Frauen erreichen die höchsten Stufen des Höheren Diensts: Marcelle Campana und Isabelle Renouard

Wissen Sie, wann eine Frau in Frankreich zum ersten Mal Botschafterin oder Abteilungsleiterin wurde? Lassen Sie sich von diesem Doppelporträt von Marcelle Campana und Isabelle Renouard überraschen.

Von Suzanne bis Marcelle….

Nach dem Eintritt von Suzanne Borel in das Außenministerium am Quai d’Orsay als erste Diplomatin dauerte es zweiundvierzig Jahre, bis eine andere Frau, Marcelle Campana, zur Botschafterin ernannt wurde und sechsundfünfzig Jahre bis eine weitere, Isabelle Renouard, im Inland Abteilungsleiterin wurde.

Marcelle Campana ist die Tochter eines französischen Diplomaten, der insbesondere in den 1920er Jahren französischer Generalkonsul in Sydney und London war. Sie trat 1935 als Sekretärin in den französischen diplomatischen Dienst ein und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Diplomatin. Als Generalkonsulin in Toronto und später Botschafterin in Panama im Jahr 1972 war sie die erste Frau, die auf derartige Posten ernannt wurde.

Isabelle Renouard war zur gleichen Zeit wie Marcelle Campana auf Dienstposten in Kanada und hat letztere als „sympathische, direkte und charakterstarke“ Frau beschrieben. Die beiden Frauen sind sich ein paar Mal begegnet, doch erinnert sich Isabelle Renouard vor allem aus persönlichen Gründen an sie. Es war nämlich Marcelle Campana, die die Geburt ihrer am 14. Februar 1972 in Kanada geborenen Tochter beurkundete.

Es gibt kein Buch über weibliche Diplomaten, das es uns erlauben würde, Marcelle Campana besser kennenzulernen. Wie es der Historiker Yves Denéchère in seinem Artikel „La place et le rôle des femmes dans la politique étrangère de la France contemporaine“ (Stellung und Rolle der Frauen in der Außenpolitik des modernen Frankreichs) in der Zeitschrift Vingtième siècle bemerkte, „weiß man nichts über ihren Werdegang und ihr persönliches Engagement, über die Umstände ihrer Ernennung, über die Reaktionen der politischen und diplomatischen Welt oder die der Öffentlichkeit“.

Nach der Ernennung von Marcelle Campana begann die Zahl der Frauen auf Botschafterposten langsam zu steigen. Im Jahr 1982 gab es drei weibliche Botschafter, im Jahr 2002 waren es sechzehn und heute sind es 49 (von insgesamt 197, Stand 23. Februar 2017).

Von Marcelle zu Isabelle…

Nach ihrem Studium an der Pariser Hochschule für Politikwissenschaft („Science Po Paris“) und der Nationalen Verwaltungshochschule ENA trat Isabelle Renouard im Jahr 1964 in das Außenministerium ein und ging 1998 in den Ruhestand. Sie wählte diese Laufbahn „mit einem Anflug von Leichtsinn“.

Ihre Karriere begann in der Generalabteilung Kulturbeziehungen (Vorläuferin der Generalabteilung Globalisierung). Sie schätzte den täglichen Umgang mit Akademikern aus einer ihr recht vertrauten Welt. Später wurde sie die erste ENA-Absolventin, die in der Personalabteilung tätig war, bevor sie auf Dienstposten nach Ottawa und Algier und an die Ständige Vertretung Frankreichs bei der NATO versetzt wurde. Im Inland war sie in der Unterabteilung Südeuropa, im Referat Strategie und Abrüstung sowie in der politischen Abteilung tätig. Im Jahr 1986 wurde Isabelle Renouard zur Leiterin der Abteilung für Auslandsfranzosen ernannt. Dort blieb sie 10 Jahre lang. Sie beendete ihre Karriere als Generalsekretärin für Verteidigung und nationale Sicherheit.

Isabelle Renouard behält das Ministerium in positiver Erinnerung. Es gelang ihr, gleichzeitig eine glückliche Karriere und ein erfülltes Privatleben zu führen (ihr Ehemann war ebenfalls Diplomat). Sie ist im Übrigen der Überzeugung, dass die Wahl einer Karriere im Außenministerium zu zweit getroffen werden muss.

Seit der Ernennung von Isabelle Renouard haben zahlreiche weitere Frauen Leitungsfunktionen übernommen. Derzeit sind sieben Frauen (von insgesamt dreißig, Stand 23. Februar 2017) in Leitungsfunktionen im Inland tätig (als Abteilungsleiterinnen, stellvertretende Abteilungsleiterinnen und Referatsleiterinnen).

Überarbeitung: März 2017