
Französisch-marokkanische archäologische Mission Banasa
Leiter der Mission: Eliane Lenoir (UMR 8546, CNRS-ENS, Paris), Rachid Arharbi (Direktion für Kulturerbe, Rabat).
Kurzbeschreibung

Die Stätte der römischen Kolonie Iulia Valentia Banasa im Herzen der Gharb-Ebene liegt am linken Ufer des Oued Sebou auf zwei einige Meter hohen Hügeln in der Nähe einer Furt am Ufer des Flusses Sububus, von dem Plinius berichtet, dass er magnificus et navigabilis war. Wie aus den aus Italien und Spanien importierten Münzen, Keramiken oder Amphoren hervorgeht, ist diese Lage ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. günstig für die Integration von Banasa in die Handelswege des westlichen Mittelmeers, insbesondere in die der Straße von Gibraltar.
Bei Sondierungen konnte eine ältere Besiedlung aufgezeigt werden. Der Tell von Banasa wurde bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. und vielleicht noch früher besiedelt. Dies geht aus den Überresten der Töpferwerkstätten hervor, in denen Keramiken produziert wurden, deren phönizische, griechische und iberisch-punischen Einflüsse eine eigene starke Originalität nicht ausschließen. Die ersten bisher bekannten Bauten mit Mauern aus Rohziegeln und Dächern aus Schilf und Stampferde sind nicht älter als aus dem 3. Jh. v. Chr.
Zwischen 33 und 25 v. Chr. wurde die Stadt zur römischen Kolonie mit dem Namen Iulia Valentia Banasa. Die Überreste dieser Augustus-Kolonie sind noch wenig bekannt, aber das rechtwinklig angelegte Straßennetz des zentralen Viertels stammt wohl aus dieser Zeit. Zu Beginn der Herrschaft von Marc Aurel wird Banasa zu colonia Aurelia und bleibt bis gegen 285 n. Chr., als die römische Provinz auf die Gebiete im Norden des Loukos schrumpft, ein florierendes Handelszentrum. Danach wird Banasa aufgegeben. Jüngere Forschungen zeigen jedoch, dass Spuren einer Besiedlung im Mittelalter existieren, bevor die Stätte für die Marabuts von Sidi Ali bou Jenoun, Sidi Mohamed al Garge und Sidi Bouazza verwendet wurde.
Präsentation der Mission

Bei den geophysikalischen Erkundungen, die 1991 - 1998 im Rahmen des französisch-marokkanischen Forschungsprogramms in Bezug auf die Fresken-Thermen und die Entwicklung der antiken Stadt Banasa in Zusammenarbeit mit dem Institut für archäologische Wissenschaften und Kulturerbe von Rabat durchgeführt wurden, wurde eine neue Dokumentation über die Erweiterung der Stadt, die Dicke der anthropischen Schicht in verschiedenen Achsen und die Lage der Töpferwerkstätten aus vorrömischer Zeit gewonnen.
Die Anomalie, die für die Anlage der Grabung ausschlaggebend war,hat eine außergewöhnlich Größe und stellt eine Zone mit mehreren übereinander liegenden Ofenschichten und weitläufigen Werkstätten dar.

