Gesundheit

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Frankreich als wichtiger Akteur der globalen Gesundheit

Zur Begegnung auf internationaler Ebene der großen Herausforderungen im Bereich der Gesundheit tritt Frankreich für eine Herangehensweise ein, die auf solidarischen Grundsätzen und Werten sowie Menschenrechten basiert und im Einklang mit dem Gesundheitsverständnis der WHO steht: „Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen, ist eines der Grundrechte jedes Menschen“.
In diesem Zusammenhang leistet Frankreich finanzielle Unterstützung und wird konkret aktiv, um die Ungleichheiten in Bezug auf Gesundheit zu verringern, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung zu gewährleisten und die Inklusion besonders gefährdeter Gruppen und Gruppen am Rande der Gesellschaft zu fördern.

Die Weltgesundheit ist eine der Prioritäten der internationalen Entwicklungspolitik Frankreichs. Sein Einsatz für die Förderung der Gesundheit kommt in verschiedenen finanziellen und politischen Engagements innerhalb von internationalen Organisationen und Programmen zum Ausdruck.

Frankreichs globale Gesundheitsstrategie 2017-2021
Frankreich hat für den Zeitraum 2017-2021 eine globale Gesundheitsstrategie verabschiedet. Diese ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit allen französischen Akteuren der Bereiche Gesundheit, Forschung und Entwicklung.
Sie basiert auf einer transversalen Herangehensweise an die Herausforderungen der Weltgesundheit und ist in vier Schwerpunktbereiche gegliedert:
  • 1. Stärkung der Gesundheitssysteme und Bekämpfung von Krankheiten,
  • 2. Stärkung der Gesundheitssicherheit auf internationaler Ebene,
  • 3. Förderung der Gesundheit der Bevölkerung,
  • 4. Förderung der französischen Expertise, Ausbildung, Forschung und Innovation.

Folgende Grundsätze dienen Frankreich bei seinen Maßnahmen als Leitlinien:

  • Rechteansatz;
  • Förderung der Gesundheit weltweit, insbesondere durch die Bekämpfung aller Formen von Ungleichheiten;
  • Eigenverantwortung der Länder;
  • Attraktivität und Einfluss Frankreichs, insbesondere in Sachen Ausbildung, Forschung und Innovation im Gesundheitsbereich.

Nach wie vor beträchtliche Herausforderungen

Zwischen 2000 und 2015 hat sich die Lebenserwartung weltweit um 5 Jahre erhöht. Das ist zwar der schnellste Anstieg seit den 1960er Jahren, trotz dieser Fortschritte gibt es aber nach wie vor erhebliche Disparitäten.
Obwohl mittlerweile fast 26 Millionen Menschen über einen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten verfügen (10 Jahre zuvor waren es lediglich 7,5 Millionen) infizierten sich 2019 1,7 Millionen Menschen mit HIV und 700 000 starben an den Folgen. Im gleichen Jahr infizierten sich 10 Millionen Menschen mit Tuberkulose, von denen 1,4 Millionen starben, und die Anzahl der Todesfälle durch Malaria belief sich auf 400 000.

Der Kampf gegen Kinder- und Jugendsterblichkeit hat zwischen 1990 und 2018 große Fortschritte verzeichnet und erreichte einen Rückgang um fast 50 % der Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren. Dennoch verbergen sich hinter diesen Erfolgen große regionale Disparitäten: 2 Regionen (Subsahara-Afrika und Zentral- und Südasien) machten 2019 mehr als 80 % der 5,2 Millionen Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren aus.

Eine ähnliche Beobachtung wird auch hinsichtlich der Müttergesundheit gemacht: Weltweit ist die Anzahl von Frauen, die während der Schwangerschaft oder Entbindung sterben, zwischen 2000 und 2017 um 38 % zurückgegangen. Nichtsdestotrotz sterben weiterhin jeden Tag 810 Frauen an vermeidbaren Ursachen während der Schwangerschaft oder Entbindung und 94 % dieser Frauen leben in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen.

Quellen der Zahlenangaben in diesem Abschnitt: UNAIDS (auf Französisch), WHO (auf Französisch) und Französischer Muskoka-Fonds (auf Französisch).

Schätzungsweise würden weltweit 200 Millionen Frauen eine Schwangerschaft lieber vermeiden, haben aber keinen Zugang zu Verhütung. Jedes Jahr werden von insgesamt 80 Millionen ungewollten Schwangerschaften 25 Millionen unsicher abgetrieben, wodurch das Leben der Frauen und jungen Mädchen gefährdet wird.

Schließlich verfügt fast die Hälfte der Weltbevölkerung über keinerlei Krankheitsfürsorge. Jedes Jahr werden demnach aufgrund der von ihnen zu tragenden Gesundheitsausgaben über 100 Millionen Menschen in extreme Armut getrieben.

Kampf gegen die großen Pandemien

Frankreich führt Maßnahmen durch und beteiligt sich am Kampf gegen die drei großen Pandemien, Aids, Tuberkulose und Malaria, dessen Beseitigung in den Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung festgeschrieben ist. Außerdem gab Frankreich den Anstoß für eine Initiative zum Kampf gegen Covid-19.

Frankreich ist:

  • Gründungsmitglied und zweitgrößter Geber des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (auf Französisch) mit einem Beitrag von über 5 Mrd. Euro seit der Gründung des Fonds im Jahr 2002. 2019 richtete Frankreich in Lyon die 6. Konferenz zur Wiederauffüllung des Fonds aus, bei der 14,02 Mrd. US-Dollar für die kommenden drei Jahre zusammengetragen werden konnten.
  • fünftgrößter Geber der Impfallianz Gavi, die Frankreich seit 2004 unterstützt, um zu den globalen Impfbemühungen beizutragen. Seit der Gründung von Gavi im Jahr 2000 konnten 760 Millionen Kinder geimpft und 13 Millionen Todesfälle vermieden werden.
  • Initiator der Partnerschaft UNITAID (auf Französisch), dessen Ziel es ist, innovative Lösungen für eine schnellere, wirksamere und kostengünstigere Prävention, Diagnose und Behandlung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria sowie ihrer Co-Infektionen in den Entwicklungsländern zu finden.

Begegnung der Covid-19-Krise

Frankreich initiierte den Start einer globalen Initiative im Kampf gegen das Covid-19-Virus. Mit dem Access to COVID-19 Tools (ACT) Accelerator (auf Französisch) oder ACT-A sollen die Entwicklung und die Produktion von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen gegen Covid-19 beschleunigt und allen Ländern ein gleichberechtigter Zugang gewährleistet werden.

Eine politische Mobilisierung für einen universellen und gerechten Zugang zu Covid-19-Gesundheitsprodukten, die als globale öffentliche Güter behandelt werden müssen, ist ebenfalls entscheidend. In diesem Sinne wirbt Frankreich für eine Charta für den gleichberechtigten Zugang zu den Werkzeugen zur Bekämpfung von Covid-19, die am 9. Februar 2021 von den Mitgliedern des ACT-A-Förderrats angenommen wurde.

Um die dieser Krise am stärksten ausgesetzten Länder zusätzlich zu unterstützen, hat Frankreich am 9. April 2020 die „Covid-19 – Santé en commun“ (auf Französisch) -Initiative gestartet, die mit 1,15 Mrd. Euro ausgestattet wurde (davon Subventionen in Höhe von 150 Mio. Euro und Kredite in Höhe von 1 Mrd. Euro). Dank dieser von der Französische Entwicklungsagentur (AFD) umgesetzten Initiative konnten die Gesundheitssysteme, regionalen Netzwerke zur epidemiologischen Überwachung und Nichtregierungsorganisationen in Afrika, dem Indischen Ozean, der Karibik und dem Nahen Osten effektiv unterstützt werden.

Verbesserung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung für alle

Im Rahmen seiner feministischen Diplomatie spricht sich Frankreich für die Förderung der Rechte auf Kinder-, Jugend-, Mütter-, Sexual- und Reproduktionsgesundheit (auf Französisch), einschließlich des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch, aus.
Eines der Vorzeigeprojekte für die Verbesserung der Gesundheit von Frauen, Kindern und Jugendlichen ist der französische Muskoka-Fonds (auf Französisch), der in neun Ländern in West- und Zentralafrika (Benin, Burkina Faso, Côte d‘Ivoire, Guinea, Mali, Niger, Senegal, Tschad und Togo) zum Tragen kommt.
Zwischen 2011 und 2018 konnte der Fonds zur Senkung der Kinder- und Jugendsterblichkeit um 32 % und der Müttersterblichkeit um 17 % beitragen.

Im Juni 2021 veranstaltet Frankreich in Paris zur Feier des 25. Jubiläums der Weltfrauenkonferenz in Peking das Generation Equality Forum. Diese Veranstaltung soll es ermöglichen, den Einsatz der internationalen Staatengemeinschaft für den Zugang von Frauen und Mädchen zu Gesundheit und zum Recht, selbst über ihren Körper zu verfügen, fortzusetzen.

Förderung einer koordinierten globalen Reaktion auf die Gesundheitsherausforderungen

Um eine koordinierte Reaktion auf die Herausforderungen im Bereich der globalen öffentlichen Gesundheit voranzutreiben, unterstützt Frankreich die Weltgesundheitsorganisation (auf Französisch), die diesbezüglich eine fundamentale Rolle spielt.
2020 setzte sich Frankreich für die Gründung der WHO-Akademie (auf Französisch) ein. Diese ist in Lyon angesiedelt und wird von Frankreich in Höhe von 90 Mio. Euro unterstützt. Sie bietet weltweit einer Million Menschen (Allgemeinbevölkerung, Führungskräfte, Lehrkräfte, Forschende, Mitarbeitende im Gesundheitsbereich usw.) Fort- und Weiterbildungen im Gesundheitsbereich.

Durch die Unterstützung der WHO trägt Frankreich zur Verwirklichung der von der Organisation bis 2023 gesetzten dreifachen „Milliarden-Zielmarke“ bei:

  • eine Milliarde Menschen mehr mit Zugang zu flächendeckender Gesundheitsversorgung;
  • eine Milliarde Menschen mehr mit besserem Schutz vor gesundheitlichen Notlagen;
  • eine Milliarde Menschen mit einer Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Darüber hinaus spielt Frankreich auch in anderen internationalen Foren, in denen die Themen der globalen Gesundheit zur Sprache kommen, eine wichtige Rolle, so z. B. innerhalb der Europäischen Union, der G 7 und G 20 oder der Initiative Diplomatie und Gesundheit (auf Französisch).

Stärkung der Gesundheitssysteme und Verwirklichung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung

Heute haben fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung und jedes Jahr driften über 100 Millionen Menschen aufgrund der Kosten der für ihr Wohlbefinden notwendigen Gesundheitsversorgung in Armut ab.

Um auf die neuen Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit einzugehen und sich an die Entwicklung des Kontextes und der internationalen Rahmenwerke anzupassen, verfolgt Frankreich einen transversalen Ansatz, der sich auf die Stärkung der Gesundheitssysteme konzentriert.

Ziel dabei ist es, eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu erreichen, um allen Menschen, einschließlich schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen und Randgruppen, einen Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten zu ermöglichen, ohne sie dabei finanziellen Gefahren auszusetzen. Frankreich ist Mitglied des UHC2030-Bündnisses, eine weltweite Bewegung von Staaten, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft, und des Netzwerks Providing For Health (P4H), das die großen globalen Akteure der Gesundheitsfinanzierung und ihre Experten zusammenbringt. Dies nutzt Frankreich, um sich auf höchster Ebene für die flächendeckende Gesundheitsversorgung stark zu machen und die Bemühungen um ihre Ausweitung zu koordinieren.

Gewährleistung der internationalen Gesundheitssicherheit
Frankreich wirkt an der Umgestaltung der Architektur der globalen Gesundheitssicherheit (auf Französisch) mit und räumt der Weltgesundheitsorganisation die Stellung des Garantiegebers dieser Gesundheit ein.

Frankreichs Beitrag in Zahlen

  • + 500 Mio. Euro jährlich für die multilateralen Fonds (GFATM, Gavi, Unitaid)
  • + 5 Mrd. Euro für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria
  • + 1,7 Mrd. Euro für Unitaid, die Organisation für Innovationen in der globalen Gesundheit (bis dato)
  • 465 Mio. Euro (für den Zeitraum 2016-2020) für die Impfallianz Gavi
  • + 110 Mio. Euro für den französischen Muskoka-Fonds für Kinder-, Jugend-, Mütter-, Sexual- und Reproduktionsgesundheit
  • 574 Mio. Euro im Jahr 2019 für Gesundheit und Sozialschutz, bereitgestellt von der Französischen Entwicklungsagentur (AFD).
  • + 500 Mio. Euro für ACT-A
  • 1,2 Mrd. Euro für die Reaktionen auf die Covid-19-Gesundheitskrise in den am stärksten gefährdeten Ländern

Welche Akteure beteiligen sich vor Ort an diesem Einsatz?

Das Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten (MEAE) verfügt über technische und menschliche Mittel, um im Politikfeld der globalen Gesundheit mitzuwirken.
Zwei Mittlerorganisationen des MEAE sind auf internationaler Ebene für die Umsetzung der französischen Gesundheitspolitik in Sachen Expertise und öffentliche Entwicklungszusammenarbeit zuständig.

  • Die Französische Entwicklungsagentur (AFD) (auf Französisch) finanziert die entwicklungspolitischen Maßnahmen und Projekte in diesem Bereich. In 90 Ländern ist sie als Geldgeber aktiv und stellt Finanzmittel in Form von Subventionen, einschließlich aus Entschuldungs- und Entwicklungsprogrammen (contrats de désendettement et développement, C2D), und Krediten an staatliche Schuldner, nichtstaatliche Schuldner (öffentliche Einrichtungen ohne staatliche Bürgschaft) und private Schuldner (für den gemeinnützigen und gewerblichen privaten Sektor) bereit. Ihre Abteilungen für Gesundheit und Sozialschutz (auf Französisch) und zivilgesellschaftliche Organisationen (auf Französisch) sind wichtige Akteure der globalen Gesundheit.
  • Die französische Agentur für internationale technische Zusammenarbeit Expertise France (auf Französisch) mobilisiert ihrerseits die öffentliche Expertise Frankreichs. Sie entwickelt und verwirklicht Vorhaben im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Bekämpfung der drei großen Pandemien (HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria) dank einer von ihr ins Leben gerufenen Initiative und strebt die Stärkung der Gesundheitssysteme an, um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung und Gesundheitssicherheit (auf Französisch) zu erzielen.

Ein spezialisiertes Netz innerhalb der Botschaften von zehn Regionalberatern für globale Gesundheit in Subsahara-Afrika, im Nahen/Mittleren Osten und in Südostasien ist für die Folgemaßnahmen der Aktionen des Globalen Fonds, Unitaid, der Impfallianz Gavi und des französischen Muskoka-Fonds zuständig und verfolgt die Fragen der globalen Gesundheit.

Stand: Februar 2021