August 2018)

"Mit tiefer Bestürzung habe ich soeben den Tod Kofi Annans zur Kenntnis genommen. Kofi Annan hat sich – von Genf über Addis Abeba bis nach New York – auf allen Kontinenten und mehr als fünfzig Jahre lang unermüdlich für die bedeutendsten Belange der Weltgemeinschaft eingesetzt und den größten Herausforderungen unserer Zeit gestellt: Frieden, Entwicklung, Durchsetzung der Menschenrechte, Kampf gegen Armut und Diskriminierung.

In seiner Zeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen von 1997 bis 2006 leitete Kofi Annan tiefgreifende Reformen ein, sowohl im Bereich der Friedenserhaltung – nach den tragischen Ereignissen in Ruanda und in Srebrenica – als auch bei der Führung der Vereinten Nationen und ihrer Öffnung für die Zivilgesellschaft.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ermöglichte es Kofi Annan der UNO, moderner zu werden und dadurch besser auf die Erschütterungen einer geteilten Welt, die er unerlässlich zusammenzuführen versuchte, reagieren zu können. Sein unschätzbarer Beitrag zum zwischenmenschlichen Dialog und zur Förderung der Konfliktlösung durch Verhandlungen wurde 2001 mit dem Friedensnobelpreis belohnt.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen setzte sich Kofi Annan auch weiterhin voll und ganz für seine Mitmenschen und für multilaterale Belange ein, als Mitglied und Vorsitzender der Elders, eines globalen „Rats der Weisen“, an der Spitze seiner eigenen Stiftung, aber auch als Vermittler im Syrien-Konflikt.

Kofi Annan war auch ein Freund Frankreichs, dessen Sprache er beherrschte. Ich würdige seine Verdienste und möchte die Dankbarkeit Frankreichs für sein unermüdliches Handeln im Dienste des Friedens zum Ausdruck bringen. Mein aufrichtiges Beileid gilt seiner Familie und den ihm nahestehenden Menschen, aber auch all jenen, die ihn bei den Vereinten Nationen, in Ghana, seinem Heimatland, mit dem er sich tief verbunden fühlte, und überall auf der Welt begleitet und bei seinem Wirken für den Frieden unterstützt haben."