Worum geht es bei der COP21?

Die 21. Konferenz der Vertragsparteien des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen (UNFCCC), kurz COP21 genannt, die vom 30. November bis 11. Dezember 2015 am Standort Paris-Le Bourget stattfindet, versammelt fast 40 000 Teilnehmer – Delegierte der Teilnehmerländer, Beobachter, Mitglieder der Zivilgesellschaft… Es handelt sich um das größte diplomatische Ereignis, das Frankreich je beherbergt hat, und ebenfalls um eine der größten je organisierten Klimakonferenzen.

Frankreich trägt eine doppelte Verantwortung:

• Als Gastland wird Frankreich die Teilnehmer unter bestmöglichen Arbeits-, Transport-, und Unterkunftsbedingungen empfangen müssen.
• Da Frankreich den Vorsitz der Konferenz innehat, muss es die zwischenstaatlichen Gespräche unterstützen und einen transparenten Ablauf der Verhandlungen sicherstellen, der niemanden ausschließt.

Die Herausforderung ist riesig: Es geht darum, zum ersten Mal ein weltweites, verpflichtendes Abkommen zu verabschieden, um den Klimawandel wirksam zu bekämpfen und den Übergang zu CO2-armen Gesellschaften und Wirtschaftsordnungen, die dem Wandel gewachsen sind, anzustoßen und zu fördern.

Das zukünftige internationale Abkommen muss deshalb möglichst ausgewogen die Minderung der Treibhausgas-Emissionen – d.h. die Anstrengungen zugunsten eines Eindämmens der Erwärmung auf 2°C – und die Anpassung der Gesellschaften an den bereits stattfindenden Klimawandel behandeln. Diese Anstrengungen sollen die Bedürfnisse und Möglichkeiten jedes Landes berücksichtigen. Schließlich muss das Abkommen ab 2020 in Kraft treten und nachhaltig sein, um eine langfristige Wandlung zu ermöglichen.

So schnell wie möglich und noch vor Beginn der COP21 muss jedes Land seine nationalen Klimaschutzbeiträge veröffentlichen. Diese Aufgabe ist eine große Neuheit im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen. Frankreich hat sich verpflichtet, den Ländern zu helfen, die mit der Vorbereitung ihrer Verpflichtungserklärung zu kämpfen haben, damit jedes Land, seiner Lage entsprechend, einen nationalen Beitrag abliefern kann, der dem weltweiten Kampf gegen den Klimawandel zugute kommt. Kurz vor der Pariser Konferenz wird das Generalsekretariat des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen eine Synthese der Beiträge veröffentlichen, wodurch die kumulierte Wirkung sämtlicher Beiträge sichtbar wird.

Ein weiteres wesentliches Ziel wird in Paris angestrebt: Die Mobilisierung von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr durch die Industrieländer, aus öffentlichen und privaten Mitteln, ab 2020. Diese Verpflichtung, die anlässlich der Konferenz von Kopenhagen im Jahr 2009 formuliert wurde, soll es den Entwicklungsländern ermöglichen, gegen den Klimawandel vorzugehen und gleichzeitig für eine langfristige und gerechte Entwicklung zu sorgen. Ein Teil dieser Finanzierung läuft über den grünen Klimafonds, dessen erste Kapitalisierung bereits 10,2 Milliarden US-Dollar beträgt, wovon fast eine Milliarde aus Frankreich stammt. Im weiteren Sinn soll die Konferenz von Paris den Wirtschafts- und Finanzakteuren die notwendigen Signale senden, damit sie ihre Investitionen neu ausrichten, um den Übergang zu kohlenstoffarmen Wirtschaftssystemen einzuläuten.

Schließlich werden heute zahlreiche großangelegte Initiativen von den verschiedensten nichtstaatlichen Akteuren entwickelt: Städte, Regionen, Unternehmen, Vereine, usw. Gemeinsam bilden sie die Agenda der Lösungsvorschläge, auch Aktionsplan Lima-Paris (APLP) genannt. Seit dem Gipfel von New York im September 2014 wächst eine positive Dynamik der Umsetzung konkreter Maßnahmen, des Austauschs von best practices und des Wissenstransfers. All dies ergänzt die Verpflichtungen der Staaten und verbreitet die Botschaft wirtschaftlicher und sozialer Chancen, wodurch das Engagement aller gestärkt wird.

Weitere Informationen unter http://www.gouvernement.fr/action/la-cop-21