Vereinte Nationen - Menschenrechte - Internationaler Tag der Verschwundenen (30. August 2018)

Anlässlich des Internationalen Tages der Verschwundenen gedenken Frankreich und Argentinien den Personen, die im Auftrag oder mit Duldung von Staaten Opfer von gewaltsam verursachtem Verschwinden wurden, sowie ihren Angehörigen. Diese schweren Verstöße gegen die Menschenrechte lassen sich leider weiterhin in zahlreichen Ländern, von denen sich einige in schweren Krisen- oder Kriegssituationen befinden, beobachten.

Das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen (2006), das bisher von 97 Staaten unterzeichnet und 58 ratifiziert wurde, ist ein wichtiger Schritt nach vorne, durch den deutlich wird, dass die internationalen Gemeinschaft sich der Notwendigkeit bewusst geworden ist, gegen diese Menschenrechtsverstöße entschlossen vorzugehen. Ziel des Übereinkommens ist es, das Verschwindenlassen von Personen vorzubeugen und die Straflosigkeit dieser Verbrechen zu bekämpfen. Es stützt sich insbesondere auf das Recht auf Aufklärung über die Umstände des Verschwindenlassens, den Ablauf und die Ergebnisse der Ermittlungen sowie das Schicksal der Vermissten.

Der Hohe Kommissar für Menschenrechte setzte 2017 das Ziel fest, innerhalb von fünf Jahren die Anzahl der Vertragsparteien des Übereinkommens zu verdoppeln, was Frankreich und Argentinien in vollem Umfang unterstützen. Aus diesem Grund rufen Frankreich und Argentinien alle Staaten, die den Text noch nicht ratifiziert haben, dazu auf, dieses zu tun, und die Zuständigkeit des Ausschusses für das gewaltsam verursachte Verschwinden von Personen, der als Stelle zur Überwachung des Übereinkommens geschaffen wurde und 2011 seine Arbeit aufnahm, anzuerkennen.

Um eine weltweite Anwendung des Übereinkommens zu erreichen, wandten sich Jean Yves Le Drian und der argentinische Außenminister Jorge Faurie im April dieses Jahres in einem Schreiben an ihre Amtskollegen.