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Die Pariser Grundsätze und Verpflichtungen: Worum geht es?

Sie wurden im Jahr 2007 während der von Frankreich gemeinsam mit UNICEF organisierten Konferenz „Befreien wir die Kinder vom Krieg“ (Libérons les enfants de la guerre) verabschiedet. In den vergangenen 10 Jahren haben 105 Staaten diese Grundsätze und Verpflichtungen übernommen.

Die „Pariser Verpflichtungen“

Die Unterzeichnerstaaten erklären sich dazu bereit, langfristige Lösungen gegen den illegalen Einsatz und die illegale Rekrutierung von Kindern in Konflikten zu finden und umzusetzen.

Zwei Prioritäten:

  • Einsatz oder Rekrutierung von Kindersoldaten beenden,
  • Alle Anstrengungen unternehmen, damit die Pariser Grundsätze
    eingehalten und umgesetzt werden
    - durch politische, diplomatische
    und humanitäre Maßnahmen sowie technische Hilfe und Finanzierung.

Mehrere Ziele:

  • Vorbeugung der Rekrutierung durch Streitkräfte,
  • Befreiung der in bewaffneten Gruppen integrierten Kinder,
  • Strafen gegen Personen, die illegal Kinder rekrutiert haben,
  • Vereinbarung des empfohlenen Verhaltens gegenüber Kindern, die
    durch bewaffnete Gruppen rekrutiert oder eingesetzt und ihrer Freiheit
    beraubt wurden
    ,
  • Wiedereingliederung der Kindersoldaten: Betonung der Notwendigkeit
    von Finanzmitteln, die früh genug und in ausreichender Menge übermittelt
    werden, um eine vollständige und wirksame Wiedereingliederung in das
    zivile Leben zu ermöglichen.

Die „Pariser Grundsätze“ zur Ergänzung der „Pariser Verpflichtungen“

Sie schlagen die Definition eines Rahmens des wirksamen Einschreitens im Feld vor, geben operative Anweisungen und informieren über bewährte Verfahren, um den betroffenen Staaten und den internationalen Geldgebern zu helfen.

Die „Pariser Grundsätze“ behandeln verschiedene Aspekte:

Der Rekrutierung und dem illegalen Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten vorbeugen

  • Informationskampagnen bei den Streitkräften und bewaffneten Gruppen,
  • Berücksichtigung sämtlicher Faktoren, die Kinder dazu führen könnten,
    sich mit bewaffneten Gruppen einzulassen,
  • Vorrangiger Schulbesuch,
  • Berücksichtigung von Gender-Fragen und der besonderen Risiken für
    Mädchen,
  • Der Trennung von der Familie vorbeugen,
  • Alternativen zur Rekrutierung vorschlagen (Bildungs- und
    Ausbildungsprogramme oder einkommenserzeugende Tätigkeiten),
  • Die Sicherheit der lokalen Gemeinschaften sichern.

Die Befreiung der Kindersoldaten:

  • Schnellstmögliche Befreiungsprozesse vorsehen,
  • Sich dafür einsetzen, dass in den Waffenstillstands- und
    Friedensabkommen Maßnahmen für die Befreiung und darauffolgende
    Versorgung von Kindersoldaten vorgesehen werden.

Die Wiedereingliederung:

  • Einen integrativen Ansatz verfolgen, bei dem die
    Wiederzusammenführung von Familien vorrangig ist,
  • Eine Unterstützung - auch finanzieller Natur - sichern, um eine vollständige
    Wiedereingliederung in das zivile Leben zu ermöglichen.

Überarbeitung: Februar 2017