UNESCO – Bewerbung von Audrey Azoulay für das Amt der Generaldirektorin – Erklärung von Jean-Yves Le Drian (06. Oktober 2017)

Die nächste Woche wird für die Zukunft der UNESCO entscheidend sein. Die 58 Mitgliedstaaten des Exekutivrates werden die Person wählen, die Anfang November bei der Generalkonferenz als nächste Generaldirektorin oder nächster Generaldirektor der Organisation vorgeschlagen werden wird.

Frankreich legt die Bewerbung von Audrey Azoulay, ehemalige Ministerin für Kultur und Kommunikation, für dieses Amt vor.

Da Frankreich Gründungsmitglied der UNESCO sowie ihr Sitzstaat ist, setzt sich Frankreich besonders stark dafür ein, der Organisation zu helfen, erneut mit ihrer moralischen sowie intellektuellen Bedeutung ihres Mandates innerhalb des Systems der Vereinten Nationen anzuknüpfen. Der Kampf gegen den Obskurantismus, durch den eine jede unserer Gesellschaften bedroht ist, die Werte der Achtung, des Dialoges und Zuhörens befinden sich stärker denn je im Mittelpunkt der Herausforderungen der heutigen Zeit. Die Verbreitung des Wissens, die Förderung einer hochwertigen Bildung für jedermann, der Schutz des Kulturerbes der Menschheit sowie unserer Umwelt, die Ermächtigung der Frauen und Mädchen sind die Aufgaben, deren Erfüllung vorrangig von der UNESCO erwartet wird. In einer Welt, in der das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung zu oft in Frage gestellt wird, ist es wesentlich, dass die UNESCO ihr Mandat für freie Verbreitung von Meinungen fortsetzt, indem sie sämtliche Hebel in Bewegung setzt, um insbesondere die Pressefreiheit und den Schutz der Journalisten zu fördern. Bei der Wahl der nächsten Woche wird es um diese wesentlichen Grundsätze gehen.

Innerhalb der multilateralen Gremien greift Frankreich diese Prioritäten auf, um das Handeln der UNESCO zu unterstützen. Einen Beitrag zu diesem Vorhaben leisten die vom französischen Staatspräsidenten angekündigte Entscheidung, die öffentliche Hilfe für Entwicklung auf 0,55 % des Bruttonationaleinkommens bis 2022 anzuheben sowie der gemeinsame Vorsitz der kommenden Finanzierungskonferenz der globalen Partnerschaft für Bildung, die wesentlich sein wird, um Wege zu finden für die gemeinsame Erlangung des Ziels der nachhaltigen Entwicklung im Bereich des lebenslangen Lernens für alle.

All dies steckt hinter der Bewerbung, die Audrey Azoulay im Namen Frankreichs vorlegt und deren Zielsetzung es ist, der UNESCO erneut die Mittel an die Hand zu geben, um ihr Handeln vor Ort zu stärken, ihre Methoden zu modernisieren und sich der Jugend zu öffnen. Ihre politische und diplomatische Erfahrung sowie ihre Managementerfahrung gewährleisten eine Leitung mit der Zielsetzung einer leistungsstarken, inklusiven UNESCO, die alle achtet und alle Nationen der Welt in sich vereint.