Ausstellungen

La Libellule des französischen Malers Gustave Moreau (1826 - 1898) war eine der
Inspirationsquellen für die Person der Fee Glöckchen
„Es war einmal Walt Disney"
Venedig und der Orient eine gegenseitige Anziehungskraft
Die Orangerie öffnet wieder ihre Türen
Wiederentdeckung von Balenciaga

Vorstudie für Schneewittchen

Die Zeichnung Le gai
château des französischen
Schriftstellers Victor Hugo
diente als Vorlage für
Dornröschen (1847)
„Es war einmal Walt Disney"
Es war einmal ein vor 20 Jahren von Hollywood abgewiesener Zeichner, der sich mit Erfolg in das Abenteuer Trickfilm stürzte. Die Ausstellung im Pariser Grand Palais kehrt zu den Inspirationsquellen von Walt Disney (1901-1966) zurück, die er vor allem in Europa fand. Diese Ausstellung zeigt, dass er deshalb mit seinen Filmen ganze Generationen geprägt hat, weil er seine Geschichten aus dem universellen Fonds der Märchen und Legenden schöpfte (Die Schöne und das Biest, Die Rabenmutter, Der Kampf gegen das Monster...). Die Ausstellung stellt den Filmauszügen, den Dekors und den Figuren aus seinen Filmen 400 literarische Werke und Illustrationen gegenüber - angefangen von den Fabeln von La Fontaine, Alice im Wunderland von Lewis Carroll mit Illustrationen von Arthur Rackham bis hin zum Symbolismus des Jugendstils und den Filmen des deutschen Expressionismus. So verdankt der Disney-Film Fantasia (1940) viel dem Faust von Murnau (1926) oder dem Kabinett des Dr. Caligari von Robert Wiene (1919). Die Panorama- landschaften, die in den Disney- Studios entworfen wurden, gehen auf Luftansichten zurück, die während Ballonfahrten im 19. Jahrhundert entstanden sind, oder auf Stiche von Gustave Doré. Die Ausstellung zeigt auch Künstler wie Andy Warhol und Robert Combas, die ihrerseits auf bissige und ironische Weise die ideale und sterile Disney-Welt interpretiert haben.
Galeries nationales du Grand Palais, Paris, von September 2006 bis 15. Januar 2007

Venedig und der Orient eine gegenseitige Anziehungskraft
Der Luxus des Orients und der Glanz der venezianischen Kunst sind in einer großen Ausstellung im Pariser Institut du monde arabe (IMA) unter dem Titel „Venise et l’Orient" vereint und bis zum 18. Februar zu sehen. Zwischen dem 9. und 18. Jahrhundert war die mächtige Republik der Dogen sowohl in Richtung arabisches, türkisches und persisches Morgenland gewandt als auch in Richtung Europa. Sie unterhielt Handelbeziehungen und diplomatische Kontakte mit Alexandria, Tyr, Aleppo, Konstantinopel und Byzanz... manchmal waren die Beziehungen auch kriegerischer Natur.
Die im IMA ausgestellten Objekte, Wandteppiche und Malereien zeigen, wie sehr Venedig, das ständig in Verbindung mit den arabischen, türkischen und persischen Völkern stand, von der Raffinesse der orientalischen Interieurs fasziniert war. Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert übernahmen die Künstler und Kunsthandwerker Venedigs (Teppichweber, Sticker, Buchbinder, Schneider und Schuhmacher... ) die Techniken und integrierten in ihre Arbeiten islamische Motive. So entstand übrigens das berühmte Murano-Glas. Die Keramiker bildeten die herrlichen Werke von Izmir in der Türkei nach, ohne dass es ihnen jedoch gelang, das Zinnoberrot zu reproduzieren.
Ab dem 16. Jahrhundert betraf die Anziehungskraft beide Seiten. Der venezianische Luxus zog bei den reichen Ottomanen ein und die venezianische Malerei erneuerte die Porträtkunst. Der Druck im Jahr 1521 des Werks Qanun von Avicenna, das auf den Mediziner und Philosophen persischen Ursprungs zurückgeht, der im 11. Jahrhundert lebte und die wichtigste Referenz für die Studenten des Ostens und Westen war, zeigt, wie wichtig die venezianische Druckkunst für die Wissensvermittlung zur Zeit der Renaissance war.
Die Ausstellung wurde vom IMA und dem Metropolitan Museum of Art, New York, organisiert, wo sie anschließend zu sehen sein wird.
Die Orangerie öffnet wieder ihre Türen
Nach einer vollständigen Renovierung zeigt das Museum der Tuilerien-Gärten in Paris anlässlich seiner Wiedereröffnung die 1934 organisierte Ausstellung „Les Peintres de la réalité" (Die Maler der Wirklichkeit), die damals französische Künstler aus dem 18. Jahrhundert zeigte. Sie ist nicht ganz identisch aber auch nicht völlig anders. Sie zeigt von November 2006 bis März 2007 rund 80 der damals ausgestellten Werke (die Brüder Le Nain, Philippe de Champaigne und vor allem Georges de La Tour), während eine Abteilung sie mit einigen Malern des 20. Jahrhunderts konfrontiert, darunter Maurice Denis, Picasso, Léger und Balthus.

Abendkleid (1954)

1965
Wiederentdeckung von Balenciaga
Er war genial, verkannt und ein Visionär. Der spanische Modeschöpfer Cristobal Balenciaga (1895-1972) wird im Mode- und Textilmuseum von Juli 2006 bis Januar 2007 in Paris mit einer großen Retrospektive gewürdigt. Er ließ sich 1937 in Frankreich nieder und erreichte in den 50er Jahren seinen beruflichen Höhepunkt, indem er die Silhouette der Frau befreite - wie die 160 ausgestellten Modelle zeigen. Sie werden durch Kreationen von Nicolas Ghesquière ergänzt, der seit 1997 künstlerischer Leiter von Balenciaga ist und dessen Erfolg innerhalb der Modewelt ständig zunimmt.
www.lesartsdecoratifs.fr
Monique Perrot-Lanaud
Journalistin



